Artikel Opernpremiere Berlin "Theseus"
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Komische Oper Berlin - Premiere „Theseus“
Theseus liebt Agilea, und diese liebt ihn wieder. Doch Medea liebt Theseus ebenfalls und setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen. König Ägeus seinerseits liebt Agilea und gibt seinen ursprünglichen Plan auf, Medea zu heiraten. Medea, die Agilea nicht zwingen kann, auf Theseus zu verzichten, schwärzt Theseus beim König an. Ägeus glaubt ihr und will seinen Feldherrn vergiften. Doch im letzten Moment erkennt er in Theseus seinen verlorenen Sohn, und Medeas Plan scheitert. Die verzweifelte Frau besteigt ihren Drachenwagen, und würde alles in Schutt und Asche legen, wenn nicht eine höhere Macht eingreifen würde.
So in etwa war das, gestern Abend, 10.Februar 2008 um 19.00 Uhr bei der Premierenaufführung in der komischen Oper Berlin. „Theseus…“ Eine Oper in fünf Akten von Georg Friedrich Händel Libretto von Niccolò Francesco Haym, deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze.
Und wer jetzt nur eine verworrene Liebes- und Intrigengeschichte vermutet, der irrt. Rund zweieinhalb Stunden lang wurde den Zuschauern eine Komposition aus fantastischem Gesang, einem hervorragenden Bühnenbild und erstklassiger musikalischer Begleitung (Orchester der komischen Oper) geboten. Direkt auf der Bühne spielten, tobten und prügelten sich kleine Kinderakteure im Schlamm, echter Regen tropfte von der Decke und viele audiovisuelle und musikalische Medien unterstützten das Orchester bei den einzelnen Akten. Die Musikalische Leitung übernahm Alessandro de Marchi, der wie ich meine, sein Handwerk wahrlich versteht. Hauptfigur, Theseus wurde mit Elisabeth Starzinger, einer international gefeierten Opernsängerin erfolgreich besetzt, diese ist schon seit langer Zeit ein fester Bestandteil des Teams der komischen Oper Berlins.
Damit hat die komische Oper Berlin wieder einmal ein Stück ins Leben gerufen, welches man auf keinen Fall verpassen sollte!
Karten
Kartentelefon Komische Oper Berlin … 030.47 99 74 00, Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr,Preise … (8,oo) 11,00 bis 62 Euro
karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de
Viel Spaß!
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Bloß nicht hingehen! Eine absurde Inszenierung auf dem Niveau einer Schulaufführung: Klaumauk anstelle einer Konzeption. Nie habe ich mir mehr eine konzertante Aufführung gewünscht, um nicht mehr durch die Inszenierung von der Musik abgelenkt zu werden. Von der eigentlichen dramatischen Handlung, von den Seelenqualen der Akteure lässt die Aufführung nichts übrig, während den Sängern und dem Orchester zuzuhören wirklicher Genuss ist.
Das Bühnenbild nutzt echten Schlamm und Wasser, um es erst mit "Schlachtfeld" und dann mit "Wüste" und schließlich mit "Insel" zu betiteln. Braucht es mehr um eine unbrauchbare Bühnenidee zu charakterisieren? Die Oper endet im Friede-Freude-Eierkuchen. Man weiß nicht warum eine rachelüsterne unbarmherzige Zauberin plötzlich ihren Geliebten Theseus loslässt - so wenig man vorher verstand, weshalb sie ihn denn unbedingt haben wollte. Man sieht in der Schlussszene nur eine Schrebergartenhütte mit singenden und sich fläzenden Leibern via Video darin. Anscheinend meinte die Regie, die Liebesleidenschaften zu Händels Zeiten seien heute nur noch mediale Inszenierung und von der Wucht des Flugs einer Biene von Blüte zu Blüte. Oder war es eine Fliege, die sich da summend durch den Zuschauerraum bewegte?
Aber wer das Thema einer Oper nicht ernst nimmt oder meint nicht ernst nehmen zu können, warum holt er es auf die Bühne?