Artikel Das Leben als Soldat an der DDR Grenze
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Zu meiner Zeit war ich in einer Baracke untergebracht, die Kompanie als Plattenbau wurde erst später errichtet.
Ein
Bauer aus dem Dorf bekam immer die Küchenabfälle und so gab es als Dank
dafür einmal im Jahr ein Schlachtfest. Wer das Eichsfeld nicht kennt:
Ein Schlachtschwein geht dort nicht unter 200 kg auf dem Bock.
Geschlachtet
wurde im Waschraum der Kompanie, unsere Hausmeister waren fit als
Fleischer. An das letzte Schweinchen kann ich mich noch gut erinnern:
unsere Hausmeister machten 50 kg Hackfleisch daraus und jede Menge
Wurst, was über eine Woche reichte. Den Klaren dazu tranken wir
heimlich, versteht sich *grins*
Ausgang-Alternative
Unser
Ko-Chef sah es freilich nicht gerne, wenn wir sturzbetrunken die Frau
vom Kneiper anmachten und ins Pissoir kotzten. Im Sommer jedenfalle,
wenn das Wetter gut war, fand der Ausgang nur wenige Meter hinter dem
Objektzaun statt:
Und das ging so: Ein LO (Ello, Robur-Werke Zittau) wurde flottgemacht und die Kumpels kauften in Heiligenstadt 3 Fässer Bier.
Das
Bier zapften wir auf der Wiese hinter der GK mit Spundhähnen. Der
Fourier (Küchenchef) mistete bei der Gelegenheit die Küche aus und
verteilte Würste, die weg mussten. Die wurden dann am Feuer gegrillt.
Nebenbei wurden Musikkasetten abgespielt und nach Einbruch der Dunkelheit ein Film an die Garagenwand geschmissen.
Herrschaftszeiten,
ich krieg feuchte Augen, wo ich das hier schreibe. Es sind die
schönsten Erinnerungen an das Ende meiner Kindheit. Diese Art von
Ausgang fand ich am Allerbesten, die Anzugsordnung war jedem
freigestellt. Trainingsanzug und gut.
An dem einen Tag hatte
unsere GK eine Fussballmannschaft gestellt und gegen das Dorf gespielt.
Die kamen dann zu uns und brachten auch noch jede Menge Stöffchen mit
zum Trinken. Danach war sogar der Alte so besoffen, dass er sich in die
Hosen gepinkelt hat ;)
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Kommentare zu Das Leben als Soldat an der DDR Grenze
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Über deinen Bericht werden vermutlich einige böse herfallen und dir vorwerfen, dass du alles sehr positiv, geradezu romantisch verklärt, beschreibst. Aber lass dir dadurch nicht die Erinnerungen an das Gute und Schöne wegnehmen, denn das ist nur der eine Teil. Den bitteren Teil, das ihr eure eigenen Landsleute notfalls mit der Waffe daran zu hindern hattet, die DDR zu verlassen und was das für die Gesellschaft, die Menschen, die davon direkt oder indirekt betroffen waren und was es für euch bedeutet hat, das ist der andere Teil. Beides gehört dazu und hat seinen Platz.