4.12

Internetsperre für Raubkopierer

x 56
 
 
Internetsperre für Raubkopierer

Beitrag melden


Großbritannien plant ein Internet-Verbot für Raubkopierer. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist nach Informationen der Zeitung The Times von der britischen Regierung bereits erstellt worden. Wer beim Tausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie MP3s erwischt wird, kann it der Abschaltung seines Anschlusses bestraft werden.

Auf t-online.de weiterlesen

28 Kommentare

Ähnliche Beiträge aus den Themenbereichen: zeitung, verbot, tausch, regierung, Politische news, Internet

 

Kommentare zu Internetsperre für Raubkopierer

 

Alter_SackAlter_Sackam 14.02.08


Die Zahlen von Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverlusten basieren auf Studien und "Erkenntnissen" dieser Vertriebsbranchen, wurden nie bewiesen und sind damit als Argument vollkommen untauglich. Auch dazu gab es schon entsprechende, vor allem neutrale Beiträge hier im WWW. In Deutschland nutzen über 41 Millionen Menschen das Internet, davon nehmen 7,5 Millionen an Tauschbörsen teil. Das sind über 18 Prozent und das ist ein ganz gwaltiger Marktanteil. Was würde wohl mit einigen Providern passieren, sperrte man diese Menschen alle aus? Und wozu werden schnelle Breitbandanbindungen hauptsächlich genutzt? Sicher nicht zu Mailen oder Onlineshoppen! Am Tage stellt das Filesharen bis zu 50 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens im Internet dar, in der Nacht sind es bis zu 80 Prozent. Das ist nicht mit Abmahnen oder Anschlusssperren zu stoppen. Da müssen alternative Ideen her, und seien es sogenannte "Kulturabgaben".

Alter_SackAlter_Sackam 14.02.08


Man sollte es doch ganz einfach mal so sehen. Die meisten, die hier als "Raubkopierer" kriminalisiert werden, sind iegentlich nur Dateientauscher, um es ganz einfach mal auf deutsch zu sagen. Und die tun das in der regel für den privaten Gebrauch. Es ist sogar schon nachgewiesen worden, dass dieses Dateientauschen, egal ob Musik, Fim, Software das Kaufverhalten der User positiv beeinflusst. Ganz anders, als es z.B. die Musikindustrie versucht darzustellen. Und in den wenigsten Fällen kommt es dazu, dass ein Filesharer, jetzt wieder englisch, das gezogene Material unter anderem Namen mit anderem Titel als sein eigenes Werk wieder auf den Markt wirft. Hier werden ganz einfach um der eigenen Macht willen, das Schicksal und die Situation der betreffenden Künstler geht der MI eigentlich am A... vorbei, mal drastisch gesprochen, Tatsachen verdreht und überspitzt.

kalmarkalmaram 14.02.08


Gut, Alter Sack, jetzt reden wir eine gemeinsame Sprache. Ich lebe nun mal von der Kunst, egal ob als Dozent oder als Autor und bin einigermaßen gesettlet, aber die jungen Leute, die in den Beruf wollen, haben es verdammt schwer. Wie viele unserer Studenten jobben nebenbei an der Tankstelle, schaufeln Pommes oder fahren Eiltransporte, um ihr Studium zu finanzieren und würden die Zeit dringender für die Ausbildung benötigen. Und wenn es endlich einem gelungen ist, sein erstes Hörspiel einem Sender zu verkaufen und er es später als schwarz gezogenes Hörbuch geschenkt bekommt, mit anderem Titel und Autorennamen, dann verflucht er alle Raubkopierer und ich mit ihm. In der Musikbranche mit ihrem schnellen Durchsatz wird es anders sein, niemand sammelt mehr zweihundert CDs, um sie nach zwei Jahren zu shreddern.

Alter_SackAlter_Sackam 14.02.08


Und so entstehen dann leider oft Werke von guten Schreibern, mit deren Inhalt sie sich nicht immer selbst identifizieren können, die sie aber ihrer finanziellen Existenz willen so schreiben müssen. Das ist dann sehr schade, aber in dieser Gesellschaft, in der allein nur Geld zählt und im Mittelpunkt steht, unumgänglich. Denn nicht jeder hat das Glück, Kunst vollkommen frei vom Zwang der Banknoten schaffen zu können.

