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Horst-Eberhard Richter betrachtet die Finanzkrise als Kulturkrise

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Horst-Eberhard Richter betrachtet die Finanzkrise als Kulturkrise

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Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter interpretiert die aktuelle Finanzkrise als Ausdruck eines kulturellen Werteverfalls: “Es handelt sich um eine Kulturkrise, die bestimmt ist von einem systematischen Werteverfall.” Eine Lösung erhofft er sich von den USA: Sie könnten professionelles Krisenmanagement leisten und eine Reinigung einleiten.

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9 Kommentare

Kommentare zu Horst-Eberhard Richter betrachtet die Finanzkrise als Kulturkrise

 

QuakmorsQuakmorsam 07.03.09


Die Krise wäre auf jeden Fall gekommen. Das hat mit Verfall der Moral gar nichts zu tun. Geld mit Geld verdienen geht auf die Dauer nicht gut. Wenn das Geld fortwährend vermehrt wird, übersteigt die Geldmenge eines Tages die vorhandenen Gegenwerte. Dann müssen für Billionen künstliche "Werte" geschaffen werden.
Diese Blase platzt mal, und alle machen ein langes Gesicht. Geld mit Geld verdienen ist unmoralisch! Das hat Karl Marx schon geschrieben und genau das vorhergesagt, was jetzt eingetreten ist. Geld ist eben keine Ware, wenn man es auch so betrachtet. Ware hat man irgendwann genug, Geld nie, das ist der gravierende Unterschied. Das können wir als Normalos nicht nachvollziehen, aber es scheint so, dass, wenn man reichlich davon hat, sich im Kopf wohl ein Schalter umlegt und man gierig wird.

Eddy1364Eddy1364am 07.03.09


Hallo Silberruecken,

ja Du hast Recht, genau der Mann,ist das. Ich weiß zwar nicht, ob dieser " TYP" , irgendann in der "DDR " gelebt,hat. Aber egal, nur wir wissen, wie es war.

SilberrueckenSilberrueckenam 07.03.09


Richter, ist das nicht der Mann, der vor wenigen Monaten erst ein mehrbändiges Werk über die "Große Deutsche Geschichte" verfasst hat? Darin wird der DDR Versagen auf allen Gebieten bescheinigt. Also wenn ich an unere soziale Betreuung ab Krippenplatz bis zur Lehrstelle denke, könnten heute viele froh sein, dass die BRD auch auf allen Gebieten versagt hätte. Hotchmao, habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen, ist schon verständlich, wenn auch etwas anstrengend nach den Beiträgen in anderen Themenkreisen. Aber für mich ist das alles nichts neues, was er schreibt, darüber haben wir ja schon oft diskutiert. Und wenn er zu dem Schluss kommt, das seine Hoffnungen auf den USA liegen, die durch ein professionelles Krisenmanagement
zur durchgreifenden Reinigung der gestörten psychisch-moralischen Kultur beitragen könnten, denk ich mir, der Mann ist senil in der 6. Potenz. Eben seine USA haben in der derzeitigen Situation total versagt. Mohammet hat völlig Recht mit F.D.Roosevelts Zitat.

NeleinloveNeleinloveam 07.03.09


Wenn man weiß, wie Banker miteinander und mit Kunden umgehen, so ist man im Schweinestall gelandet. Und genau dieser sittliche Verfall führte auch mit zu diesem globalen Finanzdisaster.

Die Musik geht zurück ins Mittelalter. Es ist fast grotesk. Und so kann man an es auf allen Gebieten betrachten, die Haare tricolor wie ein Hund und sofort ist man uptodate. Deutsch, nein, lieber viel Anglismen, es klingt gebildet. Ob es das auch ist? Schuster brauchen wir nicht mehr, jedes Jahr ein paar neue "fußgerechte" Plasteschuhe. Die Orthopäden und Hautärzte raufen sich die Haare. Und so kann man die Liste bedenkenlos fortführen. Aber es ist so gewollt, denn ein dummes Volk ist ein leicht zu führendes Volk.

hotchemaohotchemaoam 07.03.09


du hast nicht unrecht.
Richter allerdings spricht nicht vom Werteverfall einer Gesellschaft, sonder vom kulturellen Werteverfall. Das ist ein Unterschied. Was du "Entsozialisierung" nennst und ursächlich betrachtest ist wiederum für ihn nur eine Folge. Sein Ansatz bewegt sich auf einer anderen Ebene. Er bezieht uns als handelnde Individuen ins Geschehenn ein. Nicht als "einzeln Schuldige" sondern als kulturell aktive, handelnde Verursacher. Als permissiv Verantwortliche. Das ist vor allem deshalb eine hochinteressanter Ansatz, weil er gleichzeitig Lösungsoptionen impliziert. Nicht heute und morgen. Seine kultursoziologische Betrachtung beinhaltet ja nicht nur die Feststellung, sondern auch die Entwicklung im Geschehenen und logischerweise auch im Künftigen. Wichtig: es sind nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern alle kulturell agierenden "Gesellschafter" aufgefordert, weil eben auch ursächlich. Für Gestern und Morgen.

MeckerossiMeckerossiam 07.03.09


Der Werteverfall der Gesellschaft ist nur eine sekundäre Erscheinung der Krise. Ursache dieses Werteverfalls ist die Entsozialisierung der Gesellschaft. In dem man alle Lebensbereiche kapitalisiert wird die Gesellschaft zwangsläufig entsolidarisiert. Sprich, wer Geld, hat hat auch das Recht auf ein besseres Leben auf seiner Seite. Gleichzeitig spricht man den Mittellosen das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Leben ab. Das ist der Grundwiederspruch der kapiatistischen Gesellschaft der sich nicht lösen läßt. Der Versuch dies durch eine soziale Marktwirtschaft zur korrigieren ist bekanntermaßen fehlgeschlagen. Im globalisierten kapitalitischen Wirtschaftsgefüge regiert einzig die Gier nach Profit. Übrig bleibt nur die Sozialisierung von Schulden die das Sytem stützen. Diese lassen es nicht mehr zu, den Sozialstaat tragfähig zu halten. Werteverfall ist nur eine Folge, aber keine Ursache.

mikikamikikaam 07.03.09


Der Mann hat recht, die Raffgier von einer gewissen "Bevölkerungsschicht" ist grenzenlos!!

Politiker, mit ihren Lobbyisten, Banker, Manager arbeiten nur noch in die eigene Tasche !!

Zum Wohle des Volkes!!

rapmerapmeam 07.03.09


Einfach mehr Geld drucken und aus den Fenstern werfen. Irgendeiner wird es aufheben und anlegen.

mohammetmohammetam 07.03.09


Ich zitiere Franklin D. Roosevelt:
"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, daß es genau so geplant war." - Und die Finanz gehört auch zur Politik. Noch Fragen? Alles Strategie zum Zwecke des Erreichens eines großen Zieles...


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