Ungehörig
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Ich bin Rentnerin und kann mir nicht einmal mehr eine neue Brille leisten, obwohl ich sie dringendst benötigen würde, da ich sie nun komplett selbst bezahlen müsste. Ich kann sehr gut verstehen, dass die Ärzte endlich einmal wieder für ihre großen Leistungen auch dementsprechend bezahlt werden möchten. Jedoch sind sie für uns Patienten keineswegs mehr Götter in weiß !!! Als Patient ist es schon ein sehr verletzendes Gefühl, dass einen auch oft in Depressionen stürzen kann, wenn man von einem Arzt wie ein lästiges Übel behandelt wird !!! Wartezeiten werden immer länger, die "Abfertigung" des Patienten immer kürzer !!! Und dann muss sich der Patient auch noch anhören, dass eben nicht mehr "Zeit" von den Kassen bezahlt wird. Wo bleibt bitte bei all diesen Diskussionen der Hypokratische Eid und die Menschlichkeit ??? Wählt ein Arzt nur deshalb seinen Beruf, weil er damit gut verdienen will ??? Die Ärzte sollten nicht vergessen: Ihre Patienten arbeiten genauso hart, wenn nicht noch härter, als sie selbst. Sie haben Respekt und Achtung verdient. Und wenn schon die Ärzte bei uns immer schlechter verdienen, wie dann erst ihre Patienten ???
Sehr geehrter Leser,
zur genaueren Schilderung des Vorfalls verweise ich auf den Artikel von Frau Lenders in der AZ. Dort kommt auch die Praxis zu Wort. Allerdings ohne Namensnennung - nach Rücksprache mit dem Mediziner, der wohl eher die Namensnennung als üble Nachrede begreift. Den Sachverhalt hat er nicht dementiert.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Thanscheidt
Sehr geehrter Herr Thanscheidt,
bitte nennen Sie doch die Namen der Fachärzte mit Kassenzulassung die ihre Kassenpatienten gestern wegen des Fachärztestreiks nicht und dennoch Privatpatienten behandelt haben sollen. Falls Sie dies nicht können sollten Sie Ihre Behauptung umgehend zurücknehmen, da diese sonst den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllt.
Mit freundlichem Gruss
Sehr geehrter Herr Thanscheidt,
in manchen Punkten Ihres Artikels gebe ich Ihnen recht ... da ist nicht alles in Ordnung.
Aber warum reiten Sie denn z. B. bei der Berufsgruppe "Beamter" so herum ?
Bis zum Abschluß meiner Ausbildung in der Bayer. Finanzverwaltung war ich über meine Eltern in der Gesetzlichen Krankenversicherung entsprechend versorgt.
Nach meinem Abschluß wollte ich weiterhin in der Gesetzlichen Krankenversicherung sein.
Damals ... 1974 ... meinte die AOK wortwörtlich, daß sie "keine Beamten in ihren Mitgliederreihen haben will". Mein Antrag auf Mitgliedschaft wurde mit einem Federstrich abgelehnt.
In der Folge wurde ich Mitglied in einer Privaten Krankenversicherung, der ich bis zum heutigen Tage angehöre.
Heute schreien auf einmal die Gesetzlichen Krankenversicherungen, daß sie die Beamten haben wollen, ja -aus Gerechtigkeitsgründen- unbedingt haben müssen, damit das System nicht kollabiert.
HEUTE so ... DAMALS anders ...
Sicher bekomme ich unter Umständen schneller einen Behandlungstermin ...
der jeweilige Arzt bekommt auch schneller sein verdientes Geld, und zwar ohne Abzüge etc. ... und mit meinem Rechnungsbetrag finanziere ich "unterm Strich" die Versorgung der Gesetzlich Versicherten mit, wenn deren Krankenversicherung nicht oder nicht genügend an den Arzt etc. zahlt.
Bei einem Mitglied der Privaten Versicherung kann es weniger leicht zu "Abweichungen" zwischen Behandlung und Rechnung kommen, denn ich bekomme relativ schnell die Rechnung samt Einzelposten zu sehen und kann in gewissem Umfang kontrollieren, ob es bei der Rechnungstellung mit rechten Dingen zugegangen ist.
Und noch eines:
Bei meinen Ärzten sitze ich im selben Wartezimmer mit den anderen Patienten, auch den Gesetzlich Versicherten, denn da ist nur EIN Wartezimmer ... Bevorzugung zu einem großen Teil ausgeschlossen ... und das ist auch gut so !!!!
Es ist völlig unverständlich, wo die für dieses Jahr bereits erhöhten Beiträge der Versicherten eigentlich verschwinden. Letztes Jehr hat es doch auch gereicht, bei niedrigeren Beiträgen. Das System ist gescheitert auch angesichts der Tatsache, dassjetzt langsam die geburtenstarken Jahrgänge älter und kränker werden. Solange diese jung und gesund waren und ihr ganzes Leben schön brav in die Krankenversicherung einbezahlt haben, hat das Ganze ja auch prima funktioniert.
Da haben die ja nicht so viele Leistungen in Anspruch genommen. Diese Generation muss jetzt immer höhere Beiträge zahlen und darüber hinaus auch noch viele Behandlungen selbst bezahlen. Für mich ist es nichts anderes als ein Schneeballsystem, das jetzt erledigt ist.