Artikel Christen und Juden - und doch getrennt?
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Was
trennt die Christen von den Juden?
Was hindert sie, sich unter einem
Dach zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammenzufinden?
Die
Äußerung von Shalom Ben Chorin drückt es in einem Satz
aus: „Der Glaube Jesu einigt uns, der Glaube an Jesus trennt
uns.“
„Mit dem Tode Jesu fing die evangelische Dichtung an“, sagt Pinchas Lapide ( war ein Zeuge unseres blutigen Jahrhunderts.) zu diesem Thema.
Hiermit
ist der historische Jesus gemeint, wie er als Jude gelebt und gelehrt
hat und nicht das, was die Christen später, Jahrzehnte nach seinem
Tod, aus ihm gemacht haben (der Apostel Paulus spielte dabei eine
gravierende Rolle)
Für
Juden ist nicht erkennbar, dass Jesus von Nazareth der verheißene
Messias sei. Nach jüdischer Auffassung ist die Ankunft des Messias
verbunden mit dem Beginn eines Friedensreiches, gemeinsam mit allen
Völkern und Nationen sowie die Erlösung von allem Bösen
in dieser Welt und dem Bau des dritten Tempels in Jerusalem. Dies
bedeutet Erneuerung, Friede, Gerechtigkeit und Liebe auf der Welt. Ist
dies seit der Ankunft des christlichen Messias verwirklicht worden? Wer
bei dieser Frage auf die Apokalypse hinweist, sollte bedenken, dass die
Verfolgungen und Kriege in den Zeiten der damaligen Judenchristen schon
als Endzeit gedeutet wurde und diese zur Bestätigung der Ankunft
des Messias diente.
Das Verhältnis zwischen Juden- und
Christentum hat sich für die Angehörigen beider Religionen
als besonders schicksalsträchtig erwiesen. Dabei war der Anfang
viel versprechend, bis zum Hochmittelalter lebten Juden und Christen
meist friedlich zusammen. Doch mit dem Beginn der Kreuzzüge wurden
die Juden zunehmend Opfer christlicher Angriffe.
Am
Anfang stand der Jude Jeschua, Jesus, der sich eine Reform des
Judentums wünschte. Sein Charisma und die menschennahe Art sowie
die Verständlichkeit seiner Botschaften zogen schnell viele
Schüler und Anhänger an. Sein Erfolg war der damaligen
religiösen Elite Judas, den Sadduzäern und Pharisäern,
ein Dorn im Auge. Als die Zahl seiner Anhänger, die Nazzarener
genannt wurden, wuchs und sich gleichzeitig Gerüchte verbreiteten,
er sei der ersehnte Erlöser, ließen ihn die Römer
kreuzigen.
Das Verhältnis von Christen zu Juden steuert auf einen Tiefpunkt zu
Nach
Pogromen in Bayern 1298/99, Verfolgungen während der Pestepidemie
1348/49 und Ritualmordvorwürfen in ganz Europa wurden die
friedlichen Phasen seltener. Juden mussten vor der Gefahr gen Osten
fliehen. Das 15. Jahrhundert verschärfte die angespannte Lage
weiter. Nicht nur, dass in Toledo eine Vorschrift erlassen wurde, die
das Judentum als erblich ansah ("Reinheit des Blutes"), also
rassistisch war. Die Juden Spaniens wurden auch noch aus dem Land
vertrieben, Spanien wurde "judenfrei". Dies war nicht die erste
Vertreibung, aber weder die antiken Vertreibungen aus Byzanz noch die
aus England (1290) oder Frankreich (1394) waren von ähnlicher
Konsequenz.
ber lassen Sie
uns nicht so allgemein über das Thema sprechen, lassen Sie uns
einen konkreten Abschnitt der Heiligen Schrift bedenken! Schon dies
ist eine wichtige Entscheidung, daß man sich nicht einfach von
dem leiten läßt, was man gerade empfindet, und von den Schlagworten,
die man entsprechend der heutigen political correctness nachsprechen
soll. Als evangelischen Christen sollte uns die Bindung an die Bibel
selbstverständlich sein. Das ist eine Bedingung unseres Glaubens.
Besonders die
Kapitel 9-11 aus dem Brief des Apostel Paulus an die Römer machen
zum Verhältnis von Juden und Christen sehr wichtige Aussagen. Sehr
häufig zitiert werden im jüdisch-christlichen Dialog die Worte
in Römer 11 V.18: Wisse, daß nicht du die Wurzel trägst,
sondern die Wurzel trägt dich. So eng sind wir mit dem Judentum
verbunden.
