Gefährlicher Rückwärtsgang: der Papst auf dem Irrweg
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Kommentare zu Gefährlicher Rückwärtsgang: der Papst auf dem Irrweg
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Ausnahmsweise muss ich Angela Merkel mal für eine Entscheidung loben. Es war absolut richtig, sich in dieser Sache zu Wort zu melden. Viel mehr Politiker hätten das tun sollen.
Wie kann man der Meinung sein, dass - was immer die Kirche sagt - Politiker zu schweigen hätten? Die katholische Kirche wohnt nicht im Wolkenkuckucksheim, sondern ist Teil der Gesellschaft. Und ihre Vertreter lassen viel verlauten, was Gegenstand einer politischen Diskussion sein sollte.
Wer glaubt der Papst wäre unfehlbar ist ein Naseweis.
Natürlich macht er auch Fehler. Dieses Dogma sollte aufgehoben werden.
Eine Frau Merkel sollte sich um andere Sachen kümmern.
Summa sumarum ist die kath. kirche immer noch eine Glaubensgemeinschaft in der man sich gut aufgehoben fühlen kann. Das kann auch nicht auf Umwegen über ihr Oberhaupt angegeiffen werden.
Ist es wirklich Aufgabe von Frau Merkel als deutscher Regierungschefin, in aller Öffentlichkeit den Papst einer Kirche, der sie m.W. nicht angehört, scharf zu kritisieren und Forderungen zu stellen? Haben wir in Deutschland keine anderen Probleme?
In wessen Interesse liegt es eigentlich, die Kirche zu kritisieren, den Papst zu diffamieren oder Meldungen aus dem Vatikan in bestimmter Richtung zu lancieren?
Der Papst hat die Exkommunikation von vier Bischöfen aufgehoben, nicht aber deren Suspendierung (Amtsenthebung). Sie dürfen nach wie vor keine Sakramente spenden, nicht normale Seelsorge in der Kirche ausüben. Ihre "Wiederaufnahme" in die kath. Glaubensgemeinschaft halte ich für eine innere Angelegenheit. Eine solche interne Angelegenheit entzieht sich eines "Volksbegehrens" und ist m.E. kein Anlass für eine Presseerklärung des Vatikans.
Wenn ein suspendiert bleibender Bischof wie Herr Williamson sich allerdings (nachträglich!) dermaßen geschichtswidrig und blödsinnig, dem Ansehen der kath. Kirche schadend, in der Öffentlichkeit äußerst, sollte seine "Wiederaufnahme" in die Glaubensgemeinschaft rückgängig gemacht werden. Hier müsste der Papst den Verfertiger der Meldung anweisen, dies auch, ergänzend zu seiner "Story", in gleicher Weise an die Medien weiter zu geben. Bestimmte Kreise werden an einer Richtigstellung aber kaum Interesse haben. Die Prozedur erinnert nämlich fatal an die klaren, ebenfalls wohl auch absichtlich fehlinterpretierten, Aussagen des Papstes in der Regensburger Islam-Rede.
Das Problem das jetzt Papst Benedikt hat ist auch, würde er die Rücknahme der Exkommunikation wieder aufheben, so gibt er zu das er sich geirrt hat. Damit würde er den päpstlichen Anspruch auf "Unfehlbarkeit in seinen Entscheidungen" und auch den Anspruch auf das "Dogma in Glaubensfragen" als nichtig erklären.