4.29

Artikel Das Heilbronner Phantom: Eine Mörderin ohne Gesicht

x 21
 
 
Das Heilbronner Phantom: Eine Mörderin ohne Gesicht

Beim Heilbronner Phantom handelt es sich um eine unbekannte Frau, welche seit 1993 in Europa mit zahlreichen Straftaten in Verbindung gebracht wird, darunter sechs Tötungsdelikten, unter anderem der Tötung einer Polizistin in Heilbronn. Der Zusammenhang zwischen dem Phantom und den Taten konnte nur aufgrund der am Tatort nachgewiesenen DNA ermittelt werden. Das Alter und das Aussehen der Frau sind unbekannt, aus der DNA konnten die Ermittler nur schließen, dass es sich bei dem Phantom um eine Frau handelt. Ihre DNA wurde bis Anfang August 2008 insgesamt 33 Mal[1][2] an Tatorten in Österreich, Frankreich und Deutschland gefunden.


Am 25. April 2007 wurde eine 22-jährige Polizistin in Heilbronn getötet und ihr 24-jähriger Kollege lebensgefährlich verletzt. Die Dienstwaffen und Handschellen der Polizisten sind seitdem verschollen. Der aus dem Koma erwachte Kollege der Erschossenen kann sich an die Tat selbst nicht erinnern. In Heilbronn erinnert eine Gedenktafel auf der Theresienwiese an das Verbrechen. Die DNA des Phantoms wurde an folgenden weiteren Tatorten sichergestellt:



  • 1993 nach der Tötung einer 62-jährigen Rentnerin in Idar-Oberstein

  • im März 2001 nach der Tötung eines Rentners in Freiburg im Breisgau

  • 2005 nach einem Tötungsversuch an einem Mann in Worms

  • im Oktober 2006 nach einem Einbruch in ein Wohn- und Geschäftshaus im Saarbrücker Stadtteil Burbach

  • im März 2007 nach einem Einbruch bei einem Optiker in Österreich

  • von 1993 bis 2007 nach 18 weiteren Einbrüchen in Geschäfte, Hotels und Wohnungen sowie nach Autodiebstählen

  • im März 2008 in direktem Zusammenhang mit der Tötung von drei Georgiern in Heppenheim

  • nach einem Hauseinbruch in Oberstenfeld-Gronau in der Nacht vom 9. auf den 10. April 2008

  • nach einem in der Nacht zum 23. März 2008 verübten Einbruch in ein stillgelegtes Hallenbad in Niederstetten

  • nach einem Überfall auf eine Frau am Abend des 9. Mai 2008 in einem Vereinsheim in Saarhölzbach


Aufgrund von Zeugenaussagen wird die Möglichkeit eines männlichen Erscheinungsbilds der mutmaßlichen Täterin in Betracht gezogen. Eine im Institut für Gerichtliche Medizin, Innsbruck (Österreich), vorgenommene Untersuchung der Mitochondrialen DNA ergab, dass die Mutter und damit auch die Verdächtige (Tochter) aus Osteuropa stammen könnten. Das Ergebnis lautete, dass die DNA gehäuft in Osteuropa und im Gebiet der angrenzenden Russischen Föderation auftritt.[4] Allerdings lässt dieses Ergebnis keine Rückschlüsse auf das äußere Erscheinungsbild zu, da auch der väterliche Anteil berücksichtigt werden müsste. Anders als in Österreich dürfen in Deutschland bei DNA-Analysen außer dem Geschlecht keine persönlichen Merkmale festgestellt werden.


Mittlerweile sind 150.000 Euro Belohnung für Hinweise zum Verbleib der Frau ausgesetzt. Bei der Polizeidirektion Heilbronn werden die Ermittlungen in der Soko Parkplatz gebündelt


1 Kommentar

Kommentare zu Das Heilbronner Phantom: Eine Mörderin ohne Gesicht

 

Boxer42Boxer42am 10.12.08


In wessen Interesse liegt es, das gerade hier in D-land bei DNA-Analysen keine genaueren Merkmale bei der Fahndung verbreitet bzw. zum Einsatz kommen?
Ehe man seitens der Politik einen Überwachungsstaat installieren will, sollten, nein müssen im Interesse der Bürger, alle Möglichkeiten genutzt werden.
Sollte nun eine entsprechende Entscheidung ausbleiben, zeigt die Politik wieder ganz deutlich ihre Unglaubwürdigkeit!!


Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden

Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren