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Artikel Fairer Milchpreis und faire Verhandlungen

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Fairer Milchpreis und faire Verhandlungen

Der Lieferboykott der Milchbauern ein Ende.


Bundeslandwirtschaftsminister
Horst Seehofer ist es gelungen, durch eine ausgewogene
Verhandlungsführung alle Beteiligten zu einer einvernehmlichen Lösung
zu bewegen. Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich die großen
Supermarktketten jetzt dazu bereiterklären, einen fairen Milchpreis
auszuhandeln. Die Milchproduzenten brauchen eine angemessene Vergütung
und langfristige Planungssicherheit, um auch weiterhin eine hohe
Qualität der Milchprodukte zu gewährleisten.


Nach Auswertung der amtlichen Statistiken und der Daten der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP)
sind in Deutschland im ersten Quartal 2007 die Auszahlungspreise für
Milch mit 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß um 0,7 Cent/kg auf 27,4 Cent/kg
gestiegen. Nach Angaben der ZMP hat sich der Vorsprung im März auf 0,8
Cent/kg erhöht. Der Milchpräsident des Deut-schen Bauernverbandes (DBV),
Udo Folgart, machte aber deutlich, dass dies nur der An-fang einer
Trendwende hin zu besseren Milchauszahlungspreisen sein kann. Er geht
davon aus, dass im weiteren Verlauf des Jahres 2007 noch mit einer
kräftigen Erhöhung der Milchauszahlungspreise zu rechnen ist.

Nach Auffassung Folgarts haben die Molkereien in den laufenden
Listungsgesprächen mit dem Einzelhandel sehr gute Karten, die
geforderten Preisanhebungen auch durchzusetzen. So ist der aus Butter-
und Magermilchpulverpreisen abgeleitete Rohstoffwert für Milch binnen
eines Monats um 2,9 Cent auf 34,52 Cent/kg Milch (3,7% Fett, 3,4%
Eiweiß) gestiegen. Unerwartet erfreulich hätten sich auch die Preise
für abgepackte Butter entwickelt. Seit Anfang Mai seien die Preise für
dieses Produktsegment deutlich gestiegen, was aufgrund der Entwicklung
in den letzten Jahren für diese Jahreszeit als sehr ungewöhnlich gilt.
Hier zeigen sich nach Ansicht von Folgart die Auswirkungen der sehr
stabilen Marktlage für Milch und Milchprodukte sowohl auf dem deutschen
und europäischen Markt als auch auf dem Weltmarkt. Da in der
Intervention keine freien Butterbestände mehr zur Verfügung stehen, sei
auch eine knappe Versorgungslage im Herbst nicht auszuschließen - mit
entsprechender Auswirkung auf die Preise.


Voraussichtlich wird daher auch der letzte Schritt der
EU-Interventionspreissenkung für Butter zum 1. Juli 2007 keine
Auswirkung auf die Buttermärkte haben, sagte Folgart.


Über dem EU-Schnitt ist Österreich


Diese
Entwicklung bekamen in stark abgemilderter Form zuletzt auch die
österreichischen Milchbauern zu spüren: Der durchschnittliche
Erzeugerpreis ist zwischen Januar und April 2008 laut Berechnungen
der Agrarmarkt Austria von 40,45 auf 39,52 Cent gesunken. Im April 2007
waren es nur 28,72 gewesen (ebenfalls netto bei 3,7 Prozent Fett und
3,4 Prozent Eiweiß). Für Milch mit 4,2 Prozent Fett gab der
Preis von 41,92 Cent im Jänner 2008 auf 40,98 Cent im vergangenen
April nach. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Obwohl
die österreichische Milchwirtschaft durch die im internationalen
Vergleich kleine Struktur, sowohl auf Erzeugerebene wie teilweise auch
bei den Verarbeitungsbetrieben, eher benachteiligt ist, bewegten sich
die österreichischen Erzeugerpreise in den vergangenen Monaten
deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Das geht aus
einem von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, für März
2008 durchgeführten Vergleich der Erzeugerpreise hervor. Mehr als
in Österreich (41,5 Cent auf Basis tatsächlicher
Inhaltsstoffe) wurde damals nur in Zypern, Griechenland und Spanien
bezahlt.

Auch die Ergebnisse des von der niederländischen
Bauernorganisation LTO regelmäßig angestellten
Milchpreisvergleichs unter den größten 15 Molkereien in acht
wichtigen Milcherzeugerländern der EU sehen für
Österreich sehr günstig aus.

Im April 2008 zahlten die
verglichenen Molkereien, da­runter tatsächliche "Milchriesen"
wie Nordmilch in Deutschland, Arla Foods in Dänemark oder
Friesland Foods in Frankreich, für Milch mit 4,2 Prozent Fett und
3,4 Prozent Eiweiß (Keimzahl 24.999) zwischen 35,85 Cent
(Milcobel in Belgien) und 28,31 Cent (First Milch in
Großbritannien). Im Durchschnitt waren es netto nur 32,80 Cent
(siehe auch den Infokasten rechts). In Österreich waren es im
selben Monat 40,98 Cent.

Zu bedenken ist bei diesen Zahlen, dass
LTO zwar beim Fett- und Eiweißgehalt mit denselben Werten wie in
Österreich rechnet, bei der Menge allerdings mit einer
Jahresliefermenge von 500.000 kg Milch, also dem Achtfachen des
österreichischen Durchschnittsbetriebs. Würde der Preis in
Österreich ebenfalls auf dieser Basis berechnet, wäre der
Unterschied wohl noch größer.

Obwohl auch der
Milchmarkt künftig starken Schwankungen ausgesetzt sein
dürfte, ist der Geschäftsführer der Vereinigung
österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Johann
Költringer, zuversichtlich, "dass der Milchpreis im Jahresschnitt
2008 nach derzeitiger Einschätzung höher sein wird als im
Vorjahr".

Josef Moosbrugger, Präsident der
Landwirtschaftskammer Vorarlberg und Obmann des Milchausschusses in der
LK Österreich, hält es für "gefährlich, wenn gerade
in der jetzigen Situation der Milchpreis gesenkt würde".





Lebensmittel waren noch nie von so hochwertiger Qualität und trotzdem so preisgünstig wie heute.


Bäuerinnen, Bauern und
Verbraucher können sich gemeinsam für einen besseren
Milchpreis stark machen.


Jeder, der bei der Unterschriften-Aktion
mitmacht, erklärt sich solidarisch mit den um gerechte
Erzeugerpreise kämpfenden Milchbauern.


Die Milchbauern wehren sich heftig und mit aller Kraft gegen die ruinöse Preisgestaltung im Lebensmittel-
einzelhandel. Im März 2008 senkte der Handel die Preise für
Milchprodukte drastisch, so dass die Bauern von dem Milchgeld die
Produktionskosten nicht mehr decken können.

Nach den Bauernprotesten der letzten beiden Wochen hatte der Lebensmitteleinzelhandel Milchpreis-Erhöhungen angekündigt, die nun flächendeckend umgesetzt werden müssen.



Jeder, der bei der BBV-Aktion mitmacht und unterschreibt, fordert
die Vorstände und Geschäftsleitungen der großen
Handelsunternehmen von Aldi, Lidl, Edeka, Rewe, Netto und Norma
auf, den Milchbauern einen gerechten Preis für hochwertige Milch
zu zahlen.



4 Kommentare

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Kommentare zu Fairer Milchpreis und faire Verhandlungen

 

Jerryberlin2008Jerryberlin2008am 28.07.08


Und, was sagen die Kühe dazu?

TarantelTarantelam 25.06.08


Warum soll das anders sein? In Bayern snd bald Landtagswahlen. Und da muss Seehofer punkten.
Allerdings auf Kosten der Verbraucher,aber die merken sowieso nichts. Nicht für alle sind die Regeln in der
Marktwirschaft gleich,da gibt es schon einige Besitzstandsbewahrer!!

KnutRichterKnutRichteram 24.06.08


Der Markt regelt die Preise.Und da hilft auch kein Milchstreik. Im Gegenteil. In anderen Branchen ist es ganz normal, das Betriebe die nicht marktfähig sind, in die Insolvenz gehen. Warum soll es in der Landwirtschaft anders sein?

danieladanielaam 24.06.08


Ich bin schon dafür das die Bauern einen guten Preis für ihre Milch erhalten. Wenn die Supermärkte und Handelsketten allerdings den Preis nicht an die Verbrauer weitergeben werde ich mich darüber nicht aufregen.


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