Konjunkulturpaket
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Hoffentlich spart sich der Staat das Geld: zwei Konzetsäe müssen wohl reichen. In Zeiten der Krise Millionen für so etwas auszugeben wäre unverantwortlich. Und der Bayerische Rundfunk sollte wohl übeerlegen, ob er die mühsam eingetriebenen Gebührengelder in Bauprojekte verpulvert zu Lasten des Prpgramms und der Gebührenzahler. Das wäre ein Fall zur Überprüfung durch KEF und Ministerpräsidenten!
Ich denke, so lange ALLE von einem neuen (Bau-)Vorhaben profitieren, ist dagegen nichts einzuwenden.
Einen Konzertsaal zu bauen, bei dem EIN Klangkörper Münchnes alleine profetiert (Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks) und das Konkurrenz-Orchester (Münchner Philharmoniker) nicht davon profetieren DARF, bedeutet einen einschneidenden und ungerechten Schnitt in die münchner Konzertlandschaft, abgesehen davon, dass von den anderen Münchner Klangkörper der Saal kaum genutzt würde (Bayerische Staatsoper), oder zu groß wäre (Rundfunkorchester, Chor des Bayerischen Rundfunks).
Es MUSS einen hervorragend klingenden Saal in München geben, aber nicht einen Neubau um jeden Preis (Leerstände, erhöhte Saalmieten-höhere Karten-Preise etc.)
"Zweitens: Konzerte im Gasteig konnten Erlebnisse sein, mit genialen Dirigenten wie Lorin Maazel, Günter Wand oder Sergiu Celibidache. Da standen die Leute draußen schon am S-Bahn-Ausgang, um noch eine Karte zu bekommen, egal auf welchem Platz. Wenn das bei Jansons nicht der Fall ist, liegt das nicht an der Akustik. Die ist in den Jahren nicht schlechter geworden."
Leider muss ich mich als Nichtmusikexperte outen, aber wenn das oben angeführte wirklich stimmt, warum wirft man nicht Herrn Jansons raus und engagiert so lange geniale Dirigenten, die die Häuser vollkriegen, bis man zumindest einen Teil des Geldes zusammen hat, um einen Konzertsaal mit besserer Akustik zu bauen?
Oder versucht man hier nur, die schlechte Qualität eines Dirigenten dadurch auszubügeln, dass man mit Steuergeld wenigstens die beste Akustik hat, um schlecht gemachter Musik zu lauschen?
Bitte gern viel Weltklasse-Architektur in München, aber doch nicht als Selbstzweck! Das Olympiazentrum ist wirklich wunderbar und weltweit einzigartig in der Architekturgeschichte der Nachkriegszeit. Allerdings, es wurde damals b e n ö t i g t, das ist der Unterschied.
Als "Musik-Experte" kann ich mich nun wahrlich nicht bezeichnen ... da bin ich eher ein "kleines Lichterl".
Aber ab und an habe ich Gelegenheit, mir klassische Orchestermusik anhören zu können ... und da schneidet die "eigenwillige" Münchner Philharmonie -im Vergleich zB mit dem Konzertsaal der New Yorker Carnegie Hall- doch eher "bescheiden" ab.
Herrn Redakteur Braunmüller's Verzweigung zur bald vorhandenen Hamburger Elb-Philharmonie zeigt hier u.a., wie man's machen soll, nämlich:
Kein primadonnenhaftes "Ich-möchte/will-haben" in München ,
sondern ein interessantes Konzept wie in Hamburg, sowohl in architektonischer als auch musikalischer Hinsicht.
Zwar ist die Hamburger Elb-Philharmonie architektonisch nicht gerade der Prototyp der sprichwörtlichen hanseatischen Zurückhaltung bzw. des hanseatischen Understatements, aber die Hamburger beweisen Mut und Tatkraft, einen prägnanten Bau "auf die Beine zu stellen" bzw. auf einen alten Speicher draufzubauen.
Und was macht München ?
Das, was es am besten kann, nämlich ... klein- und kaputtreden, bis jegliche Luft heraussen ist !!
Kann es München nicht auch besser ??
Sicher !!
Das Zeltdach des Münchner Olympiastadions zeigt es uns all zu deutlich ...
oft kopiert, doch nie wirklich von anderen erreicht !!
Das ist so hanebüchen, dass mir fast die Spucke wegbleibt. Da fordern schon die Banken viel, sehr viel Geld vom Staat dafür, dass sie sich in ihrer unendlichen Gewinnsucht vergriffen haben und jetzt kommen auch noch die Klassikfans und vergleichen einen Konzertsaal, in dem ein paar Menschen auf hochsubventionierten aber immer noch teuren Plätzen ihrer Musik lauschen mit 15km Autobahn.
Das verquere daran ist, dass die Autofahrer mit Kfz-Steuer, Minaralölsteuer und Ökosteuer einen gehörigen Anteil an dem, was sie brauchen, selbst bezahlen. Aber wo ist der Beitrag der Klassikfans?
Ist denn bei uns alles durcheinander?
Erstens: Warum soll einen die Monumenatlität von Mahler und Bruckner "in den Sitz drücken"? Was ist das für ein - mit Verlaub - idiotisches Musikverständnis? Wie haben Sie das gemeint? (Levines Konzerte mit den Philharmonikern haben einen teilweise in den Sitz gedrückt, aber angenehm war das nicht.)
Zweitens: Konzerte im Gasteig konnten Erlebnisse sein, mit genialen Dirigenten wie Lorin Maazel, Günter Wand oder Sergiu Celibidache. Da standen die Leute draußen schon am S-Bahn-Ausgang, um noch eine Karte zu bekommen, egal auf welchem Platz. Wenn das bei Jansons nicht der Fall ist, liegt das nicht an der Akustik. Die ist in den Jahren nicht schlechter geworden.
Drittens: Zu den Fakten: Schauen Sie sich das aktuelle Programm der Essener und Dortmunder Philharmonien an. Sie enthalten (zusammen) ein einziges Gastspiel eines amerikanischen Orchesters!
Viertens: Mit den Baukosten ist es nicht getan; danach fangen die finanziellen Probleme erst richtig an! Wir haben dann nach dem Cuvilliestheater einen zweiten wunderbaren Saal, der nicht angemietet wird, weil die Miete viel zu hoch sein wird, und in Schönheit sterben wird. Denn das BR-Orchester wird erstmal zehn Jahre lang keine Miete zahlen (müssen) und die Philharmoniker werden weiter im Gasteig spielen, weil die Stadt gar nichts anderes erlaubt. Die verbleibenden paar Veranstaltungen müssen so teuer kalkuliert werden, dass kaum jemand sie besucht.
Ihr vorgeschlagenes Gesamtkonzept kann nur in einer vernünftigen Veränderung der Philharmonie am Gasteig, kombiniert mit einer radikal veränderten Presigestaltung (schlechte Plätze zu Stehplatzpreisen, gute etwas teurer) dort sein.
Der Klang i s t die Musik! Worauf sollte man sonst achten bei einem Konzert??
Er muss optimal sein und hat nichts mit Luxus zu tun. Gebt dem Klasse-Orchester doch endlich einen Klasse-Saal! Bitttte!