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Die SPD und der verklärte Blick auf die DDR

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Die SPD und der verklärte Blick auf die DDR

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Erst vor wenigen Tagen zeigte Franz Müntefering klare Kante. Dass die DDR ein Unrechtsstaat war, daran gibt es für ihn nichts zu deuteln. Doch die Linie des SPD-Vorsitzenden ist umstritten. Bald 20 Jahre nach friedlicher Revolution und Mauerfall bricht nun innerhalb der Partei ein Geschichtsstreit aus

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107 Kommentare

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Kommentare zu Die SPD und der verklärte Blick auf die DDR

 

chafardchafardam 25.03.09


Jeder aber weiss das die Pseudodemokratie, genannt Bundesrepublik auch kein lupenreiner Rechtsstatt ist, wenn schon der Verfassunggericht das Wahlprozedere als Verfassungwidrig abstempelt oder Leute auf eine Verdacht oder Mutmassungen ihren Job verlieren dürfen und auf der anderen Seite Trottel Idioten und Arschlöcxher ungestraft Karrieren Machen können und Richter im Namen des Volkes Unrecht sprechen .
Was unterscheidet den die Land von der DDR, naja es gibt Bananen und Autos auf Pump.

kalmarkalmaram 25.03.09


Stimmt, sie war eine völlig skrupellose stalinistische Terror-Richterin. Und es ist ein Kalauer der Geschichte, dass das von ihr geschaffene System des Unrechts auch mit ihr gestorben ist.

NeleinloveNeleinloveam 25.03.09


@ JohnnyCash
Das ist nach Vorlage geplaudert. Man meinte, Du hättest es aus irgend einem Bilderbuch entnommen. Ich habe in beiden Staatsformen genügend Jahre gelebt, viele Gerichtsverhandlungen hinter mir und festgestellt, soviel Unrecht, wie für Recht in der BRD verkauft wird, meint man, kann es gar nicht geben. Aber Justizia ist bekanntlicher Weise blind.
Es gab in der DDR kaum Kredite und die nur beschränkt. Betriebe durften Rechnungen beleihen.
Die Steuern wurden korrekt abgezogen in jedem Monat, hier hat man auch Lohnsteuertabellen, aber diese schätzen, wie auch immer das gehen mag.
Ich war in der Kirche, die wirklich nicht gewollt war, aber in meiner Freiheit nicht beschnitten. Hier werde ich in kleinsten Dingen beschnitten und wenn ich an die Offenbarungen für Hartz4 denke, wird es mir übel.
Karriere, dieses Wort hat falschen Klang. Schau Dir doch die bundesdeutschen Karreristen an. Ich möchte mit keinem tauschen.

NeleinloveNeleinloveam 25.03.09


@ JohnnyCash
Das ist nach Vorlage geplaudert. Man meinte, Du hättest es aus irgend einem Bilderbuch entnommen. Ich habe in beiden Staatsformen genügend Jahre gelebt, viele Gerichtsverhandlungen hinter mir und festgestellt, soviel Unrecht, wie für Recht in der BRD verkauft wird, meint man, kann es gar nicht geben. Aber Justizia ist bekanntlicher Weise blind.
Es gab in der DDR kaum Kredite und die nur beschränkt. Betriebe durften Rechnungen beleihen.
Die Steuern wurden korrekt abgezogen in jedem Monat, hier hat man auch Lohnsteuertabellen, aber diese schätzen, wie auch immer das gehen mag.
Ich war in der Kirche, die wirklich nicht gewollt war, aber in meiner Freiheit nicht beschnitten. Hier werde ich in kleinsten Dingen beschnitten und wenn ich an die Offenbarungen für Hartz4 denke, wird es mir übel.
Karriere, dieses Wort hat falschen Klang. Schau Dir doch die bundesdeutschen Karreristen an. Ich möchte mit keinem tauschen.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Wieder voll daneben! Ich wuchs auf in einem Haus mit einer uralten Privatbäckerei, die es vor, während und nach der DDR gab und gibt. In unserer kleinen 10000-Einwohner-Stadt gab es davon ein halbes Dutzend, fast soviele privat Urmachergeschäfte gab's ebenfalls, dazu kamen noch gut ein Dutzend private Malerbetriebe und ungefähr drei oder vier private Tischlerein. In unserer Nachbarschaft gab es auch in während der DDR eine private Möbelfabrik mit mehreren Hundert Mitarbeitern, die hauptsächlich für Schweden gearbeitet haben. Und glaubst du allen Ernstes, dass in diesem Land ein wirklicher Systemgegner auch nur die leisteste Chance auf eine z.B. politische Karriere hätte oder dass es in der BRD die vielen "Freiheiten" geben würde, wenn sie das bestehende System gefährden würden? Warum wird denn wohl die Linke vom Verfassungsschutz observiert?

JohnnyCashJohnnyCasham 25.03.09


Ich möchte es konkretisieren: Privateigentum gab es in der DDR natürlich schon (eigenes Auto etc etc.), aber nicht in dem Sinne, dass man mit dem Kapital frei wirtschaften konnte wie ein Unternehmer in einer freien Marktwirtschaft. Man konnte also nicht einfach seinen eigenen Laden oder seine eigen Fabrik aufmachen. Insofern war das Privateigentum natürlich begrenzt.

Es ist auch richtig, dass man Abitur machen konnte, ohne in der SED zu sein. Wer aber Karriere machen wollte und einen verantwortungsvollen Posten übernehmen wollte, konnte kaum ein Systemkritiker sein. Insofern war die persönliche Entwicklung natürlich schon von der Loyalität dem Regime gegenüber abhängig. Viele DDR-Bürger scheuten die Konfrontation mit dem Regime und zogen sich in unpolitische Nischen im Alltagsleben zurück. Wer es wagte, politische Opposition zu betreiben (Bürgerrechtsgruppen, Kirche etc.) musste mit Sanktionen und Observation rechnen.

Warum war die DDR ein Unrechtsstaat? Neben Aushöhlung und Einschränkung der bürgerlichen Freiheitsrechte, der unfreien Wahlstruktur spielt auch die Konzentration exekutiver Gestaltungsmacht eine Rolle. Es wurde zu keinem Zeitpunkt der demokratische Wille von unten nach oben übersetzt. Verbände und Vereine hatten keine wirkliche politische Bedeutung. Die effektive Regierungsgewalt in der DDR lag bei den Spitzen der Staatspartei und sonst niemandem.

Die Rolle der Justiz haben ich ebenso angesprochen. Eine echte Gewaltenteilung hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Es gab also keine Gewaltenkontrolle und keinen demokratischen Verfassungskern wie im Grundgesetz, der Bürgerrechte vorstaatlich macht, also die der Staat seinen Bürgern nicht erst gewähren muss, sondern die immer da sind und sogar vom Staat zu schützen sind.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Ich befürchte schon lange, dass es so gewollt ist. Wie gesagt:"Divide et impera!".

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Nur waren die Unterschiede zwischen einem Ing. und einem Arbeiter nicht so groß. Und woher kommt eigentlich dein Geistesblitz, in der DDR hätte es kein Privateigentum gegeben? Einen so selten großen Blödsinn, wie du ihn hier offerierst, hab' ich wirklich selten gelesen, bei allen Fehlern, die die DDR wirklich hatte. Deine Weisheiten hättest du auch, nur andersrum selbstverständlich, beim Parteilehrjahr der SED erwerben können.

stakeholderstakeholderam 25.03.09


Wahrscheinlich lässt sich zwischen allen Diskutanten Einigkeit darüber erzielen, dass Ulbricht, Pieck, Honecker, Mielke, Krenz, Schabowski, Mittag und all die anderen - absolute Schweinepriester waren, keinerlei Ausbildung für Ihre Jobs vorweisen konnten, charakterlich ungeeignet waren und nur durch eine "moskaugesteuerte Parteikarriere" zu Macht und Einfluss gekommen sind.

Vielleicht kann man sich auch darauf einigen, dass all diese Betonköpfe, den durch einen verlorenen Krieg durch eine der Siegermächte entstandenen Kommunistischen Staat an die Wand gefahren haben.

Einige Diskutanten werden sich vielleicht auch erinnern, dass wir Wessis gleich nach Kriegsende mit "Care-Paketen" versorgt wurden. Die Ossis aber mussten Ihre Ernteerträge an die grlorreiche rote Armee abliefern.

Die ganz alten Knaben unter uns Wessis werden mit Stolz auf die Zeiten des Aufbaus im Westen zurück blicken. Die Kollegen aus dem Osten, tja, die haben all Ihre Fabriken ihre Maschinen abgebaut, schön verpackt und nach Moskau verladen.

So mancher von uns "Wessis Opas", weiss noch wie stolz er war, dass sein Enkelkind zum Studium an die Harvard Uni durfte. Die "Ossi Opas" verschweigen liebe, dass ihr Enkelkind an der Kosmo... bummsdings Uni in Leningrad oder Moskau seine russisch Kenntnisse aufpolieren musste.

Alles was war ist längst Asche. - Wenn man einige der Diskussionsbeiträge aufmerksam liest, dann kann man verzweifeln. Willi Brandt muss einen an der Klatsche gehabt haben, ... denn hier wächst gar nichts zusammen.

Ideologische Grabenkämpfe, die durch bestimmte Interessensgruppen immer wieder angeheizt werden, verhindern mögliche positive Entwicklungen zwischen den Menschen.

bleibt fröhlich und aktiv
und denkt daran am 27. September habt ihr die Wahl
stakeholder

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Genauso die soziale Gerechtigkeit. Wer im Staate BRD lebt, sollte sich kaum über soziale Gerechtigkeit in anderen Ländern ereifern. Die in der DDR war der hiesigen sicher um Längen voraus, aus welchen Gründen auch immer. Ich kannte z.B. keinen Betriebsleiter, der fünfzig mal soviel verdient hat, wie seine Angestellten und Arbeiter. Und das gehört auch zur sozialen Gerechtigkeit. Oder schau dir mal die Geburtenraten in der DDR und die in der BRD an. Auch das ist Ausdruck sozialer Gerechtigkeit. Dein größter Witz ist aber das Anzweifeln der sogenannten "soziale Aufwärtsmobilität". Damit hast du dir ja ein ganz prima Eigentor geschossen. Warum sollte in der DDR niemand an einem Fortkommen oder an Aufstieg in welcher Form auch immer interressiert gewesen sein? Sicher, es gab keine Berufsstudenten. Trotzdem gab es genügend Menschen, die sich fortgebildet haben, die studiert haben, um einen gewissen Aufstieg zun schaffen. Trotz "Gleichmacherei"!

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Noch eine kleiner Nachtrag. Wie blödsinnig deine Behauptung mit der SED-Mitgliedschaft und dem Abitur sind, zeigt folgender Sachverhalt. Zum Abitur wurde man in den Regel mit 14 Jahren "zugelassen", hauptsächlich zählte dabei, anders als heute, ein Leistungsdurchschnitt von unter 2,0. Bevorzugungen gab es aber unbestreitbar, gerade bei z.B. Offiziersbewerbern, und auch gezielt Benachteiligungen, z.B. bei Nichtteilnahme an der Jugendweihe und Nichtmitgliedschaft in der FDJ. Aber nun nochmal zur SED-Mitgliedschaft, die gab's erst mit 18 Jahren, hatte also so gut wie gar keinen Einfluss auf's Abitur. Bevor man abschreibt, sollte man sich besser erst einmal mit der Materie genauer befassen.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Deswegen war sie aber kein Nazi, wie ein Herr Filbinger.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Komisch, dass ich, der ich aus einem kleibürgerlichen Elternhaus stamme (Vater und Großvater private Handwerksmeister) und zum damaligen Zeitpunkt noch nicht einmal an eine SED-Mitgliedsschaft gedacht habe, 1977 mein Abi machen durfte. Auch den Rest hast du schön abgeschrieben.

kalmarkalmaram 25.03.09


Alter Sack, eine Justiz wie in der DDR, die von der "blutigen" Hilde Benjamin gezielt als Unrechtsjustiz mit parteilichen Richtern aufgebaut wurde, brauchte keine übernommenen Nazirichter, sie wurde konsequent als stalinistische Unterdrückungsjustiz konstruiert und hat die Methoden der Nazigerichte mit neuem Personal gradlinig weiter gerührt. Das Unrecht wurde nur von Braun auf Rot umlackiert.

JohnnyCashJohnnyCasham 25.03.09


Die DDR war ein Unrechtsstaat, also eine Diktatur nach sowjetkommunistischem Muster. Das lässt sich anhand klarer Fakten festmachen:

1. Es gab zu keiner Zeit (außer im März 1990) Wahlen, die frei, gleich, geheim, allgemein und direkt waren. Die Staatspartei SED hatte zudem jegliche politische Opposition unterdrückt bzw. verboten.

2. Es gab keine Rechtsstaatlichkeit. D.h. die Menschenrechte (Menschenwürde), so wie sie in der KSZE-Akte von Helsinki von der DDR in den 70ern anerkannt worden waren, waren faktisch nicht in nationales Recht umgesetzt. Die Behörden konnten bis zum willkürlich verhaften. Es gab keine Verhältnismäßigkeit. Die Grundrechte waren nicht implementiert (keine freie Meinungsäußerung, keine Pressefreiheit, keine Verrsammlungsfreiheit, keine freie Berufswahl, kein Privateigentum, keine Reisefreiheit). Die Mauer und der Eiserne Vorhang sind Zeugnis dieser Unfreiheit.

3. Die Utopie sozialer Gerechtigkeit:
Soziale Gerechtigkeit gab es in der DDR zu keinem Zeitpunkt. Die staatlich verordnete Gleichmacherei verhinderte jede soziale Aufwärtsmobilität. Zudem entschieden andere Faktoren (SED-Mitgliedschaft, System-Linientreue) darüber, ob man Abitur machen, studieren und überhaupt verantwortungsvolle Posten übernehmen konnte. Die maroden Staatsbetriebe und die fatalen Umweltschäden haben das Land wirtschaftlich und ökologisch ruiniert.

karlweberkarlweberam 25.03.09


Wie zu lesen ist, scheint Münteferings deutliche Meinung
mit Lügen und individuellen Lebenslügen zu kollidieren.
Das mag schmerzhaft sein, ist aber notwendig.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


6.Man schaue sich einmal die Größen unserer jetzigen rechten Parteien an, dann wird man erstaunt feststellen, dass diese zum großen Teil aus den ABL stammen.
Bei allem Unfug und Unrecht, welches in der DDR geschah, sollte man doch bitte die Kirche im Dorf lassen. Und dazu gehört auch, endlich zuzugeben, dass in der BRD die braune Vergangenheit nie wirklich aufgearbeitet wurde und dass es eher der Normalfall war, lange Zeit Altnazis zu hofieren und diese überhaupt keine Probleme hatten, in höchste politische Ämter aufzusteigen. Diese jetzt auch noch der DDR anzulasten, ist einfach nur lächerlich und zeigt, dass man auch heute noch nicht bereit ist, die eigene Vergangeheit aufzuarbeiten, dieses aber mit den Ossis in einer wirklich unglaublichen Arroganz praktizieren möchte.

Alter_SackAlter_Sackam 25.03.09


Also die "Karrieren" von Altnazis in der DDR mit denen in der BRD vergleichen zu wollen, ist mit Schwachsinn schon nicht mehr zu beschreiben.
1.GFM Paulus war zwar in seiner Position und im Dienstgrad ein großes Tier in der Wehrmacht, ihn aber als Nazis bezeichnen zu wollen, ist einfach Unsinn.
2.In der DDR gab es zu keinem Zeitpunkt einen z.B. Staatsratsvorsitzenden, der vor 1945 in der NSDAP und weiterhin Regierungsmitarbeiter im Dritten Reich war.
3.Das MfS wurde nicht wie der BND durch einen ehemaligen Abwehroffizier der Wehrmacht und einen ehemaligen SS-Brigadeführer und Chef des SD der SD aufgebaut.
4.Weiterhin hatte diese MfS nicht bis weit in die siebziger Jahre einen Großteil an Mitarbeitern, die vor 1945 Mirarbeiter der GESTAPO oder Mitglieder der SS waren.
5.In der DDR gab es zu keinem Zeitpunkt einen SED-Bezirkssekretär, der vor 1945 Marinerichter war und noch kurz vor Kriegsende Todesurteile gegen kriegsmüde Marinangehörige aussprach.

SchwabenteufelSchwabenteufelam 24.03.09


Die Meckerheinis muss es mal nun eben auch geben,früher war alles besser,eh klar,früher war immer alles beser

kalmarkalmaram 24.03.09


Schwabi, in meinem Beruf hat sich das Völkchen doch sofort nach der Wende durchgemischt und das sehr erfolgreich. Die Schauspieler und Regisseure aus dem Osten hatten zwar eine andere Ausbildung als die aus dem Westen, aber das hat sich gegenseitig befruchtet. Die Bühnentechniker mussten völlig neu angelernt werden, da im Westen mit viel weniger Personal gearbeitet wird und die Computer das meiste verrichten. Die Ideologen sind sehr bald auf der Strecke geblieben. Und so einige "Im-Nachhinein-Hindreher" wie "Meckerossi" oder "Jahrgang 1940" - "Troller" ist auch nicht schlecht- sorgen schon dafür, das die Diskussion über die DDR nicht einschläft.


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