Artikel IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika.
Tweet
IM Bolek und seine deutsche Partnerin IM Erika.
Oder wer
Lech Walesa wirklich war.
25.04.2009 16:29 eingesandt von harry gambler für
OnlineZeitung 24.de
und
übernommen 26.04.2009
Man hatte schon immer ein
etwas ungutes Gefühl, wenn man sich an diese Heldenverehrungen der 80er Jahre
im Ostblock denkt. Da ist vom Wunder in Danzig die Rede, die Lenin-Werft gilt
noch immer als Ort der Demokratiebewegung Ost und die Zeitdokumente sind voll
der Lobeshymnen, so lange bis man nicht hinter die Kulissen schaut.
Heute tun das viele Polen
und ehemalige DDR-Bürger mehr denn je, die Finanzkrise hat da vielen gezeigt,
das die Demokratie auch eine zweite Seite hat. Viele Ostblockländer sind
pleite, mehr denn je und abhängig von Geldern, über die man nicht Warschau oder
Budapest entscheidet, sondern in Brüssel oder Straßburg. Vorbei die Zeit der
nationalen Huldigungen, auch die Heldendenkmäler von 1980 und 1989 werden jetzt
abgerissen, der Traum ist aus.
An keiner Person macht sich
die Verlogenheit der Demokratiebewegungen mehr bemerkbar, wie an Lech Walesa,
Held von Danzig und Friedensnobelpreisträger. Seine Parole, „er werde die
Demokratie demokratisch, halb demokratisch oder gar undemokratisch aufbauen“,
hat auch bei den jungen Polen eine Welle der Nachhaltigkeit in den Fragen
ausgelöst, wer ist dieser Held in Wahrheit?
Zu seinem 65. Geburtstag
nun eine Sicht auf einen Weggefährten von Johannes Paul dem II., die vielen
Strippenzieher im Westen schon damals wohl klar war. So hat der 24-jährige
Historiker Pawel Zyzak zum Geburtstag von Walesa ein Buch veröffentlicht, aus
dem die Polen nun stichhaltig erfahren müssen, ihr Held war „ ein Agent des
Geheimdienstes“. Zyzak hat als Mitarbeiter des IPN, eine Art „Birthler Behörde“
in Polen Zugriff auf erstklassige Quellen, die Walesa zu Wutanfällen gebracht
haben muss, denn er hat gedroht, dass wenn weiter über seine Spitzeltätigkeit
diskutiert wird, er seine Auszeichnungen zurückgeben will.
Denn schon 2008 haben die
beiden Institutsmitarbeiter vom IPN, Piotr Gontarcyck und Slawomir Cenckiewicz
ein Buch veröffentlicht, in dem sie nachweisen wollten, in den 70er Jahre habe
Walesa als „Agent Bolek“ seine Kollegen bespitzelt. Walesa musste wohl
einräumen, dass er „etwas unterschrieben hat, was „nicht ganz sauber“ war.
Beharrte damals, 2008 darauf, dass er jedoch keine Spitzeldienste geleistet
hätte. Pawel Zyzak beruft sich nun auf Zeitzeugen, die nicht genant werden
wollen. Der Abriss des Denkmals Walesa hat begonnen und zeigt einmal mehr, wie
schwierig es in der Demokratie ist, die Wahrheit zu veröffentlichen, wenn
Zeitzeugen Angst haben, namentlich genannt werden zu wollen.
Auch bei uns findet um die
Person von IM Erika eine Tragödie statt, die eben nicht polnisch katholisch
ist, sondern evangelisch und deutsch. Und IM Erika ist auch nicht eine Heldin,
im Gegenteil sie war bei 1990/1991 eine Hardlinerin, wie sie sich Männer der
damaligen Macht im Osten immer gewünscht haben. Und bei uns haben wir eben auch
keine IPN, sondern eine Birthler Behörde, aus der würde nie so etwas
Demokratisches kommen, wie ein Buch zu IM Erika, damals und heute. Nein, bei
uns wird der Dreck schon unter den Teppich gekehrt, bevor man ihn überhaupt
richtig erkannt hat.
Quellen: 1. Abriss eines
Denkmals, DIE ZEIT, S. 2, Nr. 18 vom 23.04.09
(www.visiondeutschland-nachrichten.de.tl) VD-N:
26.04.2009 10:51:32
Eine
IM-Mitgliedschaft aufgrund der Vorbedingungen sollte vielleicht nicht unbedingt
überbewertet werden, da solch eine Verbindung einen ja auch schützen kann.
Entscheidend ist immer, wie intensiv und freiwillig, also mit welch
vorausschauendem Gehorsam, nehme ich die Rolle an. Bei Lech Walesa kann man
sich sehr wohl vorstellen, daß ihn diese
Stellung auch geschützt hat und er so das System mit eigenen Mitteln besiegen
konnte. Insoweit sollten diese Personen, die ja auch Kinder Ihrer Zeit und des
Systemes waren in dem sie leben mussten, hier vielleicht offener und ehrlicher
auch damit umgehen, da ein offenes Bekenntnis der Situation und zur Situation
mit dem gebrachten Ergebnis, besser zu vereinbaren wäre, als jetzt ein
Geheimnis darum zu machen. Das erscheint dann doch nach später
Selbstbeschädigung.
Anders bei Frau Merkel, wo noch zu untersuchen
wäre, welche Rolle Ihre IM-Stellung darstellte. Hardlinerin wie hier
beschrieben? Dann hätte sie dort nichts zu suchen, wo sie ist. Aber die
Deutschen haben ja auch Erfahrung mit derartigen Dingen. Haben nicht schon nach
1945 die alten Hasen, sich als hervorragende RePrä-Demokraten geoutet die eben
auch Kanzler wurden? Die Vergangenheiten wurden auch hier, wahrscheinlich auch
begründeter als im Falle Lech Walesa zu erkennen, unter den Teppich gekehrt und
mit der Ausgabe von Konrad Adenauer, auf
„die Herren“ nicht verzichten zu können, gefördert. Entscheidend ist
offensichtlich nicht die Ehrbarkeit, sondern die Anpassungsfähigkeit und
Nützlichkeit. Systemfehler oder menschliche Unzulänglichkeiten? Im Falle der
Geschehnisse um die Gründung der BRD wohl eher nicht, da die Verwaltungsebenen
meist als unpolitisch, systembezogen bewertet werden und deshalb auch
verzeihlicher angegangen wurden. Außerdem waren sie auch notwendig, da Adenauer
zutiefst der Demokratie misstraute und eher ein Anhänger des geführten
Ständestaates mit ersatzdemokratischen Regeln, nachhang. Insoweit kam die
Gestaltung von Grundgesetz und der Form der „Reprä-Demokratie“ die er aufgrund
der Geschehnisse um die so genannte Weimarer Verfassung, die ohnehin nie eine Legalität
erreichte, den Alliierten abtrotze und bis auf die Wenigsten aus den Verfassungsausschüssen
etc. um Carlo Schmidt z.B., auch
durchsetze, den Vorstellungen des Widerstandes, die immer die Vorstellung eines
geführten Staates vorsahen, also keine Demokraten waren, den Vorrang. Auch aus
dieser Sicht hat die BRD niemals die Gesamtdeutsche Verfassung von1949, die ja
entsprechend der Nachfolgepersonen, die als Reichsvertreter Gesamtdeutschlands
sehr wohl hätten anerkannt werden können,
zu Ihrem Thema gemacht. Die Zielvorgabe war eine eigenständige Grundlage
unter Ausschaltung des Sowjetischen Einflusses alter Kriegsvorstellungen und
Vorbehalten gegen Russland und Stalin, der als zweite Hydra zu Hitler
verstanden wurde und den alten Kampf gegen die Bolschewiken, auf anderem Niveau
nun fortsetze. Und natürlich Adenauer die Chance eröffnete, seine schon immer größere
Vorliebe als alter Kölner mit der Anbindung an Frankreich etc., die
Westbindung durchzusetzen.
Auch das ist ein Grund, warum Deutschland eine Kernsanierung benötigt. Um eben
auch hier einen Neubeginn zu wagen, wo Anstand und Ehre und Dienen an der Sache
und der eigenen Überzeugung zum Wohle des Ganzen, wieder Vorrang hat vor persönlichem
Einfluß und Narzissmus eigener Wertschätzung und Überhöhung.
kommentieren