Ringen um den Eisernen Rhein geht weiter
Tweet
Auf az-web.de weiterlesen
4 KommentareKommentare zu Ringen um den Eisernen Rhein geht weiter
Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden
Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren
Die neue Trasse würde parallel zur vierspurigen A52 verlaufen. Viele vierspurige Autobahnen werden derzeit auf sechs Spuren erweitert (A1,A2, etc.). Dagegen erhebt sich kaum Widerspruch , aber ein Sturm der Entrüstung bricht los, wenn eine Autobahn auf 4+2 (Strasse+Schiene) ausgebaut werden soll.
Wir brauchen auf jeden Fall guten Lärmschutz, der bei Kosten von 100.000 Euro pro Kilometer auch gar nicht so teuer ist. Aber die Alternative zu täglich 300 Güterzügen mit je hundert Containern wäre möglicherweise 30000 Lastwagen täglich zusätzlich. Über welche Autobahn würden die denn nach Antwerpen fahren?
Eines vorab: ich wohne nicht in Dalheim oder Wegberg oder auch nur in der Nähe dieser Orte. Aber den Einwohnern dieser Orte nunmehr anzulasten, sie hätten wissen müssen, was da eines Tages auf sie zukommt, ist wirklich abwegig. Das, was da geplant ist (300 Güterzüge am Tag), hat doch eine völlig andere Qualität als alles, was jemals gewesen ist. Wer sich in 1 Kilometer Entfernung von einem Segelflieger-Landeplatz ein Häuschen baut, kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass hier eines Tages ein großer Verkehrsflughafen entsteht.
Ich habe die große Sorge, dass die Regierenden hier nach dem Motto "teile und herrsche" verfahren wollen. Die Menschen am Niederrhein sollten sich aber nicht gegeneinander ausspielen lassen. Der eiserne Rhein gefährdet die Gesundheit der Anwohner an beiden denkbaren Strecken; ganz abgesehen davon, dass die Menschen in Viersen, Krefeld und Duisburg unter beiden Varianten zu leiden hätten. Die Forderung, für die wir gemeinsam einstehen sollten, kann daher nur lauten: kein eiserner Rhein ohne bestmöglichen Lärmschutz, egal auf welcher Strecke. Nebenbei bemerkt: die Kosten für diesen Lärmschutz machen nur einen winzigen Bruchteil dessen aus, was zur Zeit als Unterstützung für notleidende Banken und Autokonzerne zur Diskussion steht... Von daher möchte ich bitte kein Kostenargument hören in diesem Zusammenhang ...
Genau, Nutzung der vorhandenen 2-gleisig angelegten Struktur kann doch nicht teurer sein als ein kompletter Neubau. Wie es ausschaut, pokern die Niederländer mit NRW und den Belgiern, um alles etwas rauszuschieben und möglichst viel Geld dazu zu bekommen. Sollte das Industriegebiet Roerstrek dann mal einen Gleisanschluß brauchen, gehts plötzlich in Holland blitzschnell mit der Reaktivierung der alten Trasse, vor allem wenn Belgien und Deutschland sich inzwischen haben weichklopfen lassen, die meisten Kosten der REaktivierung und Umgehung Roermonds zu übernehmen. Leider scheinen Wittkes Leute den holländischen Taktikern nicht ganz gewachsen.
Vielleicht sollte man erwähnen, dass auch die Alternativroute in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland selbstverständlich nicht von allen Menschen unproblematisch gesehen wird. Meine Meinung dazu ist: Wer sich in Wegberg oder Dalheim (nicht DaHlheim, liebe Redaktion!) an der Strecke angesiedelt hat, der wird diese wohl kaum übersehen haben und hätte wissen müssen, dass es eines Tages wieder mehr Verkehr geben könnte (die Strecke war nie stillgelegt und es gab die ganze Zeit auch Personenverkehr). Die Menschen an der Alternativroute hingegen wurden von den Planungen überrascht. Also: Vorhandene Infrastruktur nutzen und ausbauen! Ich bezweifle stark, dass die alternative Neubaustrecke günstiger wird, da sind wieder Rechen-"Künstler" am Werk gewesen und hinterher heißt es dann "uuups, wir müssen noch ein paar Millionen drauflegen". Nutzung und Ausbau der historischen Trasse kommt außerdem auch dem Personenverkehr zugute, die Schwalm-Nette-Bahn könnte über Dalheim hinaus endlich nach Roermond verlängert werden und dadurch für eine vernünftige ÖPNV-Anbindung an die Nachbarstadt Mönchengladbach mehrere Jahrzehnte nach dem Start des Schengener Abkommens sorgen.