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Artikel Wenn die Chemie stimmt – Ansiedlungsboom im Verbundpark Bitterfeld-Wolfen

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Wenn die Chemie stimmt – Ansiedlungsboom im Verbundpark Bitterfeld-Wolfen

Rund 360 Firmen haben inzwischen ihren Standort auf dem Gelände des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen gefunden und demnächst wird die Anzahl um weitere zwei Betriebe erhöht. Derzeit fährt das Unternehmen PV Crystalox Solar, einer der weltweit größten unabhängigenSiliziumhersteller, sein neues Werk ein - eine Investition von 100 Millionen Euro. Parallel entsteht ganz in der Nähe für rund 65 Millionen Euro eine moderne Verbrennungsanlage für mittel- und hochkalorische Industriebabfälle, diestrengsten Umweltstandards entspricht.



Nur zwei aktuelle Beispiele für das erfolgreiche Konzept des 1.200 Hektar großen Chemieparks. Charakteristisch für den Standort Bitterfeld-Wolfen ist seine Verbundstruktur. Über 28 Kilometer ziehen sich Rohrbrücken durch das Gebiet. Ohne Gefahrguttransporter über Straßen oder Schienen schicken zu müssen, gelangen die Rohstoffe zu den Abnehmern. Vorteil: Das funktioniert sicher und preiswert. Seit 2001 flossen rund 230 Millionen Euro in diese Infrastruktur und cirka 100 Millionen Euro in Immobilien. Parallel investierten die Unternehmen am Standort über 1,5 Milliarden Euro in ihre Projekte. "Die gute Nachricht ist, dass wir weiterhin sehr viele Ansiedlungsprojekte haben", erklärt Matthias Gabriel, Geschäftsführer der Standortgesellschaft P-D Chemiepark GmbH, die zur Preiss-Daimler Firmengruppe gehört. "Wenn von 50 Projekten zehn realisiert werden, dann bleiben wir in dem Bereich, dass wir jedes Jahr im dreistelligen Millionenbereich Investitionen haben."


 


Der Standort setzt seit jeher konsequent auf Wettbewerb, d. h. alle Service- und Infrastrukturleistungen können nach Bedarf sowie freier Entscheidung hinzugekauft werden. Die ansiedelnden Firmen sind nicht gezwungen, alle Leistungen bei einer Monopolgesellschaft zu kaufen - das ermöglicht niedrigere Produktionskosten.


 


Unternehmen schätzen überdies die Synergie-Effekte des Chemieparks. Der Komplex gliedert sich nicht nur in das klassische mitteldeutsche Chemienetzwerk ein, sondern ist zentraler Bestandteil des ECRN (European Chemical Regions Network), eines gesamteuropäischen Chemie-Netzwerks unter Vorsitz des sachsen-anhaltischen Wirtschaftsministers Dr. Reiner Haseloff.Für Firmen wie Evonik Degussa, PV Silicon oder den Hersteller von Solarzellen Q-Cells optimale Bedingungen. "Wer hierzulande Aspirin nimmt, kauft mit ziemlicher Sicherheit ein Produkt, dass hier hergestellt wird", erklärt Matthias Gabriel mit dem Verweis auf die im Areal B angesiedelte Bayer Bitterfeld GmbH. Geprägt ist der Park vor allem durch die Chlor-, Phosphor-, Farbstoff-, Pharma- und Hightech-Chemie.


 


Zwar kam auch der Chemiepark in Bitterfeld aufgrund der konjunkturellen Entwicklung in diesem Jahr nicht mehr auf die Verbrauchszahlen des Boomjahrs 2008, doch die Gegenwart lässt Optimismus aufkommen. "Momentan liegt die Verbrauchskurve der Unternehmen auf den Werten von 2007. Aber das nimmt derzeit wieder deutlich zu", weist Gabriel auf die aktuellen Daten hin. Was die Nachfrage nach Grundstücken bei mittel- und langfristigen Projekten angeht, kann er sich jedoch einen klaren Trend angeben: "Wir hatten noch niemals so viel zu tun wie jetzt."


 


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