Artikel Das drahtlose Kind
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Machen wir uns nichts vor.
Zur Stärkung der Binnennachfrage kommt es mehr als je
auf den Konsum jedes einzelnen Mitbürgers an.
Da können wir auch die jüngsten der Verbraucher nicht außen vorlassen.
Über das Kaufverhalten der 7-18jährigen kann man nur Positives berichten.
Aber, wie sieht es mit dem Konsum in der Gruppe der 1-7jährigen aus?
Wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt noch von
"Konsumverhalten" sprechen will.
Sie fressen sich bei Mami durch und konsumieren und gebrauchen nur
was man ihnen schenkt, diese Rotzgören!
Die kaufen eigentlich gar nichts, die fordern oft nicht einmal Taschengeld!
Manche besitzen nicht einmal eine Playstation.
So kann es nicht weitergehen mit der Jugend, erkannte auch die Bundesregierung bereits Anfang der 90er Jahre.
In Zusammenarbeit mit der Industrie wurde jahrelang intensiv nach der
Ursache der Konsumverweigerung der Heranwachsenden geforscht und man wurde fündig.
Neben dem fehlenden Taschengeld scheint das nahezu symbiotische Verhältnis
zwischen Kind und Eltern, aus den jungen Opfern abhängige und entmündigte Kaufverweigerer zu machen.
Ja, 56% der in der Studie befragten 3-5 jährigen ließen sich sogar das
Fernsehprogramm von ihren Eltern vorschreiben!
So weit ist es nun schon mit dem ganzen "Wischi-Waschi Pädagogik Kram" in unserem Land gekommen.
Kurzum, die übertriebene elterliche Fürsorge bedeutet eindeutig das Ende unserer schönen sozialen Marktwirtschaft!
Nur, wie kann man Kinder und Jugendliche dem schädlichen Klammergriff
ihrer Erziehungsberechtigten entreißen?
Den Haupteinfluss üben Eltern auf ihre Kinder über Kommunikation aus,
fanden die Experten heraus.
Hier genau musste man ansetzen.
Denn, was sind denn die ständigen Erziehungsversuche der Eltern wirklich?
Genau, nichts anderes, als gezielte manipulative Indoktrinierung,
quasi Gehirnwäsche, ohne jegliche staatliche Kontrolle.
Ergo, ging es darum andere Kommunikationsmittel zu erschaffen,
um die Jugendlichen vor diesem unsozialen Einfluss zu schützen.
Für die Teenager erarbeitete man, in Zusammenarbeit mit amerikanischen
Psychologen der Universität Guantanamo, ein raffiniertes Konzept.
Nach dem Privatfernsehen förderte man das Internet und warf massenhaft Computerspiele auf den Markt.
Nun hatten die Teenies endlich ihre eigene Welt, fernab elterlicher Kontrolle,
da waren die aber froh!
Nun brauchten sie nur noch eine Möglichkeit, sich mit anderen Teenies
permanent über die Dinge zu unterhalten, die sie in der virtuellen Welt erlebt, aber nicht verarbeitet hatten.
Aber auch das Problem ließ sich lösen, die Handys wurde immer
preiswerter und heute sind bereits neun von sechs der 7-18jährigen
mit einem eigenen, schnurlosen Anschluss ausgestattet und rund um die
Uhr für Werbung und sinnlose Gespräche erreichbar und bereit.
Die ganze Sache war ein voller Erfolg!
Gut, aber wie verhalte ich mich, wenn ich so einen dreijährigen
Totalverweigerer zu Hause habe?
Ich meine, das kann ja passieren, so etwas ist ja nicht immer geplant.
Nur, wie können wir ihn als verantwortungsvolle Eltern frühzeitig fördern.
Computer und RTL findet der öde. (Trotzphase!)
Mein Tipp, beginnen Sie mit Ihrem Kind so schnell wie möglich mit der
frühkindlichen Kommunikationserziehung.
Schaffen Sie schon innerhalb der ersten drei Lebensmonate ein Babyphon an
und lassen Sie Ihr Kind damit spielen, um späteren Berührungsängsten mit
elektronischen Geräten vorzubeugen..
Spätestens mit einem Jahr sollte Ihr Kind Ihre Stimme auch über Handy erkennen,
ohne zu fremdeln.
Wenn Ihr Nachwuchs sich bereits alleine für "Pipi" und "Groß" meldet,
kann man durchaus an die ersten selbstverfassten E-Mails denken.
Ein Handy mit 3 Jahren ist heutzutage bereits Standard für engagierte Eltern
und auch Sie sollten sich diesem Trend nicht verschließen.
Sie wollen doch nicht, dass Ihr Kind bereits im Kindergarten zum Außenseiter
wird, nur weil es ein kommunikativer Spätentwickler ist.
Mit dem simst dann keiner seiner Vorschulkollegen!!
Das kann doch nicht das Ziel Ihrer Erziehung sein, oder?
P.S
Liebe Kinder,
diesen Beitrag könnt Ihr Euch auch aufs Handy herunterladen.
(Jetzt auch als Morseton!)
Für nur 1,99 Euro im Monat.
Und wenn der Artikel drauf ist, könnt Ihr Euch Euer Handy so oft Ihr
wollt an die Stirn hauen und zwar überall, wo Ihr auch gerade seid.
Ihr könnt die Beule sogar aufnehmen und dann anschließend ins Internet setzen.
Ist das nicht voll fett krass???
Das Ganze, nur für Euch, ohne Extragebühren!
Versprochen.
;-)
http://www.hartz-aber-lustig.de/
1 Kommentar
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