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Artikel China - Die alten Strategien haben ausgedient

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China - Die alten Strategien haben ausgedient
 
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    Vor kurzer Zeit wurde Pumpenmeister, für viele Experten ein sogenannter „Hidden Champion“, von SANY übernommen. Ein erstauntes Raunen ging durch die Reihen der Wirtschaft, denn dieses Geschäft unterscheidet sich völlig von den bisherigen Übernahmen durch chinesische Unternehmen. Und in diesem Größenumfang hat es seit dem Kauf von Lenovo durch IBM kaum etwas Vergleichbares gegeben.

    Aber was sind die Konsequenzen, die hier in Europa gezogen werden müssen? Als erstes wird offensichtlich, dass die Chinesen sehr schnell gelernt haben, welches die Unternehmen sind, die für sie interessant sind. Der Erwerb war sicherlich von langer Hand vorbereitet und geplant. Insider werden auf beiden Seiten schon seit ein paar Monaten von dem Vorhaben gewusst haben. Dabei spielte es definitiv auch eine Rolle, dass Pumpenmeister trotz seiner Marktführerschaft nicht in der Lage war, sich gegen SANY auf dem chinesischen Markt durchzusetzen. Über die Gründe im Speziellen kann hier nur spekuliert werden. Aber das Schema, dem nicht nur Pumpenmeister, sondern auch viele andere Unternehmen zum Opfer fielen, wird dennoch deutlich erkennbar.

    China ist nicht mehr nur die Werkstube der Welt, sondern auch einer der wichtigsten Absatzmärkte. Die wachsende Wirtschaft auch innerhalb der VR China ist ein wichtiger Faktor für die Planungen aller Unternehmen geworden. Die Qualität von chinesischen Produkten ist mittlerweile der deutschen Qualität ebenbürtig, gerade das entzieht den vielen Kritikern immer mehr die Grundlage. Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik wird dies schnell deutlich, aber auch bei der Telekommunikation. Ausrüster wie ZTE wurden anfangs belächelt und sind nun nicht mehr aus dem Wettbewerb wegzudenken.

    Wenn man sich also dem Wettbewerb in China stellt, dann muss man es richtig machen. Das bedeutet vor allem, dass man seine Produkte nicht nur in China produzieren lässt, sondern auch dort in den Handel bringt. Weiterhin ist es wichtig, dass man vor Ort Leute hat, die sich mit den Gepflogenheiten und Marktgesetzen auskennen. Man braucht also Chinesen, die genau diese Vorgaben erfüllen können. Der Trend ausländische Mitarbeiter als Kontrollorgane in China einzusetzen ist rückläufig. Zumal es für diese Mitarbeiter auch zu lange dauert, um die Regeln des Marktes zu verstehen. Dies mag am Anfang vielleicht ungewohnt klingen und viele haben Angst davor, die Kontrolle zu verlieren. Aber hier ist auch möglich ein Bild aus der Schifffahrt heranzuziehen: Egal wie gut der Kapitän auf hoher See ist, für die Einfahrt in die Häfen braucht er einen Lotsen. Dies ist beim Bestehen auf fremden Märkten nicht anders. Und entgegen der allgemeinen Meinung, gibt es genügend Mittel, um den so oft zitierten Wissenstransfers zu kanalisieren und kontrollieren.

    Wichtig ist es, den Markt zu beobachten und die Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Und dann nach eben diesen Regeln zu handeln. Die Chinesen machen es hier auch nicht anders. Sie passen sich dem Markt an und nutzen die Regeln aus. Hier liegt das Problem, welches viele ausländische Unternehmen in China haben. Sie versuchen die Regeln aus dem Heimatmarkt auf China zu projizieren und stellen meist zu spät fest, dass das letztlich nicht möglich ist. Die europäischen Unternehmen müssen sich deshalb schon von Anfang an nach dem chinesischen Markt richten. Mit der wachsenden Bedeutung der asiatischen Märkte wird es im Rahmen der Globalisierung Zeit sich von alten Vorstellungen zu lösen oder sich nach neuen Strategien umzusehen.

    Dietrich Keip - DanRevision Gruppe
    Manager China Desk
    www.danrevision.com

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