Artikel Die Armut in NRW nimmt zu und niemand schaut hin !!
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Immer mehr Menschen wachsen die Schulden über den Kopf.
Wie aus dem neuen NRW-Sozialbericht hervorgeht, gelten landesweit 720000 Personen als überschuldet (Stand 2007) - das sind 6,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Entwicklung führt Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) auch auf die verkürzte Zahlung des Arbeitslosengeldes zurück: „Da wird der Betroffene jetzt rascher nach Hartz IV durchgereicht.“
In Nordrhein-Westfalen erhalten ausländische Kinder häufiger Sozialgeld (SGB II) als deutsche Kinder.
Das belegt der "Wegweiser Demographie" der Bertelsmann Stiftung. Unter www.wegweiser-demographie.de stellt die Bertelsmann Stiftung erstmals Daten zur Integration von Zuwanderern für jede einzelne Kommune des Landes online zur Verfügung. Durchschnittlich bezogen im Jahr 2006 in den untersuchten kreisfreien Städten des Landes 23 Prozent der unter 15-Jährigen Sozialgeld; bei den Ausländern lag das Mittel bei 38 Prozent.
Nicht tatenlos hinnehmen will der Minister die Tatsache, dass Kinder noch immer ein Armutsrisiko sind. Das Einkommen von Personen in Familien liege 18 Prozent unter dem durchschnittlichen Einkommen; bei Alleinerziehenden betrage der Abstand sogar 36 Prozent. Deshalb setze die Landesregierung alles daran, die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei bis 2010 auf 20 Prozent aufzustocken, sagte Laumann bei der Vorstellung des Sozialberichts.
Als einkommensarm gelten in NRW fast 2,6 Millionen Menschen - 815000 Kinder und Jugendliche sowie 1,85 Millionen Erwachsene.
Das entspricht 16,3 Prozent der Bevölkerung. 2000 waren es 13,7 Prozent. Der Berechnung liegt das Durchschnittseinkommen in NRW zugrunde, das 2005 bei 1229 Euro lag. Einkommensarm ist demnach, wer weniger als die Hälfte (615 Euro) bekommt. Besonders prekär ist die Lage bei den Zugewanderten. Etwa ein Drittel (1,3 Millionen) der über vier Millionen Menschen lebt in einkommensschwachen Haushalten; bei den Türkischstämmigen sind es sogar 44 Prozent. Mehr als 25 Prozent der Türken, die arbeiten könnten, sind erwerbslos.
Sprache und Bildung sind laut Laumann der Schlüssel für einen Stopp der „Teufelsspirale“ in die Armut. Der Minister kündigte an, in Kürze Vorschläge für Kapitalbildung in Arbeitnehmerhand vorzulegen. Außerdem plädiert er für weitere branchenbezogene Tarifvereinbarungen für den unteren Lohnbereich nach dem Vorbild des Gaststättengewerbes in NRW.
Armut – ein Stadtproblem
Der höchste Anteil ist in Bielefeld zu finden: Hier lebte fast die Hälfte (47 Prozent) der Ausländer dieser Altersgruppe in Bedarfsgemeinschaften, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) erhielten. In den Kreisen ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die Leistungen nach SGB II empfangen, wesentlich niedriger als in den Städten. Mitte 2007 waren dies durchschnittlich 15 Prozent. Auch hier zählen Ausländer mit 31 Prozent wesentlich häufiger zu den Beziehern.
Ausländer häufiger betroffen
Darüber hinaus enthält der Wegweiser auch Daten zur Integration der Ausländer in Bildung und Ausbildung sowie zum Arbeitsmarkt. Er zeigt beispielsweise, dass der Anteil von Ausländern, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, mit 14 Prozent doppelt so hoch ist wie der allgemeine Prozentsatz. Umgekehrt erlangten rund 26 Prozent der nordrhein-westfälischen Schulabgänger zum Ende des Schuljahres 2004/2005 die allgemeine Hochschulreife, während nur 10 Prozent der ausländischen Schulabgänger diesen Abschluss erreichten. Allerdings schneiden diejenigen Zuwandererkinder, die bereits eingebürgert sind, weitaus besser ab.
"Die Daten für NRW zeigen deutlich, dass man bei den Kindern ansetzen muss. Frühkindliche Förderung und Qualifizierung von klein auf bieten die Chance, Potenziale zu entdecken, zu fördern und auch morgen trotz des demographischen Wandels die nötigen Fachkräfte zu haben", sagte Claudia Walther von der Bertelsmann Stiftung. "Jede Kommune hat nun die Möglichkeit, anhand der für sie verfügbaren Daten spezifische Schwerpunkte in diesem Bereich zu setzen. Zudem ist es richtig, Einbürgerungen zu fördern, da bei dieser Gruppe die Integration bisher besser gelingt."
