4.14

Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall Wie die DDR in unseren Köpfen weiterlebt

x 21
 
 
Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall Wie die DDR in unseren Köpfen weiterlebt

Beitrag melden


Tatsächlich aber wirken die mentalen Folgen der Diktatur bis heute nach, selbst bei uns, die wir 1989 noch nicht erwachsen waren. Die DDR war wie ein Vexierbild: aus dem einen Blickwinkel ein junges, vielversprechendes Mädchen, aus dem anderen eine alte Hexe.

Auf zeit.de weiterlesen

6 Kommentare

Kommentare zu Zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall Wie die DDR in unseren Köpfen weiterlebt

 

theopeuyntheopeuynam 12.11.08


Natürlich ist es vielen Menschen schwer gefallen von altvertrauten Dingen Abchied nehmen zu müssen (es gab in der früheren DDR ja so etwas wie Vollbeschäftigung) Aber es war auch sinnvoll das man für Altpapier Leergut usw. überall Annahmestellen hatte. Ich finde es als alter Wessi-Rentner etwas schade wenn all das einfach vergessen wird was mal gut war. Jedenfalls sind die jungen Leute die sich bei mir damals als Arbeitnehmer beworben haben und angestellt wurden allesamt fleissig und zuverlässig gewesen. Das es immer noch die alten Seilschaften gibt die verbissen um den Erhalt von ihrem Besitz und Priviliegen kämpfen ist eine Randerscheinung die in der nächsten Generation keine Bedeutung mehr haben wird.

CheopsCheopsam 10.11.08


Mein Onkel in Westberlin hat 1975 eine heiße Debatte gegen seine Schwester, meine Mutter, verloren, als es darum ging, warum er als Westberliner Handwerker für jeden Mist einen teuren Service bestellt. So hat meine Mutter alle ihre Wohnungen selbst renoviert, auch als sie schon auf Rente war, aber Onkelchen zahlte und zahlt noch immer für andere teure Handwerker, denn er selbst ist nur Tischler und bei einem verstopften Abflussrohr oder einer Rolle Tapete schwer überfordert.

kalmarkalmaram 10.11.08


Eben, Cheops, und deswegen liebe ich ja diesen Satz "Det is doch jahnich vorschriftsmäßig." Er hat sich weitervererbt. Zu DDR-Zeiten wurde improvisiert wo es nur möglich war, weil es anders nicht ging und wenn es mal nicht klappte, dann "war et ebent nicht vorschriftsmäßig." Aber funktioniert hat es trotzdem. Bis zu einem gewissen Punkt... Beim Elbhochwasser hatten LKW Berge von Sandsäcken abgeladen, das Wasser sickerte über die Deichkrone, gut dreißig Leute standen herum und taten nichts. Auf die Frage eines TV-Reporters, warum dies so sei, kam die Antwort: "Is ja keener da, der Befehle jibt."

CheopsCheopsam 10.11.08


Die Bürger dieses Landes DDR müssen ihr Leben doch nicht automatisch vergessen, nur weil es politische Umwälzungen gegeben hat, bei denen Land und System in einem anderen Land mit einem anderen System aufgegangen sind. Auch und gerade in der DDR gab es gelebte Leben, die zum Teil sogar spannender sind als ähnliche in der Bundesrepublik.

wichtigtuerwichtigtueram 10.11.08


So ist das, von einem Kopf in den nächsten. Von einer Generation zur nächsten. Was man lernt, das wendet man an.

Darum gilt: Nicht Worte sondern Taten sprechen lassen.

kalmarkalmaram 10.11.08


"Det is doch jahnich vorschriftsmässig!"


Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden

Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren