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Artikel Opel kann mit der Wissensbilanz 2.0 punkten

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Opel kann mit der Wissensbilanz 2.0 punkten

 


Die aktuelle Wirtschaftskrise nimmt weiter Fahrt auf und trotz der
täglich neuen Beschwörungen der Politik kommen ständig neue Unternehmen
ins Trudeln.


Heiß debattiert und dennoch oft an der eigentlichen Problematik
vorbeidiskutiert zeigt sich die Entwicklung beim Automobilbauer Opel.
Die deutsche GM-Tochter ist vom Totalverlust bedroht. Damit stehen
nicht nur etwa 25.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel – auch der Ruf der
deutschen Automobilindustrie ist angekratzt.


Die Problemfeld der Adam Opel Ag dreht sich um Abhängigkeiten von
der amerikanischen Mutterfirma GM und deren desaströsen
wirtschaftlichen Lage, der Absicherung finanzieller Engpässe und vor
allem in der Struktur des Unternehmens.


Da wird es nicht ausreichen, mit immer wieder neuen staatlichen
Finanzspritzen die Lage ruhig zu halten! Mittlerweile reden immer mehr
anerkannte Wirtschaftsexperten davon, dass es weder sinnvoll noch
wirtschaftlich klug ist, marode Unternehmen mit staatlichen Mitteln zu
stützen. Das Verlangen nach immer wieder neuen Finanzspritzen wird zu
einer Geldverbrennung ungeheuren Ausmaßes führen und letzten Endes doch
im Fiasko enden. Feuer kann eben nicht mit Papier, auch nicht mit
Geldscheinen, gelöscht werden.


Die Probleme bei Opel liegen tiefer. Mit einer umfassenden Erfassung
der Vermögenswerte in dem angeschlagenen Unternehmen könnten die Wege
in eine neue Zukunft des Unternehmens oder im schlechtesten Fall der
dann dennoch sinnvollen Aufgabe der Unternehmenstätigkeit gegangen
werden. Dazu gehört auch die Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte,
wie sie die Wissensbilanz 2.0 möglich macht.


Insbesondere bezüglich des Strukturkapitals und des
Beziehungskapitals tun sich bei Opel große Reserven auf. Hier den Hebel
anzusetzen und völlig neue Gesellschafts-, Zulieferer- und
Vertriebsstrukturen weltweit zu organisieren wäre eine Aufgabe, die der
Restrukturierung des Unternehmens zugute kommt. Damit könnte Opel auch
bei den Finanzierern und Kunden wirklich punkten. Wenn staatliche
Mittel den kränkelnden Autobauer noch aus dem Sumpf ziehen können, dann
nur, wenn mit genau diesen Mitteln die alten Strukturen aufgebrochen
und neu gestaltet und Beziehungen zum externen Umfeld in neuer und vor
allem hoher Qualität aufgebaut werden. Wenn die Finanzspritzen aber
dazu verwandt werden, den bisherigen Trott auf niedrigem Niveau
aufrecht zu erhalten, dann ist mit dem baldigen Verblassen des
Opel-Blitzes unvermeidlich zu rechnen.


Während die Adam Opel AG über ein unbestritten hohes Humankapital
verfügt sind die Strukturen in breitem Ausmaß unklar und dazu auch noch
unterentwickelt. Insbesondere die Bindung an den Mutterkonzern mit all
den wackelnden Prozessen macht ein selbständiges Agieren schwierig.
Alle Probleme, die sich bei General Motors entwickeln müssen auch bei
Opel mit ausgefochten werden. Generell selbständige
Unternehmensentscheidungen scheitern immer wieder an der verhärteten
Unternehmenskultur in vielfacher Hinsicht. Selbst die Gestaltung der
Infrastruktur bezüglich der Produktionsstandorte zeigt sich in diesen
Tagen wieder problematisch, wenn nicht gar halsbrecherisch.
Das Beziehungskapital des Autobauers zeigt sich dann in logischer Folge
ebenso angekratzt. Seit Jahrzehnten schon leidet Opel unter einem
Imageverlust. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Offensichtlich
gelingt es kaum, neue junge Kundenkreise für die Modellpalette zu
begeistern und selbst die Kundebindung bezüglich des bestehenden
Kundenstammes erweist sich als immer wieder schwierig. Gerade in Zeiten
des Verfalls monetärer Werte und der viel beschworenen Abwrackprämien
brauchen die Menschen Sicherheit und Bindung an Bekanntes. Ob Opel in
der jetzigen Verfassung diese Erwartungen erfüllen kann scheint
fragwürdig.


Die Zulieferer sind auf wirtschaftlichen Befehl von GM hin ohnehin
schon immer recht kurz gehalten worden und das Vertrauen von Partnern
und Kunden wird immer wieder auf harte Proben gestellt. So erfolgte die
Umstellung auf eine neue Produktpalette vor Jahren nur zögerlich, wenn
überhaupt. Der Ruf und das Vertrauen, dass Opel noch zu Zeiten des
legendären Manta hatte, scheinen längst verspielt und sollten dringend
wieder aufpoliert werden.


Stattdessen macht sich die Politik daran, zu prüfen, inwieweit die
eine oder andere Finanzspritze den Autobauer am Leben erhalten kann.
Nicht ausgesprochene Zielstellung ist dabei weniger der Erhalt der
Autoschmiede sondern vielmehr der Erhalt des sozialen Friedens.


Das damit keine wirklichen Veränderungen angeschoben werden liegt
auf der Hand. Viel zu sehr beschäftigt man sich jetzt noch mit den
Fehlern der Vergangenheit. Wer nicht auf der Strecke bleiben will muss
nach vorn sehen und kann sich nicht in alten Fehlern und überkommenen
Denkweisen gesundbeten. Denn es gibt Dinge, da hilft auch Beten nicht
wirklich. Eine Neubewertung auch der immateriellen Vermögenswerte ist
der Weg, der Neuentwicklungen wirklich möglich macht und sowohl
Arbeitsplätze als auch ganze Unternehmen retten kann – auch bei Opel!


Mehr Informationen zur Wissensbilanz 2.0 gibt’s auf www.wissensbilanz.ch


 


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