Artikel Expandierende Sommerterrassen zieren den Hackeschen Markt

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Expandierende Sommerterrassen zieren den Hackeschen Markt


Expandierende
Sommerterrassen zieren den Hackeschen Markt



Immer mehr Wirte vereinnahmen die Gehwege
durch expandierende Terrassen für sich. An sich nicht weiter
tragisch, schließlich sind Gehwege in Deutschland breit genug angelegt.


Man sollte es positiv sehen, es gibt einem
das Gefühl durch die belebten Innenstädte Spaniens oder Italiens zu
schlendern. Da ist was los, Leben pur, und das reichlich. Es wird geplaudert,
gelacht, alles ist enger beisammen.


So eine seelische Vitaminspritze kann den Deutschen nur gut tun, aber
anstatt ein behagliches Gefühl anzunehmen, wird natürlich, wie es fast immer
so ist, wenn etwas nicht 100%ig der Rechtsordnung entspricht, dagegen
vorgegangen. Da wundern einen die ständigen Pleiten und der sukzessive gastronomische
Untergang im letzten Jahrzehnt nicht mehr.


Von wegen, es gibt manchmal kein Durchkommen
mehr. In anderen Ländern funktioniert es wunderbar und die Zeitgenossen sind
deswegen nicht weniger glücklich.


Allein sich des Ausdrucks „Wirte
beschlagnahmen öffentliches Straßenland“ zu bedienen oder von „Nötigung“ zu
sprechen, ist doch ein Witz und wirkt wie der Kampf gegen schwerkriminelle Machenschaften.


Dass Wirte natürlich ihr Interesse verfolgen,
ist klar. Aber streben wir dem nicht alle nach? Ist es nicht nur gerecht, dass
jeder etwas vom Kuchen abhaben möchte? Soziale Marktwirtschaft, wo ist sie
geblieben, das jedenfalls ist sie nicht.


Der Staat soll nur bedingt eingreifen, legt
den Menschen aber Handschellen an. Den signifikanten Dingen, wie den steigenden
und bald undbezahlbaren Ölpreisen, steht man angeblich machtlos gegenüber. Hier
beruft man sich auf die Unabhängigkeit der Ölkonzerne. Unsinn!


Wie dem auch sei, Wirte, vor allem am
Hackeschen Markt, können sich auf eine
härtere Gangart von „Vater“ Staat einstellen. Unter anderem wird man ihnen
auferlegen Terrassentische zu reduzieren und gut sichtbare Lagepläne, aus denen
hervorgeht wie viele Tische genehmigt wurden, auszuhängen.


Es kommt aber noch besser: die Bußgelder
sollen stärker an den tatsächlichen Gewinn der Kneipen angepasst werden. Jene, die
sich nicht an die Regeln halten, werden die überschüssigen Tische mittels
SGA-Lastern entzogen, unabhängig der gegenwärtigen Kundschaft.


Wer dann also plötzlich ohne Tisch da sitzt,
kann sich bei SGA-Chef Harald Büttner bedanken, der die Sache ins Rollen gebracht hat.


Ich bedanke mich schon mal im Voraus für
NICHTS!



1 Kommentar

Kommentare zu Expandierende Sommerterrassen zieren den Hackeschen Markt

 

LaolaLaolaam 25.06.08


oje, da können sich die gastwirte ja mal auf was gefasst machen.

bekommt man als gast eigentlich auch ne strafe auferlegt, wenn man einen stuhl verrückt oder zu seinen freunden an einen anderen tisch zieht (mit stuhl)? ich bekomme schon angst ;)


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