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Artikel Jeder Zweite beauftragt Schwarzarbeiter! Würden Sie Schwarzarbeit anzeigen?

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Jeder Zweite beauftragt Schwarzarbeiter! Würden Sie Schwarzarbeit anzeigen?

Der Anteil an Schwarzarbeit in Deutschland steigt stetig an und
verursacht voraussichtlich in diesem Jahr einen Schaden von ca. 400
Milliarden Euro, der dann von Bund und Ländern und nicht zuletzt von
Steuer zahlenden Bürgern aufgefangen werden muss. Schwarzarbeit geht
also indirekt jeden Deutschen etwas an.


Die Bekämpfung der Schwarzarbeit soll ab Januar 2006 bei der
Oberfinanzdirektion Köln zentralisiert werden. Durch mehr
Zollkontrolleure im Einsatz sollen illegale Arbeiten aufgedeckt bzw.
verhindert werden.


Zu diesem viel diskutierten Thema hatten die NRW-Lokalradios heute
in der Sendung "Treff nach Neun" einen Experten vom Zoll eingeladen,
der den zahlreichen Hörer-Fragen zum Thema Schwarzarbeit Rede und
Antwort stand. Bei einem anschließenden TED-Aufruf zu der Frage "Würden
Sie Schwarzarbeit anzeigen?" war das Ergebnis eindeutig: 79,8 % der
NRW-Lokalradio-Hörer würden von einer Anzeige wegen Schwarzarbeit
absehen, nur 20,2 % halten sie hingegen für durchaus gerechtfertigt. (NRW-Lokalradio)


Jeder zweite Mensch in Deutschland hat einem Magazinbericht
zufolge schon einmal Schwarzarbeit in Auftrag gegeben. Besonders die
Reichen vergeben gerne Arbeiten unter der Hand.


Den Befund ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts
Emnid für das Magazin „Reader's Digest“. Demnach ist Schwarzarbeit
besonders in finanziell bessergestellten Familien verbreitet, wie das
Magazin am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.


64 Prozent der Befragten, die mehr als 2 500 Euro im Monat zur
Verfügung hätten, gaben demnach zu, im vergangenen Jahr Arbeiten ohne
Rechnung in Auftrag gegeben zu haben. 21 Prozent sagten, das sei sogar
mehrfach der Fall gewesen.


Viele Bürger haben dabei der Umfrage zufolge kaum ein
Unrechtsbewusstsein – sie lassen sich von illegalen Beschäftigten
Wohnungen putzen, handwerkliche Arbeiten erledigen oder Häuser umbauen.
Die illegale Beschäftigung ist der Befragung zufolge mit rund 70
Prozent besonders in den nördlichen Bundesländern verbreitet. In
Sachsen und Thüringen gaben dagegen nur 29 Prozent der Befragten an,
Arbeiten ohne Rechnung bezahlt zu haben. An der Umfrage nahmen 1 100
Menschen teil.


Das Handwerk fürchtet wegen der stark steigenden Lebenshaltungskosten eine weitere Zunahme der Schwarzarbeit.


"Die hohe Inflation belastet die privaten Haushalte", sagte der
Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH),
Hanns-Eberhard Schleyer, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.
Dadurch steige die Versuchung, mittels Schwarzarbeit Geld zu sparen.
Die Schattenwirtschaft wachse aber schon seit der Anhebung der
Mehrwertsteuer 2007 auf 19 Prozent kräftig. Um diesen Trend zu stoppen,
fordert Schleyer, den Steuerbonus auf legale Handwerksleistungen in
privaten Haushalten anzuheben. Private Kunden sollten bis zu 1000 Euro
vom Staat zurückbekommen können. Bislang sind es maximal 600 Euro.



Unter der hohen Inflation leidet Schleyer zufolge vor allem das
konsumnahe Handwerk, wozu etwa Friseure und Bäcker gehören. "Wenn mehr
Geld für Energie und Lebensmittel ausgegeben werden muss, bleibt
weniger für das Handwerk übrig", sagte der Generalsekretär. Für 2008
erwartet der ZDH weiter ein Umsatzplus von einem Prozent, weil es für
industrienahe Betriebe trotz sinkender Auftragseingänge noch gut laufe.
Preisbereinigt bedeute dies aber angesichts von Inflationsraten von
derzeit mehr als drei Prozent ein Minus.



FINANZKRISE MACHT HANDWERK ZU SCHAFFEN



Auch die Finanzkrise bekommt das Handwerk zu spüren. "Für kleine und
mittlere Unternehmen ist es schon in den vergangenen Jahren schwieriger
geworden, an Kredite zu kommen", sagte Schleyer. "Das hat sich jetzt
noch ein Stück verschärft." Die Banken würden noch schärfer auf die
Bonität ihrer Kunden und deren Eigenkapitalausstattung achten.



Trotz der schwierigen Lage erwartet das Handwerk eine stabile
Mitarbeiterzahl von etwa 4,8 Millionen. "Das Handwerk gehört nicht zu
denen, die sich schnell von Mitarbeitern trennen", sagte Schleyer. Bei
Neueinstellungen seien die Betriebe aber zurückhaltender geworden.


Quelle: Reutes; DGB; NRW Lokalradio;verdi; DPA




2 Kommentare

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Kommentare zu Jeder Zweite beauftragt Schwarzarbeiter! Würden Sie Schwarzarbeit anzeigen?

 

martellomartelloam 22.07.08


sicher denen geht es zugut hier.

olioliam 21.07.08


ja wen wundert es denn auch?wenn man sowieso schon wenig geld verdient, wird einem trotzdem noch was abgezogen. die steuern sind einfach viel zu hoch


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