Artikel Hochschule Harz wird zur Flugschule Harz
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Fachbereich Automatisierung und Informatik nutzt
Hubschrauber-Modelle im Labor „Mobile Systeme“
Hochschule Harz wird zur Flugschule Harz
Ein kurzes Piepen der Elektronik verrät es: Die Maschine ist bereit;
die vier Rotoren beginnen sich zu drehen. Einen Wimpernschlag später
erhebt sich der Quadrokopter in die Luft. Quadrokopter sind die neuen
Hardware-Plattformen im Labor „Mobile Systeme“ der Hochschule Harz
(FH). Das Team um Prof. Dr. Frieder Stolzenburg, Leiter des Labors am
Fachbereich Automatisierung und Informatik in Wernigerode, arbeitet
seit Kurzem mit den etwa 40 x 40 cm großen Hubschrauber-Modellen.
Anders als herkömmliche Helikopter besitzen die Quadrokopter vier
Rotoren, jeder an einem Ende des kreuzförmigen Gerüsts, von einem
kräftigen Elektromotor angetrieben. Zwar ist die Konstruktion noch
unfertig, aber die großen Ziele sind bereits gesetzt: Derzeit wird der
Quadrokopter noch vom Menschen ferngesteuert. In naher Zukunft jedoch
wird sich die Maschine selbstständig in der Luft bewegen; sie fliegt
dann autonom.
Im Forschungsgebiet Mobile Roboter wird intensiv daran gearbeitet,
solchen autonomen Systemen vielfältige Aufgaben zu geben.
„Beispielsweise können autonome Fluggeräte Rettungskräften Bilder aus
der Vogelperspektive liefern und so eine Übersicht über das
Einsatzgebiet schaffen“, so Stolzenburg. Denkbar sei auch, dass ein
Quadrokopter per Hand gesteuert würde und andere Flugroboter darauf
reagieren könnten, etwa mit einem Formationsflug oder aber mit
spezieller Positionierung zur möglichst vollständigen Abdeckung eines
Gebiets. Weitere Ideen werden derzeit im Labor entwickelt. Dabei helfen
den Mitarbeitern, darunter auch zwei internationale Studenten, Dashdava
Amarsanaa (Mongolei) und Sarabjot Singh (Indien), die gerade ihr
Sommerpraktikum an der Hochschule Harz abschließen, die großen
Erfahrungen aus dem jahrelangen Engagement im Roboterfußball.
Darin konnte das Laborteam „Harzer Rollers“ mit ihren
Aibo-Roboterhunden bei den offenen deutschen
Roboterfußball-Meisterschaften RoboCup im vergangenen Jahr den dritten
Platz erreichen. Zu einem solchen Fußballspiel treten Mannschaften,
bestehend aus je fünf Robotern, gegeneinander an und müssen sich
vollkommen autonom auf dem Spielfeld zurechtfinden. Dies setzt auch ein
gutes Maß an Kooperation voraus und dient daher der Forschung als
ideales Szenario für die Simulation und Modellierung von
Mehr-Roboter-Systemen. Wenngleich das jetzige Ziel der Harzer Forscher
nicht der Mond ist, sollen diese Techniken nun an der Hochschule Harz
mit den neuen Flugrobotern in der Luft weiterentwickelt werden.
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