Die Kinderarmut ist in Duisburg besorgniserregend. Viele Kinder gehen morgens ohne Frühstück zur Schule und ihre Eltern können das Geld für die Schulbücher nicht bezahlen. Mehr als ein Viertel der unter 15-Jährigen in Duisburg leben von Sozialgeld. Das sind knapp 19 000 Kinder.
So lauten die Ergebnisse eines Vortrags von Diplom-Sozialwissenschaftler Henning van den Brink. Er arbeitet an der Universität Duisburg-Essen und wurde gestern von der SPD-Ratsfraktion als Experte zum Thema „(Kinder)Armut in Duisburg“ ins Rathaus eingeladen. Die ebenfalls als Referenten angekündigten Prof. Dr. Hermann Strasser und PD Dr. Gerd Nollmann hatten kurzfristig abgesagt.
Ein Problem von Stadtteilen?
Problemstadtteil Hochfeld
Kinderarmut bedeutet nicht, dass die Kleinen auf der Straße leben und betteln müssen. Offiziell gilt als arm, wer seinen Lebensunterhalt mit weniger als der Hälfte des deutschen Durchschnittseinkommens bestreiten muss. In der Praxis bedeutet arm sein aber vor allem Vernachlässigung.
Daher sind die Herkunft aus einer Harz IV-Familie, Überschuldung des Elternhauses und Migrationshintergrund auch bloß als Indikatoren zu verstehen, jedoch als die hauptsächlichen, erläuterte der Experte. „Das Dilemma wird sichtbar, wenn man sich nur mal die Situation in den weiterführenden Schulen anschaut. Weniger als 25 Prozent der Kinder besuchen in Hochfeld nach der Grundschule das Gymnasium. Und Hochfeld ist neben Marxloh ein Stadtteil mit besonders hohen Anteil an armer Bevölkerung. Mehr als ein Viertel der Menschen leben hier von Hartz IV“, so Henning van den Brink in seinem Vortrag
In der an das Referat anschließenden Diskussion wurde die Frage beleuchtet, was die Kommunalpolitik gegen die Kinderarmut unternehmen könne. Natürlich sei es aus der finanziellen Lage der Stadt heraus ausgeschlossen, den Eltern mehr Geld zu geben. Also müsse das Bildungsangebot ausgeweitet werden.
Die Schule als einen Ort sozialen Ausgleichs fördern und möglicherweise sogar eine Kindergartenpflicht einführen, das seien Ansatzpunkte, so der Sozialwissenschaftler. Das Risiko körperlicher, gesundheitlicher und sozialer Vernachlässigung sei schließlich schon mal verringert, wenn die Erziehung der Kinder im Vorschulalter nicht den Eltern überlassen werde.
Und schließlich gebe es noch die Möglichkeit, das kulturelle Angebot für die Kinder zu erweitern. Durch Mitgestaltung und Erleben werde das Selbstwertgefühl ungemein gestärkt. Van den Brink hat auf diesem Gebiet eigene Erfahrungen gesammelt. Er ist Mitarbeiter des Projekt Ku.Ki, an dem die Uni Duisburg-Essen beteiligt ist und das sich zum Ziel gesetzt hat, die Alltagskompetenzen durch Gesang, Tanz, Schauspiel Musik und Malerei zu fördern. Und die Erfolge erlebt er dort hautnah mit.
Quellen: Informationsdienst Wissenschaft; Weiße Liste; KGSt; DGB; Reuters; Verdi
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Kommentare zu Die Armut in NRW nimmt zu und niemand schaut hin !!
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Genau, so sehe ich das auch. Übrigens empfehle ich für Insolvenzberatung - Firmen und privat: Xing-Profil:
George D Winkler, Angelus-Curator- & Winkler-Stiftung.
ich denke, dass die tatsache der verschuldung und verarmung nicht nur auf NRW fokussiert ist. es ist deutschlandweit so und das macht mir angst in einem land, das sich sozialsstaat schimpft. viele sind natürlich selbst schuld und die dürften auch nciht dazu gezählt werden. doch es gibt viel zu viele fälle, in denen die änderungen in den letzten jahren eine wesentliche rolle spielen