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Artikel Finanzmarktkrise: Niest die Automobilindustrie ist Wernigerode erkältet

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Finanzmarktkrise: Niest die Automobilindustrie ist Wernigerode erkältet

Wernigerode.
Die sich dramatisch zuspitzende internationale Finanzmarktkrise
entwickelt sich von Tag zu Tag immer mehr zu einer Wirtschaftskrise.
Deutlichstes Anzeichen ist der weltweite Einbruch der Absatzzahlen der
Automobilindustrie. Mehrere deutsche Hersteller drosseln ihre
Produktion, legen Werke zum Teil für Wochen still und entlassen erste
Beschäftigte.

Für die
Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Wernigerode steht fest, dass damit die
Krise auch in Wernigerode angekommen sei. "Niest die Automobilindustrie
dann ist Wernigerode erkältet", bringen es Fraktionschef Dieter
Kabelitz und der Wirtschaftsausschussvorsitzende Thomas Schatz auf den
Punkt. In Wernigerode sind hunderte Menschen in Unternehmen der
Automobilzulieferindustrie beschäftigt. Gerät die Branche in die Krise,
werde dies an Wernigerode nicht spurlos vorbeigehen. Als erstes sehen
Kabelitz und Schatz das große Heer der Zeit- und Leiharbeiter in den
Unternehmen von eventuellen Stellenstreichungen bedroht. Kurz darauf
werde sich dies auch auf die Steuereinnahmen und damit die
Handlungsfähigkeit der Stadt auswirken.

Halten
die direkt und indirekt in der norddeutschen Automobilindustrie
Beschäftigten aus Angst um den Job das Geld zusammen, gingen Handel,
Gastronomie und Handwerk in Wernigerode und der Harzregion noch
härteren Zeiten entgegen. Bereits vom bisherigen sogenannten Aufschwung
sei kaum etwas bei den klein- und mittelständischen Unternehmen
angekommen.

Nach Ansicht
der Linkspolitiker reche sich nun, dass gerade die so genannten
Volksparteien CDU und SPD und ihre "kleinen Feldwebel" FDP und Grüne
dem hemmungslosen Treiben der Börsenspekulanten jahrelang tatenlos
zugesehen haben. Die Regulierung der Börsen- und Finanzspekulationen,
die Einführung von Börsenumsatz- und Spekulationssteuern, die
Begrenzung von Managergehältern und deren Haftung wurden seit langem
von der LINKEN gefordert, aber von den Regierungen Schröder und Merkel
stets abgelehnt. Der Aktionismus der Bundesregierung in den letzten
Tagen komme zu spät und vernichte hunderte Milliarden Euro
Steuergelder, während für die seit Jahren real sinkenden Löhne, Renten
und Sozialleistungen keine nennenswerte Erhöhung drin gewesen sei,
stellen Kabelitz und Schatz abschließend fest.


1 Kommentar

Kommentare zu Finanzmarktkrise: Niest die Automobilindustrie ist Wernigerode erkältet

 

newnewsnewnewsam 09.10.08


Gut auf den Punkt gebracht. Der Eindruck, dass die Regierungen Kohl, Schröder, Merkel die Großkapitalisten fördern und die Rentner und Arbeitnehmer sich selbst überlassen, ist nicht von der Hand zu weisen.


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