3.9Stadtbahn: Bürger stellen viele Fragen
Eingestellt vonAlemanne
am 12.02.12in Unterhaltung via aachener-nachrichten.de Aachen. Die Campusbahn ist eines der ambitioniertesten Projekte in Aachen. Die Kommunalpolitik sprach sich (mit Ausnahme der FDP) grundsätzlich dafür aus, die Stadtbahn zu realisieren. Für die Bürger blieben bei dem Entscheidungsprozess allerdings noch viele Fragen offen.Auf aachener-nachrichten.de weiterlesen
Kommentare zu Stadtbahn: Bürger stellen viele Fragen
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@beerwish: Übrigens verhält es sich bei Prognosen ähnlich wie bei Statistiken. Treffen immer zu, aber stimmen NIE...
@beerwish: Dass der Verkehr zunimmt und das Tanken teurer wird, kann Ihnen meine Enkelin jetzt schon mit 7 Jahren ebenso vorhersagen, dafür braucht es kein Studium. Es sind Leute wie Sie, die uns seit Jahrzehnten schon erzählen, was wir unbedingt alles brauchen. Alternativen, die es gibt, werden gar nicht erst diskutiert. Fast immer kostet es hinterher Unsummen, Arbeitsplätze und Lebensqualität. Ich würde als Firma heutzutage auch nicht mehr in einer Gemeinde ansiedeln, deren Finanzen nicht viel besser sind als die der Alemannia, sowas macht eine Region kaputt. Vergessen Sie mal lieber nicht, dass wir auch im Hier und Jetzt leben. Und wenn Sie in die Zukunft investieren möchten, dann investieren Sie JETZT in den Abbau der Verschuldung, statt für ein paar Fördergelder noch mehr Schulden und Risiken anzuhäufen. Meine Enkelin wäre Ihnen in 20 Jahren sicherlich dankbar, das ist eine Prognose, die ganz sicher eintrifft.
Ich bin mit der alten Tram noch gefahren. Seit dem bin ich ziemlich oft mit den Bussen durch Aachen und mit modernen Straßenbahnen in anderen Orten unterwegs gewesen. Wir zahlen in Aachen schon jetzt einen hohen Preis für die Fehler der Vergangenheit. Es ist jetzt nötig etwas zu tun, damit es nicht so bleibt.
So einige, der Anwesenden, kennen den Laden schon länger und besser, als so ein Mitbürger auf Zeit. Der weiß auch wie es hier aussieht, wenn "ihr" nicht da seid. Wer´s hinterher nicht berappen muß ... ;)
@Bundesbürger: Ohne Bundesmittel gäbe es überhaupt keine größeren Investitionen. Keine Autobahnen, kein Aachener Kreuz und nirgends eine Straßenbahn. In Deutschland ist das so geregelt, dass es aus Bundes- und Landesmitteln Fördertöpfe gibt aus denen mal hier und mal da größere Projekte gefördert werden. Die Kommunen müssen ihren Bedarf anmelden, dann wird das Projekt bewertet und gegebenenfalls gefördert. Wer nichts will, bekommt auch nichts. Das Geld geht dann eben dahin wo man Projekte hat. In Aachen ist übrigens so wenig Platz, weil es keine Straßenbahn, dafür aber zu viele Autos gibt. Autos sind das Verkehrsmittel, dass am meisten Platz benötigt. Ein Kilometer Stau besteht aus ca. 150 Autos in denen zur Stoßzeit ca. 200 Leute sitzen. Eine Straßenbahn in Doppeltraktion ist etwa 60 Meter lang und befördert dann 400 Leute. Wenn es sein muss alle paar Minuten. Auf einer Schiene befördert man bis zu 10 mal so viele Leute wie auf einer gleich breiten Auto-Fahrspur. Deshalb: Wenn die Stadt zu eng ist, braucht sie besonders dringend eine Straßenbahn.
