Artikel Hans Schenkel: „Rubinhochzeit“ mit Klick und Kamera
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„Damals hat sich das Fotografieren etwa so angehört“, sagt Hans Schenkel und drückt ein paar Tasten auf seinem Mobiltelefon: „Lächeln!“ Mit metallischem „Klick!“ bestätigt das Telefon die Aufnahme eines Schnappschusses. „Bei mechanischen Fotoapparaten entsteht dieses Geräusch wenn sich die Blende schließt und der Spiegel der Kamera hoch klappt, um den Film zu belichten“, erklärt der international anerkannte Fotokünstler: „Was man tatsächlich fotografiert hat zeigt sich dann im Labor, wenn unter Rotlicht und in dem Wechselbad zwischen Entwickler und Fixierlösung, die Ausbeute des Tages beginnt, Gestalt anzunehmen.“
„Das waren spannende Momente“, sagt Hans Schenkel, dessen fotografisches Werk seit Jahrzehnten einen festen Platz in den Galerien der Welt eingenommen hat. Warum Hans Schenkel fotografiert? „Damals, in den 1960er Jahren, gab mir der Fotoapparat eine Möglichkeit, meine eigene Welt zu gestalten“, sagt Hans Schenkel und so packte der angehende Friseur jede Gelegenheit beim Schopf, um zu fotografieren, was ihm vor die Linse kam: Amerikaner, Flugzeuge, Alltags-Situationen. Bild um Bild wurde Hans Schenkel zu einem feinfühligen Beobachter des Zusammenwachsens von Deutschen und US-Amerikanern in der Umgebung seines Heimatortes Miesenbach. Bis heute tragen die Bilder des gebürtigen Pfälzers diese unverwechselbare Handschrift: Durch seine Kunst gibt Hans Schenkel dem Betrachter Gelegenheit einen Weg zu entdecken, der weiter führt, als es die Fortschreibung des Augenblicks vermuten lässt, in dem das Foto entsteht.
Wahrscheinlich ist es diese besondere Art, Perspektive zu zeigen, die dem noch jungen Fotografenmeister 1991 den Titel eines Portraitfotografen des Jahres beschert. Überhaupt, die Liste der Auszeichnungen des Hans Schenkel ist lang: European Master of Photography, Mitglied im Kodak Gold Circle, um einige zu nennen. Geschenkt habe er diese Ehren nicht bekommen, sagt Hans Schenkel im Rückblick und es sei nicht immer leicht gewesen, den Lebensunterhalt für seine kleine Familie mit der Kamera zu verdienen. „Aber als Friseur bin ich nicht glücklich geworden“, sagt Schenkel, der 1971 den Meistertitel des Figaro samt eigenem Salon an den Nagel hängt, „um das Leben zu entdecken.“ Die Frage, ob Hans Schenkel gefunden hat, was er seither sucht, beantwortet der Künstler mit einem Augenzwinkern: „Ich bin zufrieden.“
Immerhin, gemeinsam mit Frau Christa, Sohn Hans jun. („Hennes“), Schwiegertochter und Enkelkind bewohnt Hans Schenkel heute einen kleinen Bauernhof am Rande von Miesenbach. Zwar gibt es noch immer eilige Fototermine am Ende der Welt und inzwischen hat sich auch in der pfälzischen Heimat herumgesprochen, dass es für Hans Schenkel eine gute Entscheidung war, Kamm und Schere gegen einen Fotoapparat zu tauschen. Glück bedeutet für Hans Schenkel aber, dass Hans jun. mit seiner Agentur „Schenkel Media“ die künstlerische Tradition in der Familie fortschreibt. Und: Natürlich. Auch Hennes Schenkel ist ein gelernter Fotograf, „sogar ein guter“, sagt der Papa. „Aber das Internet gibt mir eine Möglichkeit, meine eigene Welt zu gestalten “, sagt Hennes. In solchen Momenten geht Hans Schenkel in sein Atelier und kramt ein bisschen zwischen Kisten und Kasten. Wenn er zurückkommt, hält er einen alten, mechanischen Fotoapparat in der Hand: „Klick!“
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