2.91

Unternehmen brauchen „nützliche Fettpolster“

x 5
 
 
Unternehmen brauchen „nützliche Fettpolster“

Beitrag melden


„Lean“ droht in immer mehr Unternehmen in Magersucht auszuarten. Doch wie soll man ohne Reserven noch Marktchancen nutzen? Schlank allein ist nicht gleich effizient.

Auf handelsblatt.com weiterlesen

4 Kommentare

Kommentare zu Unternehmen brauchen „nützliche Fettpolster“

 

janutamerklejanutamerkleam 13.03.08


Klare Ansage: Ja,gerade der Mittelstand sollte sich klar sein, dass nicht alle Beraterideen passen. Und nur, weil eine Leanwelle durch Großunternehmen gelaufen ist, dürfte diese bei knappen und intelligenten Ressourcen im Mittelstand kaum zur Nachahmung empfohlen sein. Zur Motivationssteigerung trägt bei, den individuellen Freiraum im Kontext klar kommunizierter Ziele zu erhöhen. Zieldefinition und Vertrauen sind zwei Seiten einer Medaille, um als Mittelstand dauerhaft erfolgreich zu sein.

governatorgovernatoram 13.03.08


diese extreme könnten viel besser vermieden werden, wenn die verteilung viel regelmäßiger erfolgen würde, aber das scheint ja in den unternehmen eine sache der unmöglichkeit zu sein. damit die manager und vorstände mehr gehalt bekommen können, müssen an anderen ecken 2 fachkräfte entlassenw erden. dass damit aber die demotivation gesteigert wird und die restlichen arbeiter überlastet werden, daran denkt niemand!

oliver.hahroliver.hahram 13.03.08


"Nützliche" Fettpölsterchen statt Magersucht? Das scheint nicht der entscheidende Punkt zu sein. Eine klare Vorstellung von gemeinsam getragenen Zielen von Management und Miitarbeitern erscheint wichtiger, das sehe ich ähnlich wie Dr. Balzer. Wenn das Lean-Konzept scheitert, dann muss sich das Management fragen, warum. "Führen ist Service am Mitarbeiter" und "Offene Information und Feed-back-Prozesse" fordern das achte und neunte Prinzip des Lean Managements. Offener Dialog ermöglicht Transparenz, die nicht nur auf der Ebene der Prozesse, sondern auch auf der strategischen Ebene gefordert ist. Das Management sollte bereit sein, mit offenen Karten zu spielen und, falls möglich, die Mitarbeiter z.B. mit erhöhter Arbeitsplatzsicherheit oder Erfolgsboni für Effizienzsteigerungen zu belohnen, statt nach einer erfolgreichen Optimierung neue Entlassungsbriefe zu schreiben.Zu vermeiden sind dagegen übermäßig fette Managergehälter.

balzerconceptagbalzerconceptagam 13.03.08


Dr. Harald Balzer, Vorstandsvorsitzender der CONCEPT AG kommentiert:
„Lean“ wird immer unpopulärer. Wenn Konzernlenker schlankere Organisationen fordern, tausende von Mitarbeitern entlassen und sich zugleich selbst ein höheres Gehalt auszahlen, kann man verstehen, warum. Doch auch der Mittelstand macht Fehler: Wie eine aktuelle Umfrage der dänischen Zeitschrift „Ingeniören“ zeigt, gaben 42 % der befragten Mitarbeiter von Produktionsunternehmen an, dass „lean“ in ihrem Hause zu „Zeitverschwendung“ geführt habe. Statt sichtbar höherer Effizienz erlebten die Mitarbeiter einen steigenden Arbeitsaufwand mit detailgenauen Analysen und erhöhter Bürokratie. Manager müssen sich und ihren Mitarbeitern Klarheit geben: Was ist das Ziel der Schlankheitskur? Welchen Nutzen hat der Kunde und welche Nutzen die Mitarbeiter des Unternehmens (inklusive Management)? Dann kann „lean“ sogar zur Steigerung von Motivation und Effizienz beitragen und damit zu nachhaltigem Wachstum.


Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden

Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren