Artikel Hartz IV-Kinder schauen in die Röhre
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Am 11.08.2008Tag beginnt in
Nordrhein-Westfalen die Schule. Rund 195.000
Schülerinnen und Schüler werden eingeschult.
Traurig, jedes vierte Kind in NRW wächst in Armut auf. Das
Erwerbslosen Forum Deutschland hat heute darauf aufmerksam gemacht,
dass zahlreiche Eltern die Einschulung ihrer Kinder nur mit erheblichen
Einschränkungen des täglichen Bedarfes vornehmen konnten,
dass der Hartz IV-Regelsatz keinen Cent für Bildung bei Kindern
und Jugendlichen vorsieht. Etwaige Ansparungsbeträge wären
aus dem Regelsatz für Kinder überhaupt nicht zu
bewerkstelligen. Auch zahlreiche Anträge auf Sonderbedarf wurden
von den zuständigen Behörden abgelehnt und darauf verwiesen,
dass es keine „Extraleistungen“ geben würde
Dazu erklärt Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland:
Den Kindern, deren Eltern auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, wird
zugemutet, dass sie bei einem monatlichen Regelsatz von 208 Euro im
Monat auch noch die Einschulung und dessen Kosten anzusparen
hätten. Dabei sind im Etat kein Cent für Bildung vorgesehen.
Weiterhin wird Kindern bis zum 14. Lebensjahr ein täglicher Bedarf
von 2.28 für Ernähung und Getränke zugebilligt. Die
Studie der Universität Bonn von letzter Woche hat gezeigt, dass
eine ausreichende und gesunde Ernähung mit diesem Satz keineswegs
zu bewerkstelligen ist. Unser Staat mutet unseren Kindern völlig
ungesunden „Billigfraß“ zu und entwürdigt diese
Kinder, weil das Geld nicht für eine Schultüte, einen
vernünftigen Schulranzen etc. ausreicht. Ob diese Kinder gerne in
die Schule gehen?
Immerhin haben einige Kommunen in Deutschland erkannt, dass diese
Kinder zusätzlich unterstützt werden müssen und
dafür Gelder bereit gestellt. Doch leider bilden sie die
große Ausnahme und gehören auch nicht gerade zu den
wirtschaftlich erfolgreichen Kommunen. Auch die wirtschaftlich
prosperierende Stadt „Boom-Town“ Bonn, verschiebt
berechtigte Anträge in weite Ferne. Man betont lieber, dass Kinder
in Bonn in der ersten Reihe sitzen und leistet sich eine Kinderarmut,
die weit über dem Durchschnitt liegt. Bildung ist Zukunft, aber
diese Kinder zählen anscheinend nicht zur Zukunft.
Weitere Informationen unter:
http://www.erwerbslosenforum.de
Zum Teil bestätigt die neue Untersuchung die Ergebnisse älterer Studien. Unverändert ist z. B., dass (Langzeit-)
Arbeitslosigkeit Armut bedingt, dass Kinder von Armut besonders stark betroffen sind, und dass junge
alleinerziehende Mütter eine der ärmsten Gruppen sind. Eine neue Erkenntnis findet sich in dem Aspekt der Kumulation
benachteiligter Lebensformen und Lebenslagen: Hier stellt sich eine immer stärkere soziale Spaltung unserer
Gesellschaft heraus. Soziale Bindungen, wie der traditionelle Familienzusammenhalt oder die
Nachbarschaftshilfe, nehmen immer mehr ab. So sind z.B. alleinerziehende Mütter oft isoliert und können daher nicht
auf die Hilfe anderer bei der Kinderbetreuung bauen. Die Armut der Kinder, die seit einiger Zeit großes öffentliches
Aufsehen erregt, fusst auf der Misere der Familien, bzw. der
"Restfamilien", die nach einer Trennung oder Scheidung übrigbleiben.
Hier ist die staatliche Familienpolitik gefordert: Familie und Beruf sind kaum zu vereinbaren.
Kinder- und Erziehungsgeld reichen offenbar nicht für ein Auskommen junger Familien. Alleinerziehende Mütter haben es
besonders schwer: Auch ihnen mangelt es schon in den ersten Lebensmonaten des Kindes an Geld. Einrichtungen zur
Betreuung kleiner Kinder gibt es kaum. Wenn das Kind alt genug ist, im Kindergarten betreut zu werden, scheitert dies
oft an den Öffnungszeiten. Diese Situation ist seit den achtziger Jahren unverändert: 40 Prozent aller Kleinkinder
berufstätiger Mütter in NRW werden von den Großeltern versorgt. Hier sind Kommunen und der Arbeitgeber zunehmend
gefordert.
Auflösung traditioneller Formen der Solidarität
Am in den siebziger Jahren viel diskutierten Problem der Altersarmut hat sich nichts geändert, und auch Ausländer
gehören nach wie vor zu den benachteiligten Gruppen, insbesondere diejenigen, in deren Kultur noch traditionelle
Familienmodelle gelebt werden, wo z. B. Kinderreichtum und Einverdienerhaushalte die Regel sind. Insgesamt werten die
Wissenschaftler die Ergebnisse der Studie als ein Anzeichen für die Auflösung traditioneller Formen der Solidarität wie Familie, Ehe und Nachbarschaft. Außerdem ist eine Tendenz zur regionalen Polarisierung der Armut und sozialen Ungleichheit festzustellen: Großstädtische Regionen - alle voran das Ruhrgebiet - haben erheblich höhere Armutsquoten als ländliche Räume.
Schaubilder und Statistiken sind in der Studie, die im
Internet heruntergeladen werden kann,
vorhanden:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/zefir/
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen
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Kommentare zu Hartz IV-Kinder schauen in die Röhre
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Hier hab ich noch News zu SGB und Harz4
traurig traurig ¨¨!! wohin soll das noch führen? darf gar nicht daran denken wie das in 5--10 jahren ist.
Ein sehr informativer Bericht, bei uns im Landkreis bekommen die Einschulkinder 50 Euro vom Kirchenkreis an Zuschuss, es sollten zunächst 100 werden, allerdings hatte die Behörde sofort negativ eingeschritten. Ein sicherlich ernstzunehmendes Thema, das nicht unterschätzt oder vernachlässigt werden darf, man sollte aber auch bedenken das Familien die in Lohn und Brot stehen, im Durchschnitt nicht mehr wie 500 Euro nach Abzug aller Kosten haben , die stehen auch nicht unbedingt besser finanziell da, um den Kindern einiges mehr zu bieten. Es sind also nicht nur die Hartz 4 Kinder, sondern auch ein Grossteil an Kindern der arbeitenden Bevölkerung.