Wir sind wieder wer! Deutsche Soldaten schlachten Zivilisten nieder
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Nicht schlecht alles zusammen geschrieben und erklaert, nur wer weiss es denn schon?
komisch,
wenn der da ( LINK ) was zu sagen hätte, wäre krieg letztlich unnötig.
Chronik Afghanistan
September 2009
Dienstag, 1. September, bis Sonntag, 6. September
* Pakistanische Truppen haben nach eigenen Angaben drei Lager von Aufständischen nahe der Grenze zu Afghanistan zerstört und dabei mindestens 35 Kämpfer getötet. Weitere 40 Aufständische seien bei dem Einsatz im Bezirk Bara in der nordwestlichen Region Khyber festgenommen worden, erklärte das paramilitärische Grenzkorps am 1. Sept. In der Region Khyber befindet sich mit dem gleichnamigen Pass auch die wichtigste Nachschubroute der NATO- und US-Truppen in Afghanistan.
* In der Region des Swat-Tals ergaben sich unterdessen 105 Taliban-Kämpfer, wie die Streitkräfte mitteilten. Acht von ihnen sollen enge Mitarbeiter von Taliban-Kommandeur Maulana Fazlullah gewesen sein.
* Einen Tag nach einer Bombenexplosion ist ein US-Soldat in Afghanistan am Dienstag seinen Verletzungen erlegen. Der Soldat war am 31. Aug. bei einer Detonation im Süden des Landes schwer verletzt worden, wie die NATO am 1. Sept. mitteilte.
Es war der erste Todesfall der US-Streitkräfte im September. Der August war mit 49 Opfern der bislang tödlichste Monat für die US-Streitkräfte seit dem Einmarsch in Afghanistan Ende 2001.
* Der afghanische Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah hat eine Teilung der Macht mit Amtsinhaber Hamid Karsai ausgeschlossen. Er werde keine derartige Vereinbarung schließen, sagte der ehemalige Außenminister und stärkste Rivale Karsais bei einem Treffen mit Stammesältesten aus dem Süden des Landes. Beobachter gehen davon aus, dass Karsai eine möglichst breite Regierungskoalition anstrebt, um seine Herrschaft zu legitimieren.
Abdullah forderte seine Anhänger trotz der massiven Wahlbetrugsvorwürfe gegen die Behörden erneut zur Ruhe auf. Die Rechte der Wähler müssten mit friedlichen Mitteln verteidigt werden, sagte er. Bislang wurden gegen den Urnengang vom 20. August mehr als 2500 Beschwerden eingereicht. Abdullah hatte nach der Wahl von einem "staatlich verordneten" Betrug gesprochen. (AFP, 1. Sept.)
* Knapp zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan will die internationale Gemeinschaft am 2. Sept. Strategien für die Zukunft ihres Engagements am Hindukusch ausloten. In Paris treffen sich 27 Afghanistan-Beauftragte von Regierungen und internationalen Organisationen, darunter Deutschlands Sondergesandter Bernd Mützelburg. Nach Einschätzung aller Beteiligten kann es ein "Weiter so" nach acht Jahren Kampf gegen die Taliban nicht geben. Doch wie die neue Strategie aussehen soll, ist offen.
"Ziel des Treffens ist es, die Art und Weise zu prüfen, wie die internationale Gemeinschaft für die nächste afghanische Regierung am nützlichsten sein kann", erklärt das französische Außenministerium als Gastgeber vage. Der US-Sonderbeauftragte Richard Holbrooke dürfte erneut auf eine vorübergehende Verstärkung des Truppenengagements drängen, um das Land endlich zu befrieden.
* In Afghanistan ist nach UN-Angaben zum zweiten Jahr in Folge die Opiumproduktion gesunken. Mit rund 6900 Tonnen Opium sei die Produktion im laufenden Jahr um zehn Prozent zurückgegangen, teilte das UN-Büro für Drogen und Kriminalität (UNDCP) am 2. Sept. in Wien mit. 2008 lag die Opiumproduktion demnach bei 7700 Tonnen, 2007 wurden 8200 Tonnen hergestellt. Weltweit liegt der Bedarf an Opium, des Grundstoffs für Heroin, seit Jahren bei rund 5000 Tonnen.
Der Anbau von Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen wird, ging laut UNDCP um 22 Prozent auf 123.000 Hektar zurück. Afghanistan steht für 90 Prozent der weltweiten Opiumproduktion. Weitere wichtige Anbaugebiete liegen in Birma, Thailand und Laos, dem sogenannten "Goldenen Dreieck" in Südostasien.
Inmitten der Sorge um Afghanistans Zukunft seien diese Ergebnisse eine "gute Nachricht", sagte UNDCP-Chef Antonio Maria Costa in Wien. Sie zeigten, dass ein Fortschritt möglich sei. Der Kampf gegen den Drogenanbau in Afghanistan, besonders in der Provinz Helmand, ist eine der Aufgaben der NATO-Truppe ISAF.
Die UNO schätzt allerdings, dass mittlerweile mehr als 10.000 Tonnen Opium in Afghanistan lagern, da das Angebot noch immer deutlich die weltweite Nachfrage übersteigt. "Wo ist dieses Opium, wer verbirgt es und warum?", sagte Costa. Er bezeichnete diese Vorräte als "tickende Zeitbombe" für die Menschheit.
* Knapp zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan sind der Vizechef des afghanischen Geheimdienstes NDS und mindestens 23 weitere Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. NDS-Vizechef Abdullah Laghmani wollte am 2. Sept. in der ostafghanischen Provinz Laghman eine Moschee in der Provinzhauptstadt Metarlam einweihen, als sich ein Attentäter der Taliban in der Menge in die Luft sprengte.
Der Präsidentenpalast in Kabul teilte mit, bei dem Anschlag in Laghman seien neben dem NDS-Vizechef der Vorsitzende des Provinzrates, der Chef des Gouverneursbüros und der Vorsitzende des Gelehrtenrates ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden starben außerdem zahlreiche Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Es ist der bislang schwerste Schlag der Aufständischen gegen den afghanischen Geheimdienst, der nach eigenen Angaben etliche Anschläge in der Vergangenheit verhindert hat. Karsai verurteilte den Anschlag.
* Im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr hängten die Taliban am 2. Sept. einen Geheimdienstoffizier. Der Polizeichef der Provinz Baghlan, Kabir Andarabi, sagte, die Aufständischen hätten den Mann an einem Baum am Rande von Baghlan-Stadt aufgehängt. Der Offizier war nach Angaben aus Sicherheitskreisen im vergangenen Monat entführt worden.
* In Afghanistan ist ein weiterer britischer Soldat getötet worden. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, kam der Soldat am 2. Sept. bei einem Bombenanschlag im Bezirk Babadschi in der südlichen Provinz Helmand ums Leben. - Die Gesamtzahl der getöteten Briten am Hindukusch stieg damit auf 211.
* Die Europäische Union räumt einem Zeitungsbericht zufolge ein, Mitschuld an den weitgehend ausbleibenden Erfolgen in Afghanistan zu tragen. "Der Mangel an Koordination in der internationalen Gemeinschaft und ein Mangel an Motivation und Kapazitäten auf der afghanischen Seite sind vor allem verantwortlich für die langsamen und ungleichmäßigen Fortschritte beim Wiederaufbau Afghanistans", zitiert die "Financial Times Deutschland" am 3. Sept. aus einem Brüsseler Dokument, das die schwedische EU-Ratspräsidentschaft vergangene Woche an alle Außenminister in der EU verschickt habe. "Der Polizeisektor ist durch ärmliche Koordination gekennzeichnet gewesen", heißt es laut dem Blatt in dem Papier. Die bereits vor mehr als einem Jahr beschlossene Vergrößerung der EU-Polizeimission solle nun endlich eine "Top-Priorität" werden. In dem Papier wird laut "FTD" vorgeschlagen, das Budget der EU für Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu erhöhen, um Polizisten für Afghanistan besser und direkt aus Brüssel bezahlen zu können. Das von Beamten in Brüssel erstellte Dokument mit dem Titel "Verstärktes EU-Engagement in Afghanistan und Pakistan" solle am 5. Sept. von den EU-Außenministern bei ihrem Treffen in Stockholm diskutiert werden, schreibt das Blatt.
* Bei einem schweren Gefecht in Nordafghanistan haben deutsche Soldaten mindestens drei Aufständische getötet. Wie die Bundeswehr am 3. Sept. mitteilte, wurden die deutschen ISAF-Soldaten, die zur Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte eingesetzt waren, 60 Kilometer nördlich von Kundus von einer unbekannten Anzahl Angreifern mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten beschossen. Dabei seien vier deutsche Soldaten verwundet und ins Rettungszentrum von Kundus gebracht worden.
Nach Angaben der Bundeswehr erwiderten die deutschen Soldaten das Feuer, nachdem sie angegriffen wurden. Dabei seien vermutlich mindestens drei Angreifer getötet und ein Geländewagen zerstört worden. Ein Fahrzeug der Bundeswehr sei so schwer beschädigt worden, dass es vor Ort gesprengt werden musste. Darüber hinaus wurden den Angaben zufolge mehrere deutsche Fahrzeuge beschädigt.
* Im Süden des Landes wurden unterdessen vier NATO-Soldaten getötet. Eine Bombenexplosion in der Provinz Helmand riss zwei patrouillierende US-Soldaten in den Tod, wie die NATO am 3. Sept. mitteilte. Damit sind im September bereits drei amerikanische Soldaten getötet worden. Der August war für die USA mit 49 Opfern der bislang tödlichste Monat seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.
* Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, dass ebenfalls in der Provinz Helmand zwei britische Soldaten getötet wurden. Ein Soldat wurde am 3. Sept. im Bezirk Babadschi erschossen, der zweite war bereits am Tag zuvor bei einem Bombenanschlag im gleichen Gebiet tödlich verletzt worden. Die Gesamtzahl der am Hindukusch getöteten Briten stieg damit auf 212 und liegt höher als im Irak.
* Bei einem Luftangriff der NATO-Truppe ISAF auf von Taliban entführte Tanklastwagen sind am 4. Sept. in Nordafghanistan dutzende Menschen getötet worden. Die meisten der 90 Todesopfer seien Aufständische, sagte der Sprecher der Provinzregierung Kundus. Die Bundeswehr spricht hingegen von 56 Toten. Darunter seien keine Zivilisten.
Laut dem Sprecher der Provinzregierng von Kundus sind dagegen auch Zivilisten unter den Opfern, darunter Kinder, die aus den in einem Fluss festgefahrenen Lastern Benzin abzapfen wollten. Ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums sagte, "zwischen 200 und 250" Dorfbewohner hätten sich um die Laster geschart. Daher sei eine "große Zahl" von Zivilisten unter den Toten und Verletzten zu befürchten.
Die Bundeswehr spricht hingegen von mehr als 50 getöteten Aufständischen, Zivilisten kamen nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam nicht zu Schaden. Die Bundeswehr sei aber nicht "zu hundert Prozent" sicher, sagte ein Sprecher.
Der Angriff ereignete sich in der Nähe des deutschen Feldlagers in Kundus, die Ladung der Tanklaster war für die deutschen Truppen bestimmt. Die Rebellen hätten wenige Kilometer südwestlich des Feldlagers des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) zwei beladene Tanklastzüge gekapert, teilte die Bundeswehr mit. Demnach erlangten die Aufständischen an einem vorgetäuschten Kontrollpunkt ungefähr sieben Kilometer südwestlich vom deutschen Feldlager die Kontrolle über die Tanklaster. Sie wollten den Treibstoff in den Bezirk Chahar Darah transportieren. Ein Augenzeuge sagte, die Taliban hätten die Bewohner aufgefordert, kostenlos Benzin zu zapfen. "Die Dorfbewohner haben sich mit allen Kanistern und Flaschen, die sie finden konnten, um die Tanklaster geschart", sagte Mohammad Daud. In einem Krankenhaus in der Stadt Kundus wurden zahlreiche Menschen mit teilweise schweren Brandverletzungen behandelt. Nach Angaben eines AFP-Journalisten waren mindestens acht Menschen in einem "furchtbaren" Zustand.
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat eingeräumt, dass es bei dem Luftangriff in Nordafghanistan auch zivile Opfer gegeben haben könnte. «Es wurden mit Sicherheit Taliban getötet», sagte er am 4. Sept. in Brüssel. «Es besteht auch die Möglichkeit ziviler Opfer, aber das ist noch nicht klar.»
* Einen Angriff wie die ISAF-Luftattacke auf zwei von Taliban entführte Tanklastzüge mit Dutzenden Toten in Nordafghanistan hat es laut Berliner Verteidigungsministerium in dieser Dimension im deutschen Verantwortungsbereich noch nicht gegeben. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) werde sich aber zunächst nicht persönlich äußern, machte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin deutlich. Das Informationsbild sei noch ungesichert.
Auf die Frage in der Bundespressekonferenz, ob die Bundeswehr an ihrem Sprachgebrauch festhalten wolle, wonach in Afghanistan kein Krieg herrsche, sagte der Sprecher am 4. Sept.: «Es handelt sich um einen Stabilisierungseinsatz, zugegeben um einen recht robusten Stabilisierungseinsatz, der Kampfhandlungen miteinschließt.»
* Nach dem Luftangriff in Nordafghanistan haben Angehörige von Opfern aus dem betroffenen Dorf Hadschi Amanullah der Darstellung der Bundeswehr widersprochen, wonach dabei keine Zivilisten getötet wurden. «Mehr als 150 Menschen wurden getötet oder verletzt», sagte ein Dorfbewohner namens Nadschibullah der Deutschen Presse-Agentur dpa am 4. Sept. am Telefon. «In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es unter Zivilisten.» Sein 20-jähriger Cousin sei unter den Toten. Die Dorfältesten planten, nach der Beerdigung der Opfer nach Kundus-Stadt zu reisen und sich dort über den Angriff zu beschweren.
Die Bundeswehr hatte den Luftangriff in der Nacht zum 4. Sept. angefordert.
Kein Krieg, nein nein, ein "Stabilisierungseinsatz"
Bei einem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff der NATO-Truppe ISAF auf von Taliban entführte Tanklastwagen sind am 4. Sept. in Nordafghanistan viele Menschen getötet worden. "Mehr als 150 Menschen wurden getötet oder verletzt", sagte ein Dorfbewohner namens Nadschibullah der Deutschen Presse-Agentur dpa. "In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es unter Zivilisten."
Auf die Frage in der Bundespressekonferenz, ob die Bundeswehr an ihrem Sprachgebrauch festhalten wolle, wonach in Afghanistan kein Krieg herrsche, sagte ein Ministeriumssprecher: "Es handelt sich um einen Stabilisierungseinsatz, zugegeben um einen recht robusten Stabilisierungseinsatz, der Kampfhandlungen miteinschließt."