Alter_SackAlter_Sackam 14.02.08


Und nicht bei allen steht das Erbringen von Gewinn im Vordergrung! Gott sei Dank, denn immer dann steht nur noch der Kommerz im Mittelpunkt und nicht die Kunst, vergleichbar mit dem Profisport. Deswegen schreibe auch ich oft ohne Gewinn, weil ich das dann unabhängig von Zensur und Bevormundung tun kann. Und dann hilft wie hier Anonymität. Man muss es sich natürlich auch finanziell erlauben können, ohne Gewinn zu schreiben. Ich bin in der glücklichen Lage, bei meinem Handeln auf schnödes Geldverdienen nicht achten zu müssen weiss aber, dass gerade bei meinen, ich nenne sie einfach einmal so, Kollegen das nicht oft so ist.

Alter_SackAlter_Sackam 14.02.08


Tja, mein lieber Kalmar, wenn du den deutschen Blätterwald aufmerksam und intensiv studieren würdest, wüsstest du jetzt auch, wer hinter Alter_Sack steckt und wo du von ihm lesen oder hören kannnst. Auf dieser Plattform hier werde ich aber verständlicher Weise nicht meine wahre Identität preisgeben. Anonym ist auch ganz schön, jedenfalls ab und zu mal! Da ich selbst aber einer Künstlerfamilie entstamme, zugegebenerweise nicht der schreibenden Zunft, glaube ich mir auch ein Urteil erlauben zu können, welche Motive sich hinter solchem Schaffen verbergen. Wenn du behauptest, dass Künstler nicht anders können, stimmt das sicher nur zum Teil. Es gibt sehr wenige Ausnahmen für dieses nicht anders können und das sind in der Regel nicht die Künstler. Meistens wollen diese doch wohl eher nicht anders, denn können könnten sie schon und müssen das auch oft. Nicht umsonst gilt das Wort von der brotlosen Kunst! Also müssen viele Künstler auch anders um überhaupt existieren zu können.

kalmarkalmaram 13.02.08


p-fs, das finde ich sehr gut von dir. So viele Leute glauben, dass Künstler ein Glamour-Dasein führen, nur weil sie einige Stars kennen oder mal gesehen haben. Ohne gute Produzenten und eine Riesenwerbung wäre der Name "Harry Potter" heute höchstens einer Handvoll Leute bekannt. Und die kriegt kein Autor allein gemanagt, auch kein Sänger oder Musiker. Darum machen sich ja so viele bei Dieter Bohlen zum Klößchen, die Sieger sind fast nie Naturtalente, sondern haben bereits eine Vorausbildung hinter sich.

kalmarkalmaram 13.02.08


Wie schön, Alter Sack, endlich mal ein weiser Mitmensch, der genau weiß was andere lernen können und was nicht. Dein Nachplappervergleich jedoch ist so hoch intelligent, , dass mein geistiges Niveau dafür einfach zu niedrig ist. Aber hast du jemals versucht etwas von deinen Schreibereien gewinnbringend zu veröffentlichen? Ich glaube nicht, denn gerade Künstler suchen sich ihren Beruf nicht aus, sie können gar nicht anders. Hättest du es nämlich getan, dann würden wir uns persönlich kennen oder ich zumindest deinen Schreibstil. Versuch's doch mal, Biß genug scheinst du ja zu haben.

ich1203ich1203am 13.02.08


also wenn ich sehe wie die sogenannten armen künstler mit ihrem reichtum protzen verstehe ich das gejammer nicht . sicher gibt es auch welche die nicht so viel verdienen ,aber die sind auch nicht unbedingt die ofper der raubkopierer. die musikindustrie macht milliarden mit ihrer ausbeutung , also schwachsinn was da so erzählt wird. das was passieren muss steht ausser frage ,aber ob die bewusste kriminalisierung eines großteils der bevölkerung zum nutzen weniger richtig ist bleibt mal so dahin gestellt.

Alter_SackAlter_Sackam 13.02.08


Oh, kalmar ist schon groß und darf an Kursen teilnehmen! Texten haste aber immer noch nicht drauf , sonst wär' dir zum Nachplappervergleich, ein solcher war es nämlich, du Schlaumeier, eine andere Reaktion eingefallen. Also, lass deinen Kurs Kurs sein. Du lernst da nix und andere von dir bestimmt auch nicht. Dein Mitleid mit den armen Kunstschaffenden in allen Ehren, nur gibt's in dieser Gesellschaft ganz andere Bemitleidenswerte und die haben sich ihre Rolle im Gegensatz zu deinen Künstlern nicht selbst ausgesucht.

p-fsp-fsam 12.02.08


Ohne die Produzenten nichts veröffentlichen?

Hm, dann dürfte es Portale wie LINK und andere nicht geben, oder?

Btw. über dieses Portal habe ich den Künstlern mehr als 50 Euro gespendet, pro heruntergeladenem und gefallenem Album fünf Euro. Das dürfte wesentlich mehr sein, als ein Künstler über die MI bekommt.

p-fsp-fsam 12.02.08


Natürlich ist es illegal, steht doch auch im UrhG.

> AUCH DIE UNERLAUBTE WEGNAHME VON ERTRAG AUS EIGENTUM IST SCHLICHTWEG DIEBSTAHL.

Aber wie hoch ist der Verlust? Diesen Verlust konnte die Musikindustrie (im übrigen ein Paradoxon, Kunst und Industrie) nie belegen und kann es auch nicht. Denn nicht jede illegale Kopie bedeutet zwangsläufig, dass das Produkt ansonsten regulär gekauft worden wäre.

Ich sprach unten schon von der Pollara-Studie aus Kanada. Im Endeffekt sagt sie aus, dass das Tauschen im Internet den Firmen bzw. Künstlern noch Geld bringt.

Mir passiert: Irgend jemand bot mir über IRC ein paar Musikstücke an. Fragte kurze Zeit später ob er noch mehr davon habe. Später stand ich in "meinem" Laden und hatte alle Alben dieser Künstler ohne Abspielschutz gekauft. Selbst auf ein Konzert ging ich etwas später. Das waren mal so 2, 300 Euro, die ich insgesamt ausgegeben hatte.

> am besten in einer GmbH&Co KG

Besser noch eine englische oder französiche, da muss man nicht soviel hinterlegen.

> Produzenten über den Tisch gezogen

Arschkarte. Aber beileibe nicht das einzige Feld, wo betrogen wird bis zum Umfallen. Leider gibt es so elendige Banditen.

kalmarkalmaram 12.02.08


Und, p-fs, es geht nicht darum, jemandem sein Eigentum wegzunehmen, sondern ihm den Nutzen aus seinem Eigentum zu stehlen. Was hilft dir ein Haus, das du aus deinen Ersparnissen gebaut und vermietet hast und ein anderer reißt sich die Miete unter den Nagel? Oder zieht ein und zahlt nicht, weil ja die anderen auch nicht zahlen? AUCH DIE UNERLAUBTE WEGNAHME VON ERTRAG AUS EIGENTUM IST SCHLICHTWEG DIEBSTAHL. Das hat mit den Verträgen überhaupt nichts zu tun.

kalmarkalmaram 12.02.08


p-fs, wenn du in Deutschland als Urheber einmal so richtig von einem Produzenten über den Tisch gezogen wurdest und deine Tantiemen in einer Firmeninsolvenz verschwunden sind, am besten in einer GmbH&Co KG, dann versuche mal einen Juristen zu finden, der sich im Urheberrecht wirklich auskennt. Du wirst dein blaues Wunder erleben. Und die Werknutzungsrechte sind inzwischen durch drei weitere Firmen gewandert. Deutschland hat das beste Urheberrecht der Welt, aber es ist oft das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Das erzähl mal talentierten jungen Leuten, die für die Film- und Musikbranche arbeiten wollen, die geben den Weg zum Sozialamt schon mal in ihr Navigationsgerät ein.

kalmarkalmaram 12.02.08


Thor, 100% Übereinstimmung! Der Mist ist nur, unsere Absolventen leben von der Veröffentlichung von Texten und Musik und dafür brauchen sie Verleger und Produzenten. Ich wünsche mir eine Urhebergewerkschaft, aber das geht in Deutschland nicht, weil das meiste datengetragene Kulturgut - ja, das meine ich ernst - importiert wird. Wie hab' ich die Drehbuchautoren in Amerika beneidet, aber mach' in Deutschland mal einen Tarifkampf mit Nicht-Schreiben, das gäbe ein dezentes Hüsteln und mehr nicht. Und die wenigen, die mit ihrem Studium Geld verdienen können, sehen sich oft genug auch noch um ihre Tantiemen betrogen. Wenn ich daran denke, wie Bert Kämpfert um jeden Pfennig kämpfen mußte und dann nach Amerika ging, um wenigsten etwas auf die hohe Kante zu kriegen, packt mich heute noch die Wut.

