2.03

Puppen fristlos entlassen27 Jahre Kulturarbeit: eine Chronik

x 1
 
 
Puppen fristlos entlassen27 Jahre Kulturarbeit: eine Chronik

Beitrag melden

Eingestellt von
Mario Klimek /
am 11.02.09in Politik via saarbruecker-zeitung.de

Saarbrücken. Wer in diesen Tagen die Nummer des Kleinen Theaters im Rathaus wählt, erreicht nur den Anrufbeantworter mit der Ansage, dass Karten für die Vorstellungen ab sofort über das Theater im Viertel (TiV) bestellt werden können

Auf saarbruecker-zeitung.de weiterlesen

5 Kommentare

Ähnliche Beiträge aus den Themenbereichen: Theater, Rathaus, Puppen, News Europa/Welt, fristlos, Chronik

 

Kommentare zu Puppen fristlos entlassen27 Jahre Kulturarbeit: eine Chronik

 

Mario KlimekMario Klimekam 14.02.09via Saarbrücker Zeitung


Ergänzung zum Kommentar von Udo Mierke / Zitat:

"Gerade bei Angeboten für die jüngsten Rezipienten von Kunst ist das Schielen auf Quote, also die Auslastungszahlen des Theaters, kein zielführender Blick. "

Mir ist nicht klar, welches Ziel der Kulturdezernent im Blick hat:

- 1. Das Kleine Theater ist bei über 80 Vorstellungen im Jahr zu gut 90% ausgelastet. Das ist in der Praxis nicht mehr zu steigern.

- 2. Mir ist kein kommunaler Spielort bekannt, der bei so großem Angebot einen dermaßen hohen Zuspruch erfährt.

- 3. Das Kleine Theater hat eine maximale Zuschauerauslastung bei einem gleichzeitig ( ! ) qualitativ hochwertigen Angebot ausschließlich rennomierter Theatergruppen. Das muss erst einmal jemand nachmachen.

Das Kleine Theater ist im Vergleich zu gut laufenden kommunalen Angeboten anderer Städte eine herrausragende Erscheinung. In manchen (Groß)Städten wurden Kinderkulturangebote gar mangels Zuschauer eingestellt.

Mir kommt die derzeitige kulturpolitische Zielrichtung vor, wie beim Märchen vom Fischer und seiner Frau: Wer versucht, das Maximum des Ereichbaren zu steigern, stürzt maximal ab.

Udo MierkeUdo Mierkeam 14.02.09via Saarbrücker Zeitung


Teil 2
Gerade bei Angeboten für die jüngsten Rezipienten von Kunst ist das Schielen auf Quote, also die Auslastungszahlen des Theaters, kein zielführender Blick. Die Subventionshöhen des Kleinen Theaters dürften ohnehin nicht annähernd vergleichbar sein mit der Platz/Kosten-Relation zum Beispiel eines Dreispartenhauses und den dort gezahlten Gehältern.
Als Leiter der Kölner Cassiopeia Bühne kann ich aus fachlicher Sicht auch der jüngeren Spielplangestaltung Herrn Caimacans das Bestreben entnehmen, ein kunst- und sachgerechtes Theaterprogramm für seine Gäste anzubieten.
Dieser Meinung scheint sich die Stadt Saarbücken grundsätzlich anzuschließen, wenn sie ihrer Homepage publiziert: Erklärtes Ziel des Kleinen Theater ist es, dass junge Publikum positiv in seiner Entwicklung zu unterstützen. Als feste Adresse für Gastspiele (von Figurentheater und Kleinkunst) aus ganz Deutschland leistet das Kleine Theater einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung dieser teilweise wenig bekannten und unterschätzen Kunstgattungen. Die Ambitionen des Programms (sind) nicht rein künstlerischem Ehrgeiz geschuldet, sondern durchaus pädagogischer Natur: Erklärtes Ziele des Kleinen Theater ist es, das junge Publikum positiv in seiner Entwicklung zu unterstützen.
Unverständlich, die Intendanz eines so gelobten Betriebs auswechseln zu wollen.

Dieser Beitrag will auch im Namen der Mitarbeiter und Künstler unseres Theaters ein ausdrückliches Zeichen der Achtung, Wertschätzung und Solidarität mit dem für Saarbrücken bedeutsamen Theaterleiter Christian Caimacan setzen.

Udo Mierke
Cassiopeia Bühne. Blick aufs Wesentliche, Köln

Udo MierkeUdo Mierkeam 14.02.09via Saarbrücker Zeitung


Teil 1
Der Theaterwissenschafter an der Universität zu Köln, Herr Strauch, der als Vorstand der Vereinigung der Figurentheater kenntnisreich im Rheinland tätig ist, deutet zur Recht hin auf die kulturpolitischen Fährnisse, in die sich die Stadt Saarbrücken folgt man der veröffentlichten Meinung begibt.
Ob dabei der beteiligte Dezernent ursprünglich aus Berlin stammt, halten wir in diesem Zusammenhang für sekundär (Wir machen sowohl mit dem Kölner Kulturdezernenten als auch dem Kölner Kulturamtsleiter gute Erfahrungen; beide waren zuvor in Berlin tätig und kennen daher die Probleme, die es zu vermeiden gilt).
Es ist schon einige Jahre her, dass es unsere terminliche Disposition und der Etat der perspectives gGmbh erlaubten, mit unserem Tourneetheater wie vormals in Garage oder kleinem Theater zu gastierten. Seinerzeit haben wir als Künstler und Vertragspartner Herrn Caimacan als im Umgang angenehmen und sachlich professionellen Kollegen kennengelernt.

Vertragliche Änderungen und Verhandlungen sind heikle Themen, die man sich nicht im Disput der Öffentlichkeit wünscht. Hier aber geht es offenbar um mehr.
Denn: Der Umgang mit Herrn Caimacan insbesondere die Würdigung seines nachweislich zum Wohle der Stadt Saarbrücken gereichenden Lebenswerkes zeugt von dem in der medialen Berichterstattung behaupteten mangelndem Taktgefühl seitens der Kulturverwaltung der Landeshauptstadt.
Sollten ausschließlich pekuniäre Gründe (hier wohl der Wille, das Entgelt von Herrn Caimacan durch Vertragswechsel zu reduzieren) ausschlaggebend gegen eine Weiterverpflichtung Christian Caimacans stehen, so muss gefragt werden: Was ist der Kulturverwaltung die Gestaltung eines qualitativen Kulturangebotes insbesondere für die von Herrn Caimacan bediente Klientel Kinder / Familien

Rudi StrauchRudi Straucham 13.02.09via Saarbrücker Zeitung


Die Kulturpolitik in Saarbrücken stellt sich mit dieser Entscheidung ein verheerendes Armutszeugnis aus! Sehr schade für die Kinder in Saarbrücken. Dem Ruf der Stadt schadet dies mit Sicherheit europaweit. Es wird teuerer Imagekampagnen bedürfen, um einen solchen Schaden zu übertünschen. (Kultur-)armes Saarbrücken, armes Deutschland!

Mario Klimek /Mario Klimek /am 11.02.09via Saarbrücker Zeitung


Ich mache seit 22 Jahren Kindertourneetheater und kenne keine Gastspielstätte, die so viel renomiertes Figurentheater bietet, wie das Kleine Theater. Es braucht Jahre, eine Spielstätte aufzubauen. Eine mißlungene Vorstellung vertreibt Zuschauer auf lange Zeit. Der sensible kulturelle Schatz, der im Kleinen Theater etabliert wurde, beruht auf dem Vertrauen, das Einrichtungen und Zuschauer in die Arbeit und Person von Christian Caimacan gefasst haben. Neue Köpfe fangen wieder bei Null an.
Alle Kollegen mit eigener Spielstätte arbeiten am Rande der Kräfte, zu zweit, 7 Tage die Woche. Das Kleine Theater mit über 80 Vorstellungen zu leiten, ist mehr als ein Fulltime-Job. Sollte das TiV diese Aufgabe übernehmen, muss es seine Kulturarbeit einstellen, oder reduzieren. Auf der Internetseite des TIV erfahre ich weder, wer diese Leute sind, noch was sie wollen. Dieser Kommunikationsstil wäre das Ende des Kleinen Theaters.
Der Kulturdezernent Erik Schrader kommt aus der Hauptstadt schlechten Kindertheaters. Dilettanten werden gefördert, Profis kämpfen ums Überleben, oder verlassen die Stadt. Macht diese desaströse Mentalität nun an der Saar einem der erfolgreichsten, kommunalen Figurentheaterspielorte den Garaus ? Ein Kulturdezernent darf Kindertheaterlaie sein, aber nicht seine Experten entlassen. Unter www.youtube.de und der Suche: " Das Helmi Kalif Storch " sieht man das Werbevideo einer Gruppe, die von der Berliner Kulturpolitik mit 40.000 Euro gefördert wird. Ich wünsche den Saarbrückern, dass sie solche Verhältnisse zu verhindern wissen und zu ihrem künstlerischen Leiter im Kleinen Theater im Rathaus Christian Caimacan, sowie seiner Frau Adela, die immer für eine sympatische, liebevolle Betreuung der Besucher gesorgt hat, stehen.

Mario Klimek

THEATER MARIO / Duisb


Um Kommentare zu schreiben musst du eingeloggt sein. Anmelden

Noch kein Profil bei Webnews? Jetzt registrieren