Denken Sie nur einmal daran, daß wir als Christen den größten
Teil der Bibel mit den Juden gemeinsam haben, das Alte Testament, wie
wir sagen. Das hat seine Folgen. Die meisten von uns haben ein viel
engeres Verhältnis zu Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob als
zu den alten Germanen, von denen die meisten von uns abstammen. Die
Könige David und Salomo bedeuten uns mehr als die Kaiser des Mittelalters.
Vor allem: Jesus
ist Jude. Die Evangelien zeigen ihn uns in jeder Begebenheit als einen,
der dazugehört. Nach acht Tagen wurde er wie jeder jüdische
Junge an seiner Vorhaut beschnitten und so in den Abrahambund aufgenommen.
Jesus lebte und wirkte im Land Israel und ging kaum einmal über
seine Grenzen hinaus. Seine Jünger waren Juden aus dem Volk. Er
heiligte den Sabbat durch die Teilnahme am Gottesdienst in der Synagoge.
Er nahm an den jüdischen Festen teil und feierte mit seinen Jüngern
das Passahmahl. Jesus schenkte Sündern und Verachteten aus seinem
Volk durch seine Nähe und seine Vergebung neue Gemeinschaft mit
Gott.
Nicht selten waren Schriftgelehrte und Pharisäer seine Gesprächspartner.
Sie redeten miteinander auf der Basis der Heiligen Schriften. "Du
hast wahrhaftig recht geredet!" bestätigte ihm ein Schriftgelehrter
(Markus 12 V.32), und Jesus sagte zu ihm: "Du bist nicht fern vom
Reich Gottes"(V.34). Da gab es viel Einvernehmen. Natürlich
hat er sich häufig auch scharf mit ihnen auseinandergesetzt, wie
ja unter Juden theologische Streitigkeiten oft mit besonderer Schärfe
ausgetragen werden.
Trotzdem aber
löste sich Jesus nicht aus dem Judentum. Am Kreuz betete er Psalm
22: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen."
Was in Kreisen des Judentums erwartet wurde, die Auferstehung der Toten,
wurde in Jesus Christus geschichtliche Wahrheit, als er am dritten Tage
auferstand.
Unser christlicher Glaube ist also ohne das Judentum nicht zu verstehen.
Wenn wir an Jesus glauben, dann betreten wir an seiner Hand den geistlichen
Raum des Judentums. Die Psalmen sind auch unsere Gebete und Lieder.
Auch in diesem Gottesdienst haben wir hebräische Worte verwendet
und mit dem Halleluja - Lobt Gott! - Gott gelobt und mit dem Amen -
So sei es! - uns die Gebete zu eigen gemacht.
Es ist für Christen möglich,
an einem jüdischen Gottesdienst teilzunehmen, nicht nur, weil wir
von den jüdischen Gemeinden gastfrei aufgenommen werden. Zwar ist
uns vieles ungewohnt, das Hebräisch ist schwer zu verstehen. Manchmal
hat man als Christ den Eindruck: Hier fehlt noch sehr Wichtiges, weil
Jesus nicht erwähnt wird. Trotzdem ist es möglich, ohne lauter
innere Vorbehalte an einem jüdischen Gottesdienst teilzunehmen
und mitzubeten. Das ist bei keiner anderen Religion möglich.
Denn wir befinden uns – wie gesagt – mit dem Judentum im selben
geistlichen Raum. "Wir Christen sind geistlich Semiten", hat
Papst Pius XI. 1938 sehr richtig formuliert. Oder um es mit Paulus zu
sagen, wir sind in den Ölbaum eingepropft und haben teilbekommen
an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums.
Denn uns meint er, wenn er uns in diesem
Abschnitt mit "du" anredet. Er meint die Christen, die von
nichtjüdischen Völkern abstammen. Sie sind es, die in den
Ölbaum eingepflanzt sind.
Damit das möglich wurde, wurde erst einmal Platz geschaffen. Einige
von den Zweigen des Ölbaums wurden ausgebrochen. Und warum ausgebrochen?
Um ihres Unglaubens willen, sagt Paulus.
Wen aber meint er mit diesen Zweigen?
Nach dem ganzen Zusammenhang sind
die Juden gemeint, die nicht an Jesus glauben. Paulus spricht von "einigen"
Zweigen, die ausgebrochen wurden. Das war seine Hoffnungsperspektive,
denn er erwartete für die nahe Zukunft eine völlige Veränderung
des Bildes. Wenn wir allerdings die geschichtliche Wirklichkeit heute
betrachten, handelt es sich dabei um die weitaus überwiegende Mehrheit
des Judentums. Denn so uneinig sich seine heutigen Strömungen in
fast allen anderen Fragen sind, einig sind sich mit Ausnahme der jesusgläubigen
Juden alle darin, daß Jesus nicht der Messias sein könne
und sein dürfe. Man könnte sagen, daß dies seit etwa
140 nach Christi Geburt ein Grunddogma des Judentums ist.
Wenn es aber so ist, daß die Juden, die Jesus nicht als Messias
bekennen, nicht in dem Ölbaum verwurzelt sind, von dem der Apostel
Paulus spricht, dann kann er mit dem Ölbaum nicht das uns bekannte,
weltweit verbreitete Judentum gemeint haben.
Was also dann?
Er hat das an Jesus gläubige Judentum im Blick. Sie erinnern sich:
Die Jünger Jesu waren solche Juden. Die Glieder der Urgemeinde
in Jerusalem waren Juden. Zur Zeit des Apostels Paulus gab es in Rom
wie in vielen anderen christlichen Gemeinden einen mehr oder weniger
großen Anteil an Gläubigen, die aus dem Judentum stammten.
Nach der Auffassung des Apostels stellen sie das wahre Israel dar, "das
Israel Gottes", wie er Galater 6,16 sagt.
Der Erzbischof von München und Freising,
Reinhard Marx, hat zu einer scharfen Abgrenzung gegen den
Antisemitismus und zum Dialog zwischen Juden und Christen aufgerufen.
„Wie kann man nur auf den Gedanken kommen, in der katholischen
Kirche gäbe es Platz für Antisemiten und Leugner des
Holocaust? Dem müssen wir entgegentreten“, forderte Marx in
seiner Predigt anlässlich des Festes Darstellung des Herrn am
Montag Abend im Münchner Liebfrauendom. Mit Blick auf die
umstrittene Piusbruderschaft sagte er: „Diese Gruppe muss nun
klar machen, wo sie in dieser Frage steht.“
Das Fest Darstellung des Herrn sei ein Fest der Begegnung von Juden und
Christen. „Wir sind aufgerufen, den Dialog zwischen Juden und
Christen immer wieder aufzunehmen und zu begreifen, dass wir
zusammengehören“, so Marx: „Nie wieder kann man Juden
und Christen gegeneinander stellen, dass darf nie wieder
passieren!“
Jesus Christus sei nicht zu begreifen ohne das Wissen, dass er Jude
war. Die Verbindung zwischen Juden und Christen sei eine besondere.
Marx bedauerte, dass dies in der Geschichte von Gewalt und Verfolgung
der jüdischen Mitbürger immer wieder vergessen worden sei.
„Das sind Verirrungen, die wir immer wieder überwinden
müssen“, verlangte der Erzbischof.
Das II. Vatikanische Konzil habe unterstrichen, dass das
Verhältnis zum jüdischen Volk ein spezielles bleiben
müsse. Marx erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Papst
Johannes Paul II. von den Juden immer als den „älteren
Brüdern“ der Christen gesprochen habe. Bei einem Besuch in
der Synagoge in Rom habe Johannes Paul II. betont, dass der
jüdische Glaube den Christen nicht äußerlich sei,
sondern zum Innenbereich ihres Glaubens gehöre.
Quellen DPA, Evangeische und Katolische Kirche, Wikipedia
7 Kommentare
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Kommentare zu Christen und Juden - und doch getrennt?
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Lieber Struwwel,
du bringst es auf den Punkt.Ich finde auch Israel wird zu
sehr verhätschelt und verwöhnt. Besonders wenn ich daran
denke,was sich Tag für tag Stunde für Stunde in israel
abspielt:
Messianische Juden (solche, die Yeshua als messias anerkennen) werden massiv körperlich bedroht und terrorisiert.
Daer heutige Staat israel ist antichristlich eingestellt,
und das können wir nicht tolerieren.
Mich als nazi zu bezeichnen dürfte schwer sein, da ich$
selber jüdische Vorfahren habe und Verwandte von mir den
Holocaust überlebten. dass diese Verwandten Kollaborateure
mit den Nazis gewesen wäre dürfte noch shcwerer sein mir$
nachzuweisen. Dann wären wohl alle die vor Hitler flüchten
mussten Kollaborateure gewesen.
Wir hatten jetzt 3 Wochen einen Juden zu Besuch. Nur soviel: Er darf unser Haus nicht mehr betreten sonst lassen wir ihn polizeilich wegweisen.
Die Gründe wieso erspare ich anzugeben. Als Hauseigentümer
muss ich es mir von einem gast nicht bieten lassen, dass
dieser Kreuze und Statuen auf den Boden schmeisst und zu
guter Letzt noch die Telefonbüchse demoliert.
Wenn alle Juden so wären oder sind, dann bin auch ich$
mit meinen jüdischen genen ein Antisemit.
Am schlimmsten sind die orthodoxen Juden der Chabad-Gruppe
um den verstorbenen Rebbe Mendelson Schneerson aus Lubawitsch.
Da gibt es bei mir Zero-Toleranz wenn wir als Christen
verspottet und verhöhnt werden, und sogar tätlich angegriffen werden.
Ich bin auch dafür, dass Juden, denen ihr Vermögen durch
Kriegsverbrechen geraubt wurde 100 Prozent entschädigt
werden und dass Israel die Nazis als Kriegsverbrecher
hinrichtet.
Shalom lechaim, haverim
Warum sollte der Messias ausgerechnet in Jerusalem auftauchen und einen Tempel bauen? Könnte es möglich sein, das dieser Tempel der Petersdom in Rom ist oder könnte sogar die Möglichkeit bestehen, das es sich bei diesem Tempel garnicht um ein reales Gebäude handelt?
Egal was es ist und wie man etwas nennt oder auslegt, alles ist voller Wiedersprüche, außer die Opferrolle der Israelis und Juden, diese Opferrolle wird gehegt und gepflegt und Geldgeschenke gibt es dafür letztendlich auch in Mengen. In Deutschland sorgt da alleine schon der ZDJ für.
Also ich als bekehrte Christin werde immer für Israel beten, den schließlich und endlich gehören wir am ende wenn Jesus wiederkommt zu diesem Volk und durch ihre verstocktheit im glauben an Jesus können noch viele Menschen den Weg zu Jesus finden.
Ist mir egal ob die Juden mich als christ ablehnen, ich liebe dieses Volk und werde weiter für Israel beten.
da gebe ich dir recht
Ich finde überhaupt, dass diese Liebe von Jesus zu SEINEM Volk Israel schon im 2 Jh. ins Hintertreffen geriet bei der grossen/überwiegenden Masse der Anhänger der Lehre Jesus von Nazareth, die überwiegend damals schon Heidenchristen waren.
Noch merkwürdiger mutet es mM. nach an, wenn Heidenchristen denken, sie könnten Juden dazu bekehren, an Jesus als Messias zu glauben. Denn nimmt man die Jesusaussage ernst: "Das Heil kommt von den Juden", dann kommen wir nicht umhin zu denken, dass für Israel dies (Heil) dann aus sich selbst mit Gottes Kraft kommen sollte/müsste.
Für uns Christen finde ich es wichtig, wenn uns die Liebe Jesus zu seinem Volk Israel bewusst ist/wird, dieser Liebe in Jesus so weit als nur möglich wir uns selbst annähern können. Oder anders ausgedrückt glaube ich, wer diese Liebe von Jesus zu seinem Volk gar nicht irgendwie mittragen kann in seinem Herzen, der trennt sich selbst von der Liebe Jesus ab.
seh ich auch so.
Selbst Christen sind getrennt so ist es vom Pabst Katholen verboten mit Evangelen zusammen das Abendmahl zu feiern, obwohl sie sich beide Christlich bezeichnen. Es gibt auf Erde unterschiedliche Religionen und Weltsichten aber ist es nicht grade die Spirituelle Vielfalt welche uns das Menschsein bewusst macht, Wie sagte Nathan bei Lessing " der wahre Ring ging wohl verloren " so machte sich jeder seinen Glauben. Wenn man Bedenkt das ein Jude welche die Gebetsriemen /Tefillin, anlegt sich in einer über Jahrtausende reichenden Tradition befindet und er hat der Bund welchen Abraham mit den Herrn geschlossen, hat aufs neue besiegelt.
Wie viele Religionen haben ihre Wurzeln vom Moses /Abraham / Jesus abgeleitet. Und trotzdem gibt es Kriege wegen der Religion obwohl die drei Religionen des Buches an den selben Gott glauben.