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Artikel KAMPF DEM BENZINWUCHER Wir lassen jetzt unser Auto stehen!

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KAMPF DEM BENZINWUCHER Wir lassen jetzt unser Auto stehen!

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Mit vollgetanktem Sportflitzer durch die City brettern – das
kommt wohl nur noch für fußballverrückte Autokorso-Fans
in Frage. Die Sprit-Preise an unseren Tankstellen schießen
explosionsartig in die Höhe.


Die Rekordpreise an den Tankstellen sorgen für eine neue Debatte
um eine Rückkehr zur Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer: Die
nicht absehbare Entwicklung der Treibstoffpreise zwinge zum Handeln,
sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der die volle
Wiedereinführung der Pauschale verlangte.


Die alte Pendlerpauschale von 30 Cent je Kilometer war 2007 als Beitrag
zur Sanierung der Staatsfinanzen abgeschafft und durch eine
Härtefallregelung für Fernpendler ersetzt worden. Ob das
verfassungskonform war, will das Bundesverfassungsgericht noch in
diesem Jahr entscheiden. Glos sagte, die Regierung solle nicht auf das
Urteil warten, sondern jetzt aktiv werden.


Bundesumweltminister Sigmar Gabriel schlug dagegen eine gezielte
Pendlerpauschale für Geringverdiener vor, die sich keine
spritsparenden Autos leisten könnten. "Heute bekommen Gut- und
Besserverdiener über die Steuer eine hohe Pendlerpauschale,
während Arbeitnehmer, die wenig verdienen, wenig oder gar nichts
über die Pendlerpauschale zurückbekommen", sagte Gabriel der
"Bild"-Zeitung. Das sei "unsinnig und ungerecht" und solle daher
geändert werden.


Nach Vorstellung des Ministers sollen diejenigen stärker
gefördert werden, die wenig verdienen, viel fahren müssen und
sich neue, spritsparende Autos nicht leisten können. Nach Angaben
eines Ministeriumssprechers wird überlegt, wie auch sie lange
Fahrten besser steuerlich anrechnen können.


Der Staat trage die Verantwortung, sagt die FDP


Die FDP sprach sich für die Abschaffung der Kfz- und der
Ökosteuer aus. "Die wahren Ölscheichs sitzen in Berlin",
sagte Parteivize Rainer Brüderle und stellte die Energiesteuern
insgesamt in Frage. Für zwei Drittel der Tankrechnung trage der
Staat die Verantwortung, sagte Brüderle der "Frankfurter
Rundschau".


Gabriel nannte das "verantwortungslose Propaganda zu Lasten der
Rentnerinnen und Rentner". Schließlich diene der
größte Teil der Ökosteuereinnahem der Entlastung bei
den Beiträgen zur Rentenversicherung, sagte der SPD-Politiker.


Ein Liter Superbenzin kostet derzeit erstmals über 1,50 Euro.


Damit sind die Spritpreise in diesem Jahr dem Deutschen Institut
für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge schon um 20 Prozent
gestiegen.


"Im Herbst wird der Gaspreis dann auch um 20 Prozent
steigen", sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert. Auch beim Strom zeige die
Entwicklung weiter nach oben. Die weltweite Nachfrage und Spekulanten
hatten den Rohölpreis binnen zwölf Monaten um fast 90 Prozent
auf 125 Dollar je


Spritpreis noch 2008 bei zwei Euro


Ein Ende des Preisauftriebs ist nicht in Sicht.
„Spätestens in sechs Monaten liegt der Benzinpreis bei zwei
Euro“, sagte Aribert Peters gegenüber unserer Redaktion. Der
Präsident des Bundes der Energieverbraucher ist sicher: „Die
Förderkapazitäten sind kaum noch zu steigern. Gleichzeitig
steigt die weltweite Nachfrage vor allem in Ländern wie Indien und
China dramatisch an.“


Darauf könne der Markt gar nicht anders als mit
weiter steigenden Preisen reagieren: „Wenn das Angebot nicht
gesteigert werden kann, muss die Nachfrage runter. Das regelt der Markt
über den Preis.“


Auch das genaue „Wie“ hat der Bund der
Energieverbraucher anhand von Langzeitbeobachtungen statistisch
ermittelt: Wenn der Rohölpreis sich verdoppelt, geht die Nachfrage
kurzfristig um zehn Prozent, langfristig um 70 Prozent zurück.
Grund: Je höher der Ölpreis, desto stärker der Druck,
spritsparende Techniken zu verwenden.


Gewaltiger Anteil Steuern


Der
Mineralölwirtschaftsverband (MWV) ist weniger pessimistisch:
„Wir halten Spritpreise von zwei Euro noch in diesem Jahr
für unwahrscheinlich“, sagte eine Sprecherin.
Ausschließen wollte sie das jedoch nicht. Den größten
Anteil am Benzin- und Dieselpreis machen die Steuern aus. Ohne
Mehrwert- und Mineralölsteuer hätte der Liter Super im April
im Schnitt knapp 55 statt 143 Cent je Liter gekostet. Pro Liter werden
65,5 Cent Mineralölsteuer fällig, hinzu kommt die
Mehrwertsteuer von 19 Prozent.


Viele Deutsche suchen deshalb nach
Möglichkeiten, wie sie ihre Kosten für Treibstoff reduzieren
können. Sie rüsten ihr Auto auf Gas um, holen das Fahrrad aus
dem Keller oder gehen schlichtweg zu Fuß.
* Erdgas Die Zahl der Erdgasfahrzeuge steigt permanent.
In Deutschland sind es derzeit rund 60 000. Im Vergleich zu Benzin ist
das Tanken von Erdgas erheblich günstiger. Das Kilo liegt bei etwa
95 Cent. Ein Kilo Erdgas entspricht 1,5 Liter Benzin. Alle namhaften
Automobilhersteller bieten Serienfahrzeuge mit Erdgasbetrieb an. Sie
kosten allerdings 1000 bis 3000 Euro mehr. Wer bereits ein Auto mit
Benzinmotor besitzt, kann sein Fahrzeug auf Erdgas umrüsten.
Nachteil: Der Gastank wird dabei im Kofferraum installiert. Das mindert
den Stauraum.
Viele Energieversorger fördern die
Anschaffung eine Erdgasfahrzeugs mit Rabatten und Tankgutscheinen.


Die
Berliner Gasag fördert die Neuanschaffung eines Ergasfahrzeugs
oder dessen Umrüstung mit 333 Euro Tankzuschuss. Im Gegenzug muss
man aber auch für zwei Jahre mit einem Aufkleber der Gasag
umherfahren.



* Autogas Autogas ist etwas teurer als Erdgas. Das
Flüssiggas kostet zurzeit etwa 73 Cent pro Liter. Allerdings
verbrauchen Autogasfahrzeuge im Schnitt 15 Prozent mehr Treibstoff als
Benziner. Insofern spart man beim derzeitigen Spritpreis von über
1,50 Euro pro Liter etwa 44 Prozent an Treibstoffkosten. Der Umbau
kostet 1800 bis 2700 Euro.
Die Reichweite ist höher als bei
Erdgasfahrzeugen, die oft nur 250 bis 300 Kilometer pro
Tankfüllung schaffen. Mittlerweile gibt es in Deutschland 3700
Tankstellen, die Autogas anbieten. In Berlin bieten 45 Tankstellen
Autogas an. Deutschlandweit fahren 235 000 autogasbetriebene Fahrzeuge.
Die Nachfrage ist stark gestiegen. Bei der Firma
Tartarini, einer der größten Importeure von Gasanlagen,
wurden im Juni 20 Prozent Bestellungen von Werkstätten
registriert. Als Grund nennt das Unternehmen gestiegene Benzinpreise.



* Mitfahrzentralen Oliver Hand, Elektronikentwickler aus Aachen,
teilt sich seit zwei Monaten seinen Arbeitsweg mit anderen. Seine
Arbeitsstelle liegt in einem Industriegebiet in Köln-Porz. Er muss
jeden Tag 70 Kilometer pendeln. Mit Bus und Bahn ist das kaum zu
schaffen. Das Industriegebiet ist schlecht angebunden. Er ist also auf
das Auto angewiesen. "Benzin ist mittlerweile so teuer geworden, dass
ich mir die Fahrt mit anderen teile", erklärt der 31-Jährige.
"So spare ich 200 bis 250 Euro pro Monat."
Javor Milev, Pressesprecher der EuropeAlive
Medien GmbH, die die Portale www.mitfahrzentrale.de und
www.pendlernetz.de betreibt, kann bestätigen, dass sich immer mehr
Pendler wie Oliver Hand zusammenschließen: "Seit gut zwei Jahren
stellen wir fest, dass unsere Dienste nicht nur von Studenten, sondern
auch von Berufspendlern genutzt werden. Die Menschen suchen nach
Alternativen, um die Spritkosten zu reduzieren." In den letzten Monaten
konnte er einen deutlichen Anstieg bei der Nutzung von
Mitfahrgelegenheiten verzeichnen.



* Fahrrad Um Benzin zu sparen, steigen immer mehr
Bürger auf den Drahtesel um. 2007 wurden in Deutschland 4,6
Millionen Fahrräder verkauft. Das sind rund vier Prozent mehr, als
im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr kündigt sich nach einer
Branchenbefragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein
"deutliches Plus" bei den Fahrradverkäufen an.
Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehr
in Berlin hat sich stark vergrößert. "Verglichen mit 2001
waren im letzten Jahr 18 Prozent mehr Radfahrer auf Berlins
Straßen unterwegs", sagt die stellvertretende Landesvorsitzendes
des ADFC, Susanne Grittner. Die größte Zunahme gab es in
Mitte und Kreuzberg mit fast 40 Prozent. Neben den hohen
Treibstoffpreisen sei auch ein gestiegenes Umwelt- und
Gesundheitsbewusstsein ein Grund für die Zunahme. Das Fahrradnetz
in Berlin erstreckt sich über fast 800 Kilometer.
Auch der Zweiradindustrieverband (ZIV)
erklärt, die Fahrradnutzung insgesamt habe zugenommen. Das sei am
Absatz der Verschleißteile abzulesen.



* Fußgänger In Zeiten explodierender Spritpreise wird auch
die Urform menschlicher Fortbewegung wieder beliebter: das
Zu-Fuß-Gehen. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland
Fuß e.V. in Berlin begrüßt sogar die steigenden
Benzinpreise. "Dadurch laufen deutlich mehr Menschen zu Fuß",
berichtet Stefan Lieb, Pressesprecher des Verbands. "Zunächst
reagieren die finanziell schlechter Gestellten. Aber zunehmend gehen
auch Leute, die sich die Autofahrt leisten könnten, zu Fuß."
Lieb ist sicher, dass sich die Zahl der Fußgänger durch den
demografischen Wandel ohnehin erhöhen wird. "Viele ältere
Autofahrer werden physisch gar nicht mehr in der Lage sein, Auto zu
fahren." Um Fußgängern vor allem in Großstädten
die Fortbewegung per pedes zu erleichtern, fordert Lieb vor allem
bessere Gehwege. "Die Anzahl ist in Berlin ausreichend. Aber an der
Qualität mangelt es", so der begeisterte Fußgänger
Lieb. Die Ausbesserung habe stark nachgelassen, fehlende Steine und
Absackungen sorgten für Stolperfallen. Auch behinderten geparkte
Autos und abgestellte Fahrräder häufig den
Fußgängerverkehr. Allen Umsteigern empfiehlt Lieb gutes
Schuhwerk, regenfeste Kleidung und Rucksack statt Tasche. Auch gibt es
für Fußgänger viele Schleichwege. "Die sind oft
kürzer und schöner, als man denkt", schwärmt Lieb. Der
Pharus-Verlag gibt Stadtpläne der größten deutschen
Städte heraus, die neben den üblichen Informationen besondere
Fußgängerkarten beinhalten. Mehr Informationen auf
www.fussgaenger-stadtplaene.de.



Der Bundesverband der
Spediteure fürchtet wegen der geplanten Mauterhöhung eine
Pleitewelle. 3000 der bundesweit 55000 Betriebe müssten dann
Insolvenz anmelden. Unterdessen hat das Kabinett das zweite Klimapaket
verabschiedet, das die Mauterhöhung beinhaltet.


Das Paket sieht noch
weitere Maßnahmen vor, die den Klimawandel abschwächen
sollen: die Bürger müssen künftig bei alten und auch bei
neuen Gebäuden mehr Energie sparen, und das Stromnetz wird
ausgebaut. Die Umstellung der Kfz-Steuer von Hubraum auf
Abgas-Ausstoß wurde verschoben. Bundestag und Bundesrat
müssen noch zustimmen.


Umweltminister Gabriel (SPD) sagte, mit beiden Paketen seien
Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, die bei Umsetzung für
35 bis 36 Prozent weniger CO2-Ausstoß sorgen würden.


Laut Verkehrsminister Tiefensee (SPD) wird die Maut für Lkw im
Schnitt von 15 Cent auf 16,2 bis 16,3 Cent je Kilometer angehoben. Der
Staat nehme 850 Millionen Euro mehr ein, die in Investitionen
flössen. Allerdings werde die Maut auf die unterschiedlich
großen Lkw stärker gespreizt, so dass ein Anreiz zu
saubereren Fahrzeugen geschaffen werde.


Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands
Güterverkehr, Logistik und Entsorgung, Schmidt, kritisierte die
Erhöhung als "gnadenloses Existenzvernichtungsprogramm" im
mittelständischen Transportgewerbe. Es gehe um "reines Abzocken".
Die Kraftstoffpreise stiegen so schnell, dass eine Weitergabe dieser
Kosten in den Märkten allenfalls zeitversetzt und nur zum Teil
gelinge. Viele Regierungen würden dem Transportgewerbe helfen,
während in Deutschland tausende Arbeitsplätze und
mittelständische Existenzen auf dem Spiel stünden.


Greenpeace warf der Koalition vor, sie verfehle ihr Klimaschutzziel.
Die Regierung werde "mit ihrem verwässerten Klimaprogramm nur auf
knapp 30 Prozent Einsparung kommen". Mehrere Umweltverbände
protestierten vor dem Kanzleramt gegen Kohlekraftwerke



Vor allem Spediteure, Bus- und Taxiunternehmer sind von den Rekordpreisen betroffen, einige sind kurz vor der pleite wie der Stenn, RP und Bild berichten .


Was ist uns noch zuzumuten?


Wird durch den Benzinpreis alles Teurer?



Quellen: Stern, IHK, Spiegel, DPA, EHV-NRW,





1 Kommentar

Kommentare zu KAMPF DEM BENZINWUCHER Wir lassen jetzt unser Auto stehen!

 

gandalfgandalfam 04.07.08


Ich empfehle ja das Fahrrad, das ist in der Stadt zumindest schneller als das Auto und meist auch schneller als der Weg per Fuß zum öffentlichen Nahverkehr und von dort dann zum Arbeitsplatz.


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