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Artikel Warum Jugendliche rechtsextrem werden!

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Warum Jugendliche rechtsextrem werden!

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Rechtsextremismus
ist längst keine Randerscheinung mehr.


Von der Öffentlichkeit
weitgehend unbeachtet sind Strukturen entstanden, die unsere
freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Der
Rechtsextremismus beginnt langsam, die Alltagskultur zu durchdringen.


Es ist eine strategische Graswurzelrevolution, die die
Zivilgesellschaft bedroht. Das neue Informationsangebot der bpb klärt
kontinuierlich über Rechtsextremismus auf – mit monatlichen
Themenschwerpunkten.


Eine Studie über Rechtsextremismus erregt Aufsehen


- denn sie wirft
einige gängige Vorurteile über den Haufen. Vor allem macht sie Schluss
mit dem Bild von Rechtsextremismus, das die hässlichen Seiten in
Randbereiche abschiebt. Rechtsextrem sind nicht allein arbeitslose
junge Männer in Ostdeutschland, und überhaupt ist der Begriff
fragwürdig, meint einer der Macher der Studie.


Mehr als ein Viertel der Befragten stimmte der Aussage zu, Deutschland
brauche eine "einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft
insgesamt verkörpert". 15 Prozent wünschen sich "einen Führer, der
Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert." Fast 40 Prozent
meinen, die Bundesrepublik sei "durch die vielen Ausländer in einem
gefährlichen Maß überfremdet".



Den "Einfluss der Juden" halten 18 Prozent für zu groß, 14 Prozent
meinen, "Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um
das zu erreichen, was sie wollen". Dass es "wertvolles und unwertes
Leben" gibt, glauben zehn Prozent der Befragten.


Schon mit dem Wunsch nach einer Einheitspartei, die eine
"Volksgemeinschaft" verkörpert, und der Vorstellung von "unwertem
Leben" unterstützt ein erheblicher Teil zentrale Vorstellungen des
Nationalsozialismus. Direkte Fragen nach der Zustimmung zum
historischen Nationalsozialismus, dem "Dritten Reich", zeigen ein
ähnliches Bild: Über acht Prozent halten die Verbrechen des
Nationalsozialismus in der Geschichtsschreibung für "weit übertrieben",
elf Prozent schreiben dem Nationalsozialismus "auch gute Seiten" zu.


Hüben und drüben


Die Unterscheidung nach Befragten in West- und Ostdeutschland zerstört
das Klischee von den besonders anfälligen neuen Bundesländern.


Die
Ergebnisse der 18 Aussagen wurden zu sechs Gruppen zusammengefasst.
Dabei sind im Westen mehr als doppelt so hoch Antisemitismus (9,5%
West, 4,2% Ost) und NS-Verharmlosung (4,6% West, 2% Ost). Auch in
punkto "Chauvinismus" führt der Westen (20,1%) vor dem Osten (16,1%).
Höhere Werte im Osten ergibt die Studie für Befürwortung von Diktatur
(4,4% West, 6,5% Ost), Ausländerfeindlichkeit (25,7% West, 30,6% Ost)
und Sozialdarwinismus (4% West, 6,2 Prozent


-


Gewalttätiger Extremismus gedeiht in einem Umfeld, das
viele Lebensmöglichkeiten bietet, aber wenig Orientierung
liefert. In dieser Orientierungslosigkeit gewinnt die Gruppe gleichaltriger
Jugendlicher an Bedeutung. Sie ist für Heranwachsende eine
Schicksalsgemeinschaft auf der Suche nach sozialer Identität.


Sie ist aber auch ein Familienersatz als Zwischeninstanz zwischen
der Herkunftsfamilie und der Perspektive einer eigenen Familie.
Dies ist nur einer von verschiedenen Erklärungsansätzen
des Sozialarbeiters und Mitglieds der Eidgenössischen Kommission
für Jugendfragen, Franz Kohler, wie Rechtsextremismus bei
Jugendlichen Fuss fassen kann. Er betonte in seinem Referat mit
dem Titel «Diagnose Jugendextremismus», das er im
Rahmen einer Podiumsveranstaltung der «Aktion Kinder des
Holocaust» im Bürgerlichen Waisenhaus hielt, dass sich
genau daraus die dramatischsten Formen von jugendlichem Extremismus
in Gruppen entwickeln. Kohler ortet jugendlichen Rechtsextremismus
vor allem im Freizeitbereich: Sie biete den einzigen Rahmen ohne
Leitungsverpflichtung, mit der Möglichkeit der Selbstdefinition,
mit der Möglichkeit, die Inhalte des persönlichen Tuns
auch selbst zu bestimmen. Gerade für Männer stelle die
Freizeit den Ort dar, «wo Emotionen unkontrolliert zugelassen
werden können». Kohler nannte in diesem Zusammenhang
die Fan-Eskalationen bei Fussballspielen oder Massenbesäufnisse.
Auf dem Weg zur integrierten, auf positiven Werten beruhenden
sozialen Identität sieht Kohler verschiedene Stolpersteine:
statt der Bildung einer eigenen Identität die Bildung einer
«anderen» Identität; das Suchen von Vereinfachungen
etwa im Populismus, im Konsumismus, im Extremismus; die Fokussierung
von Fremdem als Behinderung der eigenen Identität.
Das Ausbleiben eines Dialoges mit der Öffentlichkeit könne
zu einer Eskalation des Provokationsverhaltens, zu aggressivem
Verhalten gegen aussen führen. Es könne jedoch auch
genau das Gegenteil eintreffen: nämlich der Rückzug
ins Private, «vom psychischen Rückzug bis hin zum Missbrauch
von Genuss- beziehungsweise Suchtmitteln» - also aggressives
Verhalten, das gegen sich selbst gerichtet ist. Ihm als Sozialarbeiter
sei ein gegen aussen gerichtetes aggressives Verhalten «bei
weitem lieber». Denn dieses lasse die Chance, in den Dialog
zu treten und etwas zu bewirken.
Als Mittel öffentlicher Reaktionen zur Deeskalation gewalttätiger
Jugendlicher nennt Kohler die Möglichkeit der Intervention
polizeilicher und pädagogischer Art, aber auch die Mediation
zwischen Konfliktparteien. Jugendextremismus habe psychosoziale
Ursachen und sei, so Kohler, in den seltensten Fällen politisch
oder ideologisch motiviert. Vielmehr dienten politische oder ideologische
Äusserungen dazu, «provokativ den Appell zu unterstützen.
Nicht individualisierte Ursachenforschung, sondern ein Erkennen
des appellativen Charakters solch jugendlichen Verhaltens sollte
demnach als Fokus für die Analyse und die Entwicklung von
Massnahmen dienen.»


"Kommunikationsfähigkeit an Schulen ist gefragt"


Wenn
hier für eine Bildungsarbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und
Rechtsextremismus plädiert wird, dann liegt damit ein Missverständnis
nahe, das pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Sinne einer
folgenreichen Denkblockade versperrt: Wenn von Bildung die Rede ist,
dann assoziieren auch Pädagogen immer wieder das hoch
voraussetzungsvolle Arrangement seminaristischer Veranstaltungen und
rufen damit den Einwand auf, dass rechtsorientierte Jugendliche und
Erwachsene vielfach keinerlei Bereitschaft zeigen, sich auf
entsprechende Bildungsangebote einzulassen. Darauf bezogen ist zunächst
nur anzumerken, dass unter Bildung hier alle Formen gefasst werden, in
denen Einzelne und soziale Gruppen Möglichkeiten aufgezeigt werden,
ihre eigene Lebenssituation und die gesellschaftlichen Verhältnisse
angemessen zu begreifen.

Das spontane Gespräch etwa zwischen
einem Streetworker und einer Jugendclique ist so betrachtet ebenso als
pädagogische Bildungsarbeit zu qualifizieren wie der Unterricht in
einer Schulklasse, sofern es jeweils gelingt, Impulse zu setzen, die zu
einer Weiterentwicklung oder Neuorientierung grundlegender Sichtweisen
der Teilnehmer/Innen führen.



Quelle: AKdH, red, bpb


9 Kommentare

Kommentare zu Warum Jugendliche rechtsextrem werden!

 

CarolusMagnusCarolusMagnusam 29.09.08


@ Das Ding BACKES

Wegen des Phänomens der selektiven Wahrnehmung...

bereits am 4. Januar 2008 geschrieben.

LINK
In bezug auf das von dir angerissene Phänomens der selektiven Wahrnehmung...

habe ich bereits am 4. Januar 2008 geschrieben.

LINK

SonderlingSonderlingam 23.09.08


Ähm, ihr schreit ja nach mehr Aufklärung in der Schule ...
Aber ich kann euch eine andere Geschichte erzählen.

Zunächst einmal kommt Deutschland nicht vorwärts, wenn es mehr Verantwortung und damit auch Macht der Schule und damit den Lehrern gibt. Lehrer im allgemeinen, wollen dies nicht und können dies auch nicht leisten. Im dritten Reich hatte die Schule hohe erzieherische Verantwortung und das Ergebnis was erschreckend. Gleichschaltung nach Richtlinie. Gerade auch deshalb ist im Grundgesetz festgehalten, daß das Recht und die Pflicht auf/zur Erziehung den Eltern vorbehalten ist. Hier sehe ich einen Pfeiler auf dem unsere Freiheit ruht! Das Ergebnis sind viele verschiedene Meinungen und Einstellungen, welche an Jugendliche gerichtet werden.

Persönlich war ich auf einer Schule, die mit der Aufklärung ein wenig übertrieben hat. Ich fühlte mich eingeengt und war ständig gewillt dagegen zu rebellieren. Nun wäre eine Methode des Widerstand gegen die Lehrerschaft die einfachste gewesen, nämlich die mich rechtsextremistischer Symbole und Parolen zu bedienen. Da ich aber dem Gedankengut einfach nichts abgewinnen konnte, habe ich mich nach anderen Wegen umgeschaut und Wege gefunden. Ich habe es geschafft mich für die Mitte zu entscheiden, statt für links (mit den Lehrern gegen rechts) oder rechts (mit den rechten gegen links). Die Welt ist nicht so einfach, daß man dieses schwarz/weiß Gerüst aufrecht erhalten darf. Der Fehler der hier begonnen wurde, war Kindern und Jugendlichen nur 2 Optionen aufzuzeigen, zwischen denen man sich entscheiden musste. Unser Geschichtsunterricht bestand gefühlt nur aus dem 3. Reich und allem was sich damit verbinden ließ. Hätte man einen von uns gefragt wer Ghandi war, da wäre keine vernünftige Antwort gekommen.

Lösung: Kenn ich nicht. Aber gebt den Menschen mehr Horizont, statt sie ein zu engen. Ich könnte hierzu viel schreiben, was man machen könnte, habe aber in diesem Kommentarfeld nun nur noch 21 Zeichen übrig.

digefrdigefram 17.09.08


Für den schiefen Weg der Jugend gibt es eine einfache Erklärung: Es fehlt, angefangen in der Schulzeit, eine Beschäftigungsmöglichkeit. Auch die Arbeitslosigkeit und fehlende Möglichkeiten einer sinnvollen Beschäftigung geben großen Raum für Kriminalität. Mehr Geld für die Polizei statt Verteidigungshaushalt auf Platz 1 ! Kontrollen fehlen fast völlig. Was nützen da die Gesetze? Diese sind auch schon lange überarbeitungsreif! Hier brauchen wir sofortige Veränderungen, nicht mehr zusätzliches Geld, sondern Umpolungen!

TitanicladyTitanicladyam 24.06.08


Ich denke da was anderes. Die Jugendlichen wissen gar nicht was damals in der NS Zeit passiert ist und deshalb blind diesen Vereinen glauben. Leider Haben die auch keinen Verstand dar+über sich zu informieren. Es ist schrecklich zu hören was diese Leute für dummes Zeug reden und auch noch die schrecklichen Taten leugnen. Wie den Holocaus an anders denkende oder andersgläubige wie Juden, Zigeuner und andere Völker. Die dieser schrecklicher Diktator ermorden lies und das finde ich einfach schrecklich. Leider kapieren diese Jugend es nicht und laufen blauäugig diesen Rattenfängern hinterher. Wo soll das noch hin führen? Frage ich mich. Ich selbst würde es niemals wagen jemand wegen seines Glauben seiner Haut oder Handycap ärgern oder diskriminieren. MFG Titaniclady

martellomartelloam 01.03.08


Die Deutschen sind ein verlogenes Volk.Da wird geschrien nach Ausländer die sich hier durchschmarotzen
keine Gebetsbuden,keine Türkische Schulen und wenn die NPD maschiert und Ausländer raus und erstmal wir Deutschen,dann wird sich brüskiert ihhhhhhh und pfui.Wo sind die lichterketten für die zusammengeschlagenen Rentner
armes Deutschland

dasbrotdasbrotam 26.02.08


Sehe ich auch so. Allerdings wissen viele Ausländer ganz genau, was sie machen müssen, damit es in unserer sozialen Hängematte schön bequem ist.
UND NOCH WAS; WAS IST MIT DEN ALT-UND NEOKOMMUNISTEN IM BUNDESTAG ( Die Linke, oder besser SED / PDS) ? DIE sind eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung !

Alter_SackAlter_Sackam 26.02.08


Und gerade verfehlte Ausländerpolitik und soziale Schieflage sind wohl die Hauptgründe für das Abdriften nach Rechts. Wobei die Ausländerfeindlichkeit auch nur aus der sozialen Schieflage heraus resultiert.

Alter_SackAlter_Sackam 26.02.08


Das geht fast in die Richtung E.H.. Der ist auch viel in der Welt unterwegs gewesen und viele DDR-Bürger hatten den Eindruck, dass dem die Anerkennungen durch andere Staaten wichtiger als das eigene Volk waren. Nur kann man das wohl mit den Rechten von jetzt nicht vergleichen. War auch nicht so gemeint. Manchmal gibt mir dieser Rechtsdrall wirklich Rätsel auf. Ich kenne viele Jugendliche, na ja, da reichts in der Birne einfach nicht und die laufen den Rattenfängern einfach hinterher. Sind dann oft auch welche, aus sozial schwachen Schichten, die jedem Ausländer die Schuld an ihrer Lage geben. Sicher fehlt oft auch richtige Aufklärung, was ihre "Vorbilder" so alles vollbracht haben. Denn viele glorifizieren das dritte Reich, obwohl sie keinen Blassen von dem haben, was da wirklich los war, die Greuel teilweise auch noch leugnen.

breakingnewsbreakingnewsam 26.02.08


Weil sie in dieser aufgezwungenen EU kein Zuhause mehre sehen und weil die Deutschen Politiker mehr in China oder Texas sind als mit dem Volk!


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