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Artikel Ist der Papst der Anti-Christ?

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Ist der Papst der Anti-Christ?
Die neuen Skandale der katholischen Kirche

Von Karl Weiss

Was sich die katholische Kirche leistet, geht nun langsam auf
keine Kuhhaut mehr. Inerhalb eines Monats erscheint sie nun zum dritten
Mal in den Skandal-Schlagzeilen – und das nicht, weil irgendwelche
Boulevardblätter sensationalistisch aufmachen, sondern wegen eigener
skandalöser Handlungen. Zuerst kam die Wiederaufnahme der
Lefebre-Jünger, dann die öffentliche Exkommunikation in Brasilien wegen
einer medizinisch nötigen Abtreibung an einer 9jährigen, die
vergewaltigt worden war, und nun, um dem allen noch die Krone
aufzusetzen, die massive Einschüchterung von Jungen, die von einem
Pfarrer vergewaltigt worden waren – sie sollen ihre Aussagen
zurücknehmen.




Die Lefebre-Gruppe hatte sich offiziell von der katholischen Kirche
losgesagt, weil sie die Öffnung der katholischen Kirche zu dieser Welt,
die vom 2.Vatikanischen Konzil in den 60er-Jahren beschlossen worden
war, nicht mitmachen wollte. Das Symbol der Hinwendung zu den Menschen
war die Messe, die nun nicht mehr in Latein und mit dem Rücken zum Volk
gelesen wurde, sondern in Richtung des Volkes und in der Landessprache.
Nun, wer nicht will, der hat schon. Die Lefebrianer sagten sich von der
Kirche los und wurden nachträglich auch noch exkommuniziert.

Nun aber, ohne dass irgendwelche Gespräche bekannt geworden wären, ohne
dass die Lefebrianer auch nur eines ihrer abtrünnigen Dogmen aufgegeben
hätten, wurden sie vom Papst pauschal wieder in die Arme geschlossen
und die Exkomunikation aufgehoben. Auf Anfragen hierzu reagierte der
Vatikan nicht. Man stelle sich vor, wenn der Papst plötzlich den Bann
gegen Luther aufhöbe und die Evangelischen wieder in der Kirche
begrüsste.

Einige Antworten kamen von Lefebre-Anhängern, die alle einmütig
betonten, keine ihrer Überzeugungen aufgegeben zu haben und keinerlei
Zugeständnisse gemacht zu haben, um wieder in de katholische Kirche zu
kommen.

Damit ist aber eines der wichtigsten Dogmen der Katholiken selbst
verletzt, denn die dogmatische Einheitlichkeit ist oberstes Gebot.
Keiner weiss das besser als der deutsche Papst, der ja vorher die
Glaubenskongregation leitete, das ist der Job, der früher
Grossinquisitor hiess. Man kann also davon ausgehen, es handelt sich um
die klammheimliche Revision der Ergebnisse des 2. Vatikanischen
Konzils, die ja innerhalb der Kirche Dogmen-Charakter haben. Der Papst
als Häretiker der eigenen Kirche.

Aber das ist ein Problem der katholischen Kirche, nicht unseres. Was
die Öffentlichkeit zu Recht vor allem beschäftigte an der
Wiederaufnahme der Lefebristen, sind deren mehr oder weniger offene
Beziehungen zum Faschismus und zu rechtsextremistischen Positionen, die
sich an einer ihrer Führungspersonen, dem Bischof Williamson, besonders
deutlich festmachen.

Zwar forderte der Papst diesen dazu auf, seine Leugnung des Genozids an
den Juden durch die Hitler-Horden zu widerrufen, doch er reagierte
überhaupt nicht, als dieser das ablehnte und angab, er müsse sich mit
den Quellen erst erneut beschäftigen. Kurz, der Papst hat keine
wirklichen Probleme mit dem Rechtsextremismus.

Das ist die Position der katholischen Kirche bereits seit dem Aufstieg
des Faschismus. Da man gemeinsame Interessen hat, nämlich den Kampf
gegen Sozialismus und Kommunismus, hat man ein „gutes Verhältnis“. Es
ist unvergessen, wie die katholischen Bischöfe Österreichs damals zum
„Ja“ zum Anschluss an Hitler-Deutschland aufriefen.

Kaum hatte sich die Empörung über diese päpstliche Entscheidung, die
immerhin auch Frau Merkel zu einer Kritik veranlasste, etwas gelegt,
legte die katholische Kirche nach, um nur ja nicht aus den Schlagzeilen
zu verschwinden – immer nach dem Motto: Immer im Gerede bleiben kann
nur nützlich sein.

Hier in Brasilien, dem grössten katholischen Land, hatte sich in der
Nähe von Recife ein tragisches Verbrechen zugetragen. Ein Stiefvater
hatte über Jahre hinweg die beiden Töchter der Famile missbraucht und
vergewaltigt, eine davon bereits mit 5 Jahren. Nun war die zu diesem
Zeitpunkt 9 Jahre alte andere Tochter schwanger geworden - und zwar mit
Zwillingen. Die Ärzte stellten fest, das junge Mädchen, das 36 Kilo
wog, könnte eine Zwillingsgebut schwerlich überstehen und gaben grünes
Licht für eine Abtreibung (in Brasilien müssen in einem solchen Fall
mehrere Ärzte zugezogen werden).

In Brasilien gibt es das absolute Verbot der Abtreibung, aber im Fall
von Vergewaltigung und Lebensgefahr für die Mutter wird eine Ausnahme
gemacht. So wurde also die Schwangerschaft legal unterbrochen. Das
hätte keinerlei Schlagzeilen gemacht, denn es kommt öfters vor, aber
dann meldete sich der katholische Bischof von Olinda und Recife zu
Wort, Dom José Cardoso Sobrinho. Niemand hatte ihn zu diesem Fall
befragt, aber er hatte das Bedürfnis, der Welt eine Lektion zu erteilen
und verkündete im Bischofs-Ornat: Die Mutter des Mädchens und die Ärzte
seien exkommuniziert, denn Abtreibung würde immer mit Exkommunikation
bestraft.

Das führte allerdings nun zu einem empörten Aufschrei in Brasilien.
Selbst knallharte Anhänger der katholischen Kirche sprachen von
„Unverständnis“. Auch Präsident Lula, der selten die Gelegenheit zu
einer populären Stellungnahme verstreichen lässt, verurteilte diese
Exkommunikation. Noch empörter wurde die Reaktion, als der Bischof in
einem Interview eiskalt erkärte, der Vergewaltiger, der ja
verantwortlich war, werde nicht exkommniziert, denn auf die
Vergewaltigung kleiner Kinder stünde nicht Exkommunikation, sehr wohl
aber auf Abtreibung.

Deutlich wird, wie sehr der Bischof um das Mädchen besorgt war, als er
in einem Interview deutlich machte, er wusste nicht einmal ihren Namen.

Der Kommentator eines grossen Internetportals in Brasilien empfahl der
Mutter und den Ärzten sogar, eine Anzeige wegen übler Nachrede und
einen Schadenersatzprozess wegen öffentlicher Verunglimpfung
anzustrengen gegen den Bichof, denn interne Angelegenheiten der
katholischen Kirche hätten nichts in der Öffentlichkeit zu suchen, wenn
es sich nicht um kriminelle Delikte handelt.

Um das Mass voll zu machen, kam denn auch gleich der Vergleich des
Holocaustes mit der Abtreibung von ihm, den wir auch in Deutschland
sehr gut kennen: „Hitler wollte das jüdische Volk auslöschen und liess
6 Millionen töten. ... Und da werden wir schweigen, wenn 50 Millionen
Abtreibungen in der ganzen Welt getätigt werden?“ sagte er in einem
Interview mit dem Magazin „Veja“ mit Datum 18. März 2009. In diesem
Interview betont er immer wieder, er habe ein gutes Gewissen, er habe
völlig recht, würde alles noch einmal genauso machen und wer im Unrecht
sei, wären seine Kritiker, denen er sogar pauschal unterstellt, ihn zu
beleidigen. Irgendwie erinnert das an Honecker.

Er erklärte der erstaunten Welt auch, ein Mord zum Beispiel führe nicht
zur Exkommunikation. Hätte also jemand das Kind oder die beiden Kinder
in diesem Fall jeweils eine Minute nach ihrer Geburt ermordet, wäre er
nicht exkommuniziert so wie bei der Abtreibung.

In der Sonntagsausgabe der Zeitung „Estado de Minas“ vom 15.3.09
schreibt dazu die katholische Kolumnistin Déa Januzzi in Beziehung auf
die katholische Kirche und diesen Fall: „... einer Kirche, die
tagtäglich unseren Glauben abtreibt, unsere Träume vergewaltigt, unsere
Hoffnung exkommuniziert...“. Nachdem sie daran erinnert hat, dass der
wichtigste brasilianische Bischof der Religion der Befreiung, Dom
Helder Cámara, nach dem heute in jeder grösseren Stadt Brasiliens eine
breite Avenida benannt ist, ebenfalls Bischof der Erzdiözese Olinda und
Recife war und fragt, wo dessen Geist geblieben ist, kommt sie wieder
auf die Kirche zurück: „...eine Kirche fern dem tagtäglichen Leben in
unserem Land, die den Gebrauch von Präservativen verurteilt, die Pille,
die Abtreibung, aber ganz natürlich die Pädophilie seiner Priester
akzeptiert...“



Aber auch diese Nachricht war schon wieder aus dem Blickfeld der
Öffentlichkeit verschwunden (jedenfalls ausserhalb Brasiliens), die ja
längst mit den neuesten Sensationen gefüttert wurde, wie zum Beispiel
einem Amoklauf – der kurz danach auch wieder der Vergessenheit
anheimfällt.

Da scheint jemand in der katholischen Kirche verzweifelt nach einem
Anlass gesucht zu haben, wie man wieder ins Licht der Öffentlichkeit
finden könnte. Und siehe da – man wurde fündig! Man hat ja noch die
"pädophilen" Priester, an die jene Kommentatorin erinnerte.

Da gibt es den deutschen Pfarrer W., der an drei seiner Einsatzorte
(zuerst in Bamberg, dann in Limburg und schlieslich im oberfränkichen
Städtchen Ebersdorf) sich an Jungen herangemacht hatte. In Ebersdorf
konnte ihm die Vergewaltigung in insgesamt 13 Fällen von Sebastian
Cionoiu, damals 8 Jahr alt, und zwei weiteren Jungen nachgewiesen
werden, der älteste elf Jahr alt.

Die katholische Kirche zieht Pfarrer, denen „pädophile Neigungen“
zugesprochen werden, nicht aus dem öffentlichen Verkehr, sondern
versetzt sie einfach in eine andere Diözese.

Pfarrer W. wurde zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die
katholische Kirche bezahlte ihm den Gang durch alle Instanzen bis zum
Bundesgerichtshof, aber das Urteil hatte Bestand.


Hier ein Photo der Rede des CDU-Ministerpräsidenten Oettinger beim
Gedenkgottesdienst, abgehalten vom katholischen Bischof von Freiburg,
für den Faschisten Filbinger


Sicherlich traumatische Erlebnisse für die drei Jungen, doch meistens
kommt man über so etwas hinweg, wenn das nicht alles ständig wieder
aufgewärmt wird.

Doch was nun geschah, lässt selbst einer kühlen Person das Blut in den
Kopf steigen. Die katholische Kirche gab Pfarrer W. die Möglichkeit,
zwei Detektive zu engagieren. Die schickte er nun zu den Familien der
drei vergewaltigten Jungen, um diese zu veranlassen, die damaligen
Aussagen zu widerrufen. Man würde ihnen „dringend dazu raten“.

Die Detektive deuteten dabei an, die drei Jungen hätten gelogen.
Pfarrer W. hat inzwischen auch die Mittel und einen Rechtsanwalt, um
eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu versuchen.

Auf Anfrage gab die Kirche keine Auskunft, warum man den Pfarrer immer
noch in seinem Priesterberuf belässt und warum man ihm diese Mittel zur
Verfügung stellt.

Besonders ruft die Tatsache die Aufmerksamkeit hervor, dass die
Detektive den Aufenthaltsort der Familien der beiden anderen Jungen
wussten, die nicht mehr in Ebersdorf wohnen. Gibt es da heimliche
Verbindungen der Kirche zu Staatsanwaltschaft und/oder Polizei, über
die illegalerweise Adressen heraussickern?

Angesichts all dieser Kirchen-Skandale fragte eine Nonne hier in
Brasilien allen Ernstes, ob der Papst nicht vielleicht der Anti-Christ
sei, dessen Erscheinen in der Bibel vor dem Weltuntergang vorausgesagt
ist.


Veröffentlicht am 17. März 2009 in der Berliner Umschau .

http://karlweiss.twoday.net/stories/5588064/


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11 Kommentare

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Kommentare zu Ist der Papst der Anti-Christ?

 

BibijoBibijoam 15.07.09


@Asado toller Bericht, echt interesant und durchaus glaubwürdig. Habs mal weitergegeben.

AsadoAsadoam 15.05.09


Bibijo ich würd an deiner stelle nicht so sicher sein, ob die Kirche nicht den Antichrist ausbrütet.Schau dir mal diese seite an
LINK

AsadoAsadoam 15.05.09


Der Antichrist ist keine Erfindung der Kirche.Er wird in den letzten Tagen der Erde auftauchen.Er ist ein Mensch und trägt die Zahl 666.Wer klug ist kann diese Zahl errechnen so heisst es in der Bibel.Er kann aufsehenerregende Taten und Wunder vollbringen, was man bei Papa Ratzi noch nicht sagen kann.Er tritt dreieinig auf, Satan, Antichrist und falscher Prophet.Der Antichrist wird von Satan unterstützt dadurch kann er Wunder vollbringen.Der falsche Prophet ist der Propagandaminister der für den Antichrist Werbung machen wird.Diese Dreieinigkeit ist eine Kopie von Gott, Jesus und Heiliger Geist.Damit wird er die Ganze Menschheit täuschen.Also Augen auf und aufgepasst und nicht schlafen.Der jetzige Papst könnte ein Vorbote des Antichrist sein.Schaut euch mal diese Seite im Internet an.Unbedingt ansehen.
LINK

mohsensalakhmohsensalakham 14.05.09


Der Begriff "Antichrist" taucht nur in Johannes und nur in den, ins indoeuropäischen Sprachen übersetzten Versionen auf. Wenn sie mir dieses Wort in dem original- aramäischen oder in die arabischen Version (beide gehören zu den semitischen Sprachen)zeigen, dann kann ich ihnen zeigen, dass es sich um einen falschen sprachliche Übertragung handelt, welche in der katholischen Kirche entstanden ist.

BibijoBibijoam 14.05.09


Das sind harte worte @mohsens.... Die kirche hat wohl ihre Fehler gemacht aber wer macht keine Fehler ? Also nicht immer alles gleich über einen kamm. eins ist sicher der antichrist kommt wohl so wird es von Gott prophezeit.
Aber das hat wohl nichts mit der Kirche zu tun. Also man könnte ja auch sagen wer kein Christ ist ist ein Anti-Christ oder sagt man ja auch nicht stimmt ja auch nicht.

AsadoAsadoam 27.04.09


im Jahre 1572 tötete die Katholische Kirche 40.000 Hugenotten an einen einzigen Tag.Darauf folgten weitere Massaker, die 4 Millonen Hugenotten das Leben kostete, die man heute schlicht als evangelische Christen bezeichnen würde.Bis heute hat die Kath.Kirche keine Anzeichen von Reue über jenes Blutbad gezeigt noch Stellung bezogen.

StruwwelStruwwelam 11.04.09


Wenn man einmal konkret über die kath. Kirche nachdenkt, die Frauen als Pristerinnen nicht zuläßt, weil Jesus angeblich keine weiblichen Jünger hatte und nun dagegen hält, das Jesus sich nicht in rauschende wallende Gewänder gekleidet hat und keine Prada Schuhe trug, so kann im Vatikan und speziell in der kath. Kirche, eigentlich nichts stimmen, was mit den Lehren des Jesus aus Nazareth, eine Gemeinsamkeit hat, die Kirchenfürsten mit dem Papst als ihr Oberhaupt, müßten eigentlich in schlichten Gewändern und Sandalen umher wandern, wie ihr großes Vorbild es getan hat.

mohsensalakhmohsensalakham 10.04.09


Der Begriff "Antichrist" ist sowieso eine Erfindung von frühigen Papsten und ist daher nicht ernst zu nehmen. Bei dem alles, was die katholische Kirche gegen die Menschlichkeit geleistet hat, kann man eigentlich die gesammte Kirche als Antichrist bezeichnen. Eine Institution, die Himmel und Hölle vermarktet, verschenkt und sogar abschafft- Absolutionen und päpstliche Bulen verteilt, Durch Bezahlung die Seelen der verstorbenen aus der Hölle freikauft usw. kann man mit Sicherheit sagen, dass die katholische Kirche ein Gegenbegriff zu der Lehre Jesus seien muss!

honigmannhonigmannam 08.04.09


...sehr gut gesehen, @ pharamun.

pharamunpharamunam 08.04.09


ach ja, und nach diesem typ sind so ziemlich alle religionsführer diener satans.

pharamunpharamunam 08.04.09


es gibt einen messias, der eine absolut interessante legitimation hat, zu finden unter LINK
aber interessiert keinen...


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