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Artikel Polen: 21 Tote bei Brand in Obdachlosenheim

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Polen: 21 Tote bei Brand in Obdachlosenheim

Aus noch ungeklärter Ursache brach das
Feuer in der Nacht auf Montag in dem Heim in Kamien Pomorski im
Nordwesten Polens aus. 21 der 77 Bewohner sind tot, 21 weitere verletzt.


Meterhohe
Flammen, beißender Rauch und Chaos bei der Rettung: In einem
Flammeninferno in einer polnischen Obdachlosenunterkunft sind am
Ostermontag 21 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Kinder. Für
weitere 21 Menschen endete der Feiertag im Krankenhaus, etliche von
ihnen erlitten schwere Verletzungen. Die polnische Führung ordnete eine
dreitägige Staatstrauer an. Die Ursache des Brandes war zunächst nicht
bekannt.

Das Feuer war gegen 1 Uhr ausgebrochen und hatte das
ehemalige Arbeiterhotel im Ostsee-Kurort Kamien Pomorski (Cammin)
binnen Minuten in ein Flammeninferno verwandelt. In dem dreistöckigen
Haus kämpften die Menschen verzweifelt um ihr Leben, es spielten sich
Horrorszenen ab. Das Gebäude brannte komplett aus.

Wie
Augenzeugen berichteten, warfen Eltern ihre Kinder aus den Fenstern auf
den Hof und sprangen selbst hinterher. Eine Mutter habe auf diese Weise
ein kleines Kind gerettet, für ein zweites sei es aber zu spät gewesen,
es sei verbrannt, erzählte Dariusz Janyszko dem Fernsehsender TVP INFO.
Die Notausgänge der Unterkunft seien verschlossen gewesen, die
Rettungsaktion chaotisch verlaufen, berichtete er. Hilfe leisteten die
Einwohner der umliegenden Häuser.

Um die Zahl der Opfer gab es
am Nachmittag kurzzeitig Verwirrung. Es hieß zunächst, ein 22.
Todesopfer sei in der Brandruine gefunden worden. Doch bald danach
korrigierte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak die Angaben. Die
Gerichtsmediziner hätten 21 Leichen gezählt, sagte er. Dies sei die
endgültige Totenzahl. In der Unterkunft waren insgesamt 77 Menschen
gemeldet. Wegen der Osterfeiertage waren etliche Bewohner verreist,
andere hatten Besuch. Fest steht, dass 41 Menschen aus der Flammenhölle
gerettet werden konnten.

Der polnische Präsident Lech Kaczynski
eilte zum Unglücksort und zeigte sich vom Ausmaß der Katastrophe tief
betroffen. Es müsse geklärt werden, warum das Gebäude so schnell
abgebrannt sei. Er könne sich an einen ähnlichen Fall nicht erinnern.
Hier müsse ein "fundamentaler Fehler" vorliegen, sagte das
Staatsoberhaupt. Er schloss auch Brandstiftung nicht aus.

Das
dreistöckige Haus war Anfang 70er Jahre als Hotel für Beschäftigte der
umliegenden Betriebe aus leicht brennbaren Materialien gebaut worden,
darunter auch Holz. Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde das Haus
übernommen und nutzte es als Unterkunft für Obdachlose. Es fehlten aber
Baudokumente, sagte ein Vertreter des Bauamtes am Montag. Schon früher
soll es in dem Gebäude mehrmals gebrannt haben, weil die Bewohner
eigene Heizkörper benutzten.

Ministerpräsident Donald Tusk
versprach den Überlebenden schnelle Hilfe. Nötig seien 3,5 bis vier
Millionen Zloty (rund 900.000 Euro), sagte Tusk. Er und Kaczynski
sprachen mit den Verletzten. Es ist die größte Brandkatastrophe in
Polen seit Jahren. Der westpommersche Kurort an der Ostsee war bisher
für seine Sommer-Orgelkonzerte im mittelalterlichen Dom bekannt.

Inzwischen
geriet die polnische Feuerwehr unter Druck. Die ersten Einheiten hätten
zu kurze Leitern gehabt, klagten mehrere Augenzeugen. Feuerwehrleute
seien vor dem Feuer geflüchtet, statt zu helfen, hieß es.
Feuerwehrsprecher Mariusz Foltynowski wies die Vorwürfe zurück. Die
ersten Einheiten seien drei Minuten nach dem Alarm eingetroffen, sagte
er. Der Verlauf der Rettungsaktion werde jetzt genau analysiert.


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1 Kommentar

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Kommentare zu Polen: 21 Tote bei Brand in Obdachlosenheim

 

NeleinloveNeleinloveam 14.04.09


Alles wird kommentiert. Hier kein Kommentar! Warum wohl: Es sind doch "nur" Obdachlose. Hier genau, hier, beginnt sich zu zeigen, wie es mit unserer Menschlichkeit bestellt ist.


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