Artikel AIDS - HIV weiter auf dem Vormarsch
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In Deutschland gab es 2007 über 2000 neue Infektionen (500
Neuinfektionen in 2004, 750 im Jahr 2006). Etwa 38.000 Menschen leben
in der BRD mit dem AIDS-Virus, ein Viertel davon sind Frauen.
Weltweit
sind fast 50% der HIV-Infizierten Frauen. Über 600 Menschen in der BRD
sind im Jahr 2007 an AIDS gestorben. Als Grund für den Anstieg wird
vermutet, dass vor allem junge Menschen wieder öfter ungeschützten
Geschlechtsverkehr haben.
Was ist AIDS/HIV?
Aids steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, zu Deutsch etwa „erworbenes Immunschwächesyndrom“
(Syndrom = Komplex verschiedener
Symptome). Das Immunsystem hat die Aufgabe, in den Körper eingedrungene Krankheitserreger – z.B. Bakterien, Pilze, Viren – zu bekämpfen.
Ursache für Aids ist die Infektion mit HIV („Human Immuno-deficiency Virus“ = „menschliches Immunschwäche-Virus“).* Von Aids spricht man, wenn bestimmte, zum Teil lebens-bedrohliche Symptome auftreten, z.B. schwere Infektionskrankheiten
und Tumoren.
Die HIV-Erkrankung ist nach wie vor nicht heilbar, aber wenn rechtzeitig eine sogenannte antiretrovirale Therapie gegen HIV begonnen und diese konsequent weitergeführt wird, bestehen gute Chancen, über viele Jahre und Jahrzehnte
mit HIV leben und eine schwere Immunschwäche verhindern zu können. Dazu müssen die antiretroviralen Medikamente allerdings wahrscheinlich auch lebenslang eingenommen werden.
Wie wird AIDS/HIV nicht übertragen?
HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern.
Die üblichen Hygienemasnahmen im Haushalt, im Krankenhaus, in der Arzt- oder Zahnarztpraxis, bei der Akupunktur, beim Friseur, bei Manikure und Pedikure oder beim Piercing und Tätowieren reichen aus, um es unschädlich
zu machen. Auch eine Übertragung bei Erster-Hilfe-Leistung ist bisher in Deutschland nicht beschrieben worden.
Intakte Haut ist auch bei Kontakt mit Blut oder anderen
Körperflüssigkeiten eine zuverlässige Barriere gegen HIV; zusätzlichen Schutz bieten Einmalhandschuhe.
HIV wurde zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweis und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch nur in sehr geringer
Menge, die für eine Ansteckung nicht ausreicht.
Deshalb besteht keine Ansteckungsgefahr durch:
- Kussen, Händedruck, Umarmen, Streicheln
- Spielen und Sport
- Anhusten oder Anniesen
- Benutzen derselben Teller, Glaser und Bestecke
- gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
- Besuch von Schwimmbädern oder Saunen
- Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
- Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/Aids.
- Auch durch Mucken, andere Insekten oder andere Tiere wird HIV nicht ubertragen.
Das Risiko einer HIV-Ubertragung durch Blut oder Blutprodukte,
z.B. bei Menschen mit Hamophilie (Bluter) oder bei Operationen, ist aufgrund bestimmter Herstellungs- und Testverfahren vernachlassigbar gering.
Wie kann AIDS/HIV übertragen werden?
HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Korper oder auf Schleimhaut gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut (auch Menstruationsblut), Sperma, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch sowie Genital- und Rektalsekrete, die das Virus in hoher Konzentration enthalten können. Moglich ist eine HIV-Übertragung auch ohne Ejakulation, und zwar über Schleimhaut-Schleimhaut-
Kontakt: Vor allem bei Entzündungen und kleinen Verletzungen reichern sich in der Schleimhaut zusätzliche Immunzellen an, die HIV direkt aufnehmen oder weitergeben können (z.B. über den Flüssigkeitsfilm zwischen den Schleimhäuten von Darm oder Scheide und der inneren
Vorhaut).
Das HIV kann grundsätzlich auf vier verschiedenen Wegen übertragen werden:
Durch Geschlechtsverkehr auf heterosexuellem Weg zwischen Männern und Frauen und auf homosexuellem Weg zwischen Männern.
Durch den Gebrauch von mit HIV-verunreinigten Injektionsnadeln. Auf diesem Weg sind überwiegend Drogenabhängige gefährdet.
Durch Bluttransfusionen, wenn die Produkte nicht auf eine Infektion mit HIV getestet sind. (Heute in Deutschland durch Tests ausgeschlossen)
Durch eine HIV-infizierte, schwangere Frau kann das Virus vor, während oder nach der Geburt (Stillzeit) auf das Kind übertragen werden. Nach dem Eindringen des HIV in den menschlichen Organismus beginnt das Abwehrsystem, sich mit der Neuinfektion auseinander zu setzen. Ohne weitere Behandlung kommt es nach durchschnittlich zehn Jahren zu einem Zusammenbruch des Immunsystems. Die darauffolgende AIDS-Erkrankung führt unweigerlich zum Tode. Dieser tragische Verlauf kann mittlerweile durch Medikamente verlängert werden, ein Heilmittel oder eine vorbeugende Impfung gibt es jedoch nicht.
Insgesamt sind die Mitarbeiter der AIDS-Hilfe der Meinung, dass die Leute nicht mehr genügend informiert sind und sich keine Gedanken darüber machen, was es heißt, AIDS zu haben. Vor allem in Dörfern werde dieses Thema häufig totgeschwiegen und verdrängt.
Und was bedeuten diese roten Schleifen, die man immer im Zusammenhang mit AIDS sieht? "Die rote Schleife, ,Red Ribbon, ist weltweit das Symbol für die Solidarität mit AIDS-Kranken, HIV-positiven und ihren Angehörigen." Wissen das alle? Wir schon. Und ihr jetzt auch. Vielleicht denkt ihr ja das nächste Mal an die AIDS-Hilfe und an unseren Artikel, wenn ihr die rote Schleife seht.
Hilfe und Infos zu AIDS
Gesundheit und gesundheitsförderndes Verhalten sind nicht nur Folge
individueller Entscheidungen, sondern hängen maßgeblich von
politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen ab. Eine
AIDS-Arbeit, die sich allein auf die Krankheit konzentriert und die
Rahmenbedingungen außer Acht lässt, ist zum Scheitern verurteilt.
Demzufolge ist eine breit angelegte Interessenpolitik (Lobbyarbeit)
erforderlich, die die folgende Perspektiven verfolgt:
- Zusammenkommen statt Vereinzelung
- Handeln lernen statt behandelt werden
- Herausarbeiten der Eigenarten statt Gleichmacherei
- Interessenartikulation vor Stellvertreterpolitik
Vor dem Hintergrund der bestehenden gesellschaftspolitischen
Strukturen muss sich die AIDS-Hilfe vom schwächsten Glied her
definieren. Maßstab sind die sozial Diskriminierten und die von Staat
und Justiz Benachteiligten. Im Zentrum unserer Lobbyarbeit stehen daher
Menschen mit HIV / AIDS, Schwule, Drogengebraucher/Innen, Frauen in
bestimmten Lebenssituationen, Menschen im Strafvollzug und Jugendliche.
Die AIDS-Hilfe NRW tritt ein für Menschenwürde, sie engagiert sich
gegen Diskriminierung, Ächtung und Ausgrenzung, wehrt sich gegen
Radikalisierung sowie Entsolidarisierung dieser Gesellschaft und ist
politisch und gesellschaftlich kritisch und unbequem.
Mehr Informationen zu AIDS / HIV erhalten Sie bei der AIDS-Hilfe NRW:
AIDS-Hilfe NRW e.V.
Lindenstraße 20
50674 Köln
Fon +049 (0)221 - 925996-0
Fax +049 (0)221 - 925996-9
Email: info@nrw.aidshilfe.de
Internet: http://www.nrw.aidshilfe.de
Quellen: AIDS-Hilfe NRW; hivlife.de; medport.de
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