Artikel Als die Religion noch nicht langweilig war – Hans Conrad Zander – ISBN: 346
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Die Geschichte der Wüstenväter.
Die Ikea-Family-Card und Goethe, Arabella Kiesbauer und Mao Tse
Tung, Jesus von Nazareth und frühchristliche Eremiten in ein
theologisch fundiertes und spannend zu lesendes Buch zu packen, dass
gelingt derzeit in Deutschland nur Hans Conrad Zander.
Der ehemalige Dominikanermönch, preisgekrönte Stern-Reporter und
jetzige Publizist hat sich in seinem neuesten Werk die Wüstenväter
vorgenommen, jene Männer die vom dritten Jahrhundert an das Heil nicht
in der offiziellen Kirche, sondern in den Einöden der Wüsten suchten.
Ob sie es dort fanden, ergründete Zander nicht nur vom Schreibtisch
aus. Er machte sich selbst auf die Reise nach Nordafrika, besuchte die
Nachfahren der Wüstenväter, setzte sich selbst der Einsamkeit und Hitze
aus.
Mit profundem historischen und theologischen Wissen reicherte Zander
seine Erfahrungen an. Entstanden ist ein Buch, das vor Lebenstiefe und
Sachkenntnis strotzt und ein Paradebeispiel für lebendige
Geschichtsschreibung ist.
Sprachgewaltig präsentiert Zander die mehr oder weniger einsamen
Mönche: den Asketen Antonius, der in seiner Höhle den Kampf mit den
Dämonen der Versuchung aufnahm. Pachomius, den militärisch denkenden
Gründer der ersten Wüstenklöster und Verfasser der ersten Klosterregel.
Simeon, den syrischen Säulenheiligen, der seine introvertierte
Frömmigkeit auf äußerst extrovertierte Art zur Schau stellte.
Hieronymus und Athanasius, Zosimus und Mose von Äthiopien, Kaiser
Konstantin und die Wüstenmutter Maria Aegyptiaca. Zander lässt alle
Namen, die in der modernen Schultheologie auf wundersame Weise zu
wissenschaftlichem Lehrstoff verblasst sind, literarisch zu neuem Leben
auferstehen. Wortgewandt hebt er die Wüstenväter vom Heiligensockel und
schildert sie als raue Sinnsucher, Steuerflüchtlinge und religiöse
Vagabunden.
Im Gegenüber zur “langweiligen” Amtskirche, die auf
Bischofsämter und Privilegien baute, hielt sich in den Mönchen der
Wüste die christliche Religion lebendig. Zander verhehlt seine
Sympathie mit ihnen nicht.
“Alleinsein als ungezähmtes Abenteuer, Religion als elementare Begegnung mit einem Älteren”
Diese Erfahrungen empfiehlt er seinen Lesern und hofft, dass so der “kolossale Betreuungsbetrieb der christlichen Kirchen” ebenso überflüssig werde wie “der uferlose Jahrmarkt esoterischer Sinntiefe“.
Hans Conrad Zander,
der vor allem durch seine mild satirischen kirchen- und
religionskritischen Glossen und Bücher bekannt geworden ist, erhielt
1983 den Egon-Erwin-Kisch-Preis.
Neben dem oben vorgestellten Werk erschienen von ihm eine Menge
lesenswerter Bücher zum Thema (die fett gedruckten Bücher sind
ebenfalls vergriffen und werden zu gegebener Zeit separat vorgestellt):
- Napoleon in der Badewanne (1977)
- Haus Himmelstür (1981)
- Gottes unbequeme Freunde (1982)
- Die emanzipierte Nonne und andere Porträts von heiligen Individualisten (1990)
- Minnesota in Köln (1990)
- Von der rechten Art, den Glauben zu verlieren (1990)
- Von der Religiosität der Katzen (1990)
- Ludwig XIV. in Behandlung (1991)
- Ecce Jesus (1992)
- Zanderfilets (1992)
- König David im Café (1994)
- Warum ich Jesus nicht leiden kann (1994)
- Wie der Erzbischof von Köln heiraten mußte (1995)
- Im Anfang war das Krokodil (1996)
- Kleine Frühstücksweisheiten (1996)
- Zehn Argumente für den Zölibat (1997)
- Von der Leichtigkeit der Religion (1999)
- Aufstieg und Fall eines Berner Artilleristen (2000)
- Das gestörte Konzert zu Versailles (2000)
- Ludwig der Vielgeliebte (2000)
- Als die Religion noch nicht langweilig war (2001)
- Joachim, mir graut’s vor dir! (2004)
- Warum waren die Mönche so dick? (2005)
- Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition (2007)
- Dummheit ist Sünde – Thomas von Aquin im Interview mit Hans Conrad Zander (2009)
Schon an den Titeln lässt sich erahnen, um was es in diesen Werken
geht und Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar drehen
sich an ihrem Ehrentag hoffentlich nicht im Grabe herum. Derlei
Schriftentum landete zu ihren Lebzeiten sicher im Index Librorum Prohibitorum, der in seiner verbindlichen Form erst 1966 abgeschafft wurde.
Um es vorweg zu nehmen. Dieser Artikel besitzt rein informativen und
satirischen Charakter und verletzt nach Auffassung des Autors die
Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen
und weltanschaulichen Bekenntnisses eines jeden Individuums in keinster
Weise.
Die 1. Auflage des Buches Als die Religion noch nicht langweilig war erschien laut Deutscher Nationalbibliothek im Jahre 2001 unter der
ISBN: 3462029827 im Kiepenheuer und Witsch Verlag als Hardcover. 3
Jahre später folgte eine Taschenbuchausgabe im selben Verlag mit der
ISBN: 3462033964, dessen Cover unten abgebildet ist.
Beide Auflagen sind seit längerer Zeit vergriffen und zu erhöhten
Preisen und nur mit etwas Glück auf Auktionen und Bücherplattformen
erhältlich. Erfolgreich verkaufte Titel gab es bei ebay seit dem 22.09.2009 noch nicht. Ich werde die Abverkaufszahlen zu gegebener Zeit aktualisieren.
Eