Artikel Analphabetismus in der Chefetage
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Analphabetismus in der Chefetage
Es ist schon erstaunlich: da lese ich seitenlange
Anforderungsprofile, die Arbeitgeber üblicherweise Ihren Mitarbeitern
abverlangen, so nach dem Motto:
21 Jahre jung
Abitur (mit 1 Durchschnitt)
abgeschlossenes Hochschulstudium
fließende Englischkenntnisse am besten durch 1 Jahr
Auslandsaufenthalt
10 jährige Berufserfahrung in verschiedenen Abteilungen
keine Familie/kein Privatleben
kein Schlaf erforderlich
am besten noch umsonst arbeiten – wer braucht schon ein
Gehalt?
und dann ist ein Chef selbst nicht einmal in der Lage,
Grundschulwissen wie Lesen, Schreiben und Sprechen richtig anzuwenden.
Da lege ich ganz sorgfältig einen Outlook Termin im Kalender
an, mit den Reisedaten (Abflug, Gate, Linie, Start- und Landezeit, Ankunft,
Sitzplätze, Uhrzeit des spätmöglichsten Check In, Taxibestellung, Meetingdaten,
Teilnehmer, Adresse) und werde trotzdem mindestens dreimal gefragt, wann und
wie und überhaupt…
Ist da ein Fehler im System?? Ist mein Chef zu faul zum
Lesen? Hört er so gerne meine Stimme? Ich hab ja auch so eine unheimlich
erotische Telefonstimme – daran wird’s wohl liegen…
Nicht zu vergessen, unsere Kommunikation. Ja, es ist ein
weites Feld! Ich habe noch nicht eine Email von meinem Chef erhalten, die
grammatikalisch und vom Ausdruck richtig war. Es ist keine Spur von Satzbau zu
erkennen, Groß- oder Kleinschreibungsregeln werden ignoriert, Wörter werden
vergessen …zusammenfassend kann man sagen, dass in meinem Anforderungsprofil
der Punkt „Hellsehen absolutes Muss“ gefehlt hat. Denn ohne meine Fähigkeit,
Gedanken lesen zu können, würde ich diese Arbeit wohl nicht bewältigen können.
Es ist eine Sache, das Medium email als schnelles Kommunikationsmittel zu
benutzen. Aber es ist eine andere Sache, die mit email erleichtert werden soll:
Kommunikation. Doch Kommunikation wird leider nicht dadurch erleichtert, in dem
man die Formen ignoriert. Damit diese Art der Kommunikation funktioniert,
sollten doch trotzdem einige Regeln befolgt werden. Schließlich ist es auch
eine Sache der Höflichkeit, wie wir miteinander kommunizieren – die Höflichkeit
sollte in der Chefetage nicht aufhören, oder? Dort sollte sie ganz bewusst
eingesetzt werden, schließlich gelten „Vor“-Gesetzte doch auch als
„Vor“-Bilder….
3 Kommentare
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Kommentare zu Analphabetismus in der Chefetage
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Wie wahr, Wie wahr :) . Im fernsehen kommen ja öfter so Stories wo die "vielleicht Azubis" zu dämlich sind um 1+ 3 zu rechnen das es aber auch viele Chef's gibt die mit modernem workflow rein gar nichts anfangen können ist noch viel zu wenig bekannt.
Da würde ich aber noch hinzufügen: Sie hören sich auch gerne reden. Dabei geht es nicht um Informationsvermittlung, denn das Gesagte ist schon längst bekannt. Es geht rein um Demonstration von Macht :-)
HAHA. Wie recht du hast. Da kann ich direkt meinen Namen hier drunter setzen. Ich bin so am lachen. Geil geschrieben, weiter so !!