Bundesmittel sind auch Steuergelder. Bei kommunalen Projekten wird immer so getan, als fiele dieses Geld vom Himmel. Zur Campusbahn: Grundsätzlich nicht schlecht. Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, wo der Platz dafür herkommen soll. Die Aachener Innenstadt ist so schon zu eng. Und wenn man die Schienen einfach auf die bestehenden Straßen baut, hat man doch nichts gewonnen. In überfüllten Straßen steckt auch eine Straßenbahn fest. Und die kann im Gegensatz zum Bus noch nicht einmal ausweichen.
@Alemanne: Die Prognosen aus dem Verkehrsentwicklungsplan von vor über 20 Jahren sind eingetroffen. Der Verkehr hat zugenommen. Die Straßenbahn ist nötig und könnte heute schon fahren, wenn man damals mutiger gewesen wäre. Die Prognosen zur Entwicklung der Benzinpreise sind ebenfalls eingetroffen. Es ist immer teurer geworden und sie können davon ausgehen, dass es in Zukunft noch teurer wird. Meine Prognosen zur Entwicklung von Avantis sind auch eingetroffen. Wenn man da nur mit dem Auto hinkommt und dabei weite Wege zurücklegen muss, dann ist das unattraktiv. Ohne leistungsfähigen ÖPNV siedelt man heute keine Firma mehr an. Und noch eine: Der Umbau des Elisengartens ist, wie erwartet, ein voller Erfolg geworden. Der ganze Bereich wurde dramatisch aufgewertet. Man hätte das alles schon vor 20 Jahren machen können aber ein paar Autos, ein paar Parkplätze und die berühmte Nase an der Deutschen Bank waren ja wichtiger.
Der verdammte Campus ist ja bereits durch eine Vielzahl von Buslinien mit der Innenstadt verbunden. Wozu da och eine zusätzliche Bahn. Womöglich mit einem eigenen Gleisbereich, der dem übrigen Verkehr entzogen wird. Soweit ich mich entsinne, sollen für die künftigen Arbeitskräfte auf diesem verdammten Campus Melaten auf Brand Wohnräume geschaffen werden. Damit die dann quer durch die Stadt zu ihrem Arbeitsplatz fahren müssen. Aber ganz sicherlich nicht stundenlang mit einer Campusbahn21! Sondern über die Autobahn mit dem Auto! Oder quer durch die Stadt, aber vielleicht schneller, oder auch nicht! Diese künftigen Arbeitskräfte sind nämlich keine Aachener, die haben ja schon Wohnraum. Und wie bei einem Auto ist es mit der Anschaffung nicht getan, sondern es entstehen auch laufende Betriebskosten. Und dadurch auch Defizite. Die dann wieder der Steuerzahler trägt. Oder der private Stawag-Kunde. Soweit ich informiert bin, fährt die Aseag jährlich ein Defizit von 25 Mio. ein. Das wird dann durch die Campusbahn21 noch ein bisschen größer! Was soll's, wir haben's ja! Unterm Strich ist diese elektrische Eisenbahn für große Kinder einfach ein Prestigeobjekt, für das andere zahlen solen. Sich ein Projekt auszudenken, an dem man selbst nur 10% zahlen will, ist schon ziemlich verwegen. Erinnert so'n bisschen an den Hebel zum Eurorettungsschirm. Aber rot-grün in Düsseldorf ist ja eh schon die Landesregierung mit der höhsten Verschuldung. Da scheint's egal, ob's noch mehr wird.
@beerwish: Die Prognosen haben in Aachen noch NIE gestimmt.
Ich kann nur nochmal davor warnen, dieses Projekt aus dem Boden stampfen zu wollen. Das ist absolut nicht kalkulierbar und viele Bürger werden das hoffentlich auch nicht mittragen. Aachen ist keine Großstadt und braucht dieses Bahnprojekt nicht. Die nötigen Kapazitäten und eine bessere Vernetzung bekommen wir auch mit den bestehenden Gegebenheiten hin. Wann sind wir denn endlich mal mit dem, was wir in Aachen haben, zufrieden? Was kommt denn nach der Campusbahn als nächstes Projekt? Wenn überall für einen solchen Wahn- und Unsinn Fördergelder abgegriffen werden, dann ist nur allzu verständlich, warum uns seit Jahren die Finanzen um die Ohren fliegen. Was hat man den Bürgern nicht alles von Avantis versprochen und jetzt das gleiche mit diesem Projekt. Mich bringt alleine die Bezeichnung "Campus"-Bahn zur Weißglut. Besteht Aachen denn nur noch aus Größenwahn und RWTH? Wann macht die Stadt denn endlich Politik für die Menschen, die hier leben? Für Kindergärten, Schulen und Soziales ist das Geld immer knapp, aber für diesen Bauwahn ist irgendwie immernoch ein Töpfchen offen, wohlwissentlich, dass man IMMER nachfinanzieren muss. Die ganze Stadt ist mit Baustellen durchzogen, ein Ende nicht in Sicht. DAS ist das Stadtbild von Aachen...
Wenn man sich überlegt, wie sich der Verkehr in den nächsten 30 Jahren und darüber hinaus entwickeln wird, muss man sich zunächst ansehen welche Strecken heute zurückgelegt werden und dann prognostizieren wie sich das weiterentwickeln wird. Verantwortliche Politiker müssen angesichts der Fakten da zu dem Ergebnis kommen, dass es so wie es jetzt ist nicht bleiben kann. Bei den Überlegungen, was man jetzt machen muss damit man es in 10 Jahren hat, ist man in Aachen zum gleichen Ergebnis gekommen wie in vielen anderen Städten auch. Man braucht eine Straßenbahn die auf den Hauptachsen leistungsfähiger, sauberer, schneller, bequemer und auf längere Sicht kostengünstiger ist als der Bus.
Hallo Michael B., wer sagt den, dass Firmen, die sich auf dem Campus ansiedeln wollen, Geld bekommen? Mir ist das nicht bekannt. Ich finde Ihre Ideen bezüglich Wahlheim etc, wirklich gut und bedenkenswert. Dennoch muss man ja auch noch die Innenstadt mit den entsprechenden Stadtteilen verbinden. Des Weiteren soll ja eben auch der Campus mit der Innenstadt verbunden werden. Gerade wenn dies gelingt, wird es für Firmen noch interessanter, sich dort anzusiedeln. Es ist eben nicht seltsam, wenn Technologie-Unternehmen sich nicht ansiedeln, wenn man Ihnen mit der Haltung entgegen tritt "geht doch zu Fuß, ist eh gesünder".
wer sagt eigentlich das sich am Campus nicht Firmen ansiedeln die das Nokiaprinzip anwenden...Kohle abgreifen und wenn nichts mehr fließt...dann nichts wie weg...Es ist schon seltsam, dass trotz der RWTH so wenig Firmen hier ansiedeln oder gründen...liegt wohl auch an der Landespolitik....die ist ja nicht gerade berechenbar!!!
Hab mal nachgeprüft...die Strecke Aachen - Walheim würde jetzt alleine 34070 Einwohnerdirekt anbinden. Durch das anlegen von P+R Plätzen würden weitere Kapazitäten geschaffen. Hinzu kämen die Schülerzahlen des Indagymnasiums und der Schulzentrums in Aachen Brand und die Pendler ins Gewerbegebiet Eilendorf. Bei einer Strecke von 17km Länge würde man im Schnitt 2000 Menschen anbinden. Der Radweg und die Bahn können gerade im Tourismus eine sinnvolle Ergänzung sein...allemal besser als die Stadt Aachen wie ein Maulwurf umzugraben..Dann noch einen Haltepunkt zwischen Kohlscheid und Aachen West dann wäre der Campus erschlossen sofern er jemals so überhaupt kommt.
Also dass die Bahn vom Klinikum über die Innenstadt bis Brand fährt, heißt ja nicht, dass sie ausschließlich Leute transportiert, die von Brand zum Klinikum wollen. Die maximalen Fahrgastzahlen liegen in der Innenstadt, und hierbei handelt es sich doch nicht um Durchgangsverkehr. Die Leute wollen in die Stadt rein oder raus, bzw. bewegen sich innerhalb der Stadt. Was nützen da "Schnellbusse"?
Als Campusbahnargument wird ständig wiederholt, dass der Busverkehr auf der geplanten Achse an seine Grenzen stößt. Müssen denn alle diese Busse von Brand über Adalbertsteinweg und Innenstadt fahren? Warum wurden bisher keine Schnellbusse aus den südlichen Stadtteilen in betracht gezogen, in Richtung Campus und Klinikum, die dann aber die Innenstadt umfahren. Das würde die Busschlange im Adalbertsteinweg und in der Innenstadt reduzieren, und die Leute kämen schneller zum Ziel. Und es würde den Vorteil des Busverkehrs nutzen, flexibel anpassbahre Linien. Vermutlich fällt das aber unter Denkverbot, es würde die schöne neue Straßenbahn ja überflüssig machen.
Für die Innenstadt kann man Hybridbusse nehmen. Naja wenn ich mir das Ostviertel ansehe oder was sich hier nur noch an Ramschläden ansiedelt! In Brand stehen Ladenlokale leer. Die Trierstr. hat dem Einzelhandel sehr stark zugesetzt in der Zeit wo diese neugebaut wurde. Sicher gebe ich Ihnen Recht, das wir ein Problem haben...nur es ist eben auch so, dass wenn so ein Projekt kommt, die Menschen in Aachen dann auch damit leben müßen wenn es wesentlich mehr kostet als man das jetzt plant. Jeder weiß von uns das es bei den genannten Kosten nicht bleiben wird. Sollte Aachen dann in die Haushaltsicherung müssen...dann weiß ich nicht ob das dann noch so lustig hier in Aachen sein wird.
Wieder eines der Prestigeprojekte, obwohl kein Geld da ist! Drückt mal das Wort LINK
Schiffsverkehr!! Das ist die Lösung im Sinne aller durchgedrehten öko Finanzharakiris hier in Aachen. Einfach alle Bachzuläufe in den Aachener Kessel zu so einer Art Großwurm zusammen fassen und dann mittels Gondel / Fährverkehr für den ÖPNV nutzbar machen. Das ist doch toll! Das Ufer könnte man begrünen und es entsteht ein toller Frischluftkanal. Ach, und erst die ganze Fauna und Flora. Den motorisierten Individualverkehr kann man dann mittels fehlender Brücken endgültig den gar aus machen und Fahrradfahrern kann man einfach Tunnel unter der Großwurm bauen. Die Anrampung natürlich auf Kosten von Wohnraum. Und der neue Hafen entsteht auf dem jetzigen Gelände der großartigen Kaiserplatzgalerie. Dann muss das Ganze noch irgendwie mit der RWTH verbunden werden- sonst meint noch jemand es gäbe etwas Wichtigeres in Aachen. Welcher Grüne fängt nicht vor Freude an zu weinen bei den Gedanken daran den Verkehr auf Schiffe zu verlagern- wie immer: Ganz egal was das Kostet. Und das Beste: Für ein Wasserwegprojekt bekommt die Stadt bestimmt ganz viele tolle Fördergelder! Fördergelder, das Zauberwort um den Verstand endgültig auszuschalten. Bald meint der Erste soetwas ernst. Dann können wir alle nur noch hoffen das es Aachen endlich unter den Nothaushalt geschafft hat und andere dem Einhalt gebieten.
Hallo Michael, ich finde, dass sich in Aachen in den letzten Jahren endlich mal wieder was bewegt. Ich kann nicht erkennen, dass Aachen seinen Charme verliert. Aber über Geschmack lässt sich ja gut streiten:-). Sie sollten aber bitte auch an die Menschen denken, die in der Innenstadt wohnen. Die Zustände in der Innenstadt, insbesondere am Kaiserplatz, Elisenbrunnen, mit diesen Unmengen an lauten, stinkenden Bussen zementieren zu wollen, kann ich nicht nachvollziehen, wenn man die Chance hat, etwas zukunftsweisendes umzusetzen.