Der_ThorDer_Thoram 12.02.08


kalmar, Du hast ja Prinzipiell recht. Illegal kopieren ist "kriminell". Das eigentliche Problem ist aber, dass die Preise für Datenträger nicht mehr angemessen sind. Der Künstler bekommt pro CD wieviel? 50Cent? 1 Euro? Und was geht an das Presswerk? 2€? Und den saftigen Rest bekommt das Label. Die, die sich am meisten aufregen. Die die Taschen nicht voll genug bekommen. Die Labels sollen die die Preise senken, dann geht die Kopiererei automatisch zurück. Das hat die Vergangenheit schon bewiesen (siehe Universal-Music USA).
Und jetzt mal ehrlich, Du als Insider weißt doch genausogut wie der "Normalo", dass 90% auf einer aktuellen CD nur Lückenfüller sind. 1 gutes Lied, 16x Schrott. Und der Schrott wird mitbezahlt. Das will der Kunde aber nicht. Die Qualität der Musik ist nicht mehr gegeben.

p-fsp-fsam 12.02.08


Nein, es ist kein Diebstahl. Es muss schon gar nicht ein neues Wort kreiert werden. Es ist und bleiben Urheberechtsverletzungen.

Diebstahl sagt doch schon aus, dass ich eine Sache jemandem wegnehme. Bei einer Kopie, hier Urheberrechtsverletzung bleibt aber die Sache weiterhin im Eigentum desjenigen.

Dass die Urheber so wenig Geld bekommen, liegt ausschließlich in den Verträgen mit den Produzenten begründet. Warum sollte bei der digitalen Verbreitung im Netz Ausschuss produziert werden? Da gab es doch vor nicht allzu langer Zeit mal jemanden, der genau gegen dieses angehen wollte. Ich glaube, es war Rod Stewart? Das sind wahre Knebelverträge, die die Künstler dort abschließen. Nur wirkliche Stars können die Verträge ganz anders gestalten.

> Auf jeden Datenträger gehört eigentlich eine saftige Kopierabgabe, dann wäre fast alles in Ordnung.

Die gibt es schon. Nennt sich Gema und VG Wort. Auf CD-/DVD-Rohlinge, Drucker, Scanner, Festplatten, Kopierpapier etc. zahlst Du entsprechende Abgaben. Aus diesen werden dann die Künstler nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel bezahlt.

kalmarkalmaram 12.02.08


Na gut, Alter Sack, dann komm mal zu uns in den Kurs "Komponieren und Texten", dann wirst du ganz schnell ganz anders denken. Ich geb' dir ja recht, die Produzenten werden dir schon das Hemd über den Hintern ziehen, aber ohne sie kannst du nichts veröffentlichen. Und der SED-Quatsch ist Oberedelquadratstuß, das weißt du selber.

kalmarkalmaram 12.02.08


p-fs, du hast recht wenn du den Begriff Raubkopien bemängelst, Raub setzt sogar Gewalt voraus, aber für den Diebstahl geistigen Eigentums über Datenträger müßte eine neuer Strafrechtsbegriff entwickelt werden, vielleicht "Datendiebstahl", mit entsprechender Strafandrohung. Die Urheber der Werke bekommen am wenigsten, Komponisten und Texter sehen oft in die Röhre, das Geld machen die Produzenten und der Handel. Komponisten und Texter fallen nicht vom Himmel, die haben oft eine sehr teure Ausbildung hinter sich und das muß sich irgendwann auch mal rechnen. Wer Musik stiehlt ist einfach ein Dieb und nichts sonst, daran ändert auch nichts dass es alle machen. Und Diebe mag ich überhaupt nicht. Auf jeden Datenträger gehört eigentlich eine saftige Kopierabgabe, dann wäre fast alles in Ordnung.

Alter_SackAlter_Sackam 12.02.08


Ich denke mal, dass diese sogenannten "vom Urheberrecht lebenden Branchen" die eigentlichen Schmarotzer sind, weil sie selbst ja in der Regel auch nicht die Urheber sind, sondern nur deren Werke zu ihren Gunsten unter Knebelung der Urheber zu Kohle machen. Wenn das kein Schmarotzertum ist!? Und jetzt wollen diese "Branchen" auch noch die Herrschaft über das freie Internet an sich reißen und dieses kontrollieren. Wir gehen schlimmen Zeiten entgegen, wenn diese Leute sich durchsetzen. "Raubkopierer sind Schmarotzer ohne jedes Rechtsbewußtsein" - also schöner hätte einen solchen Satz kein SED-Parteisekretär auf 'ner Parteiversammlung zu DDR-Zeiten seinen großen Vorbetern nachplappern können. Na ja, wess Brot ich ess, dess Lied ich sing!


Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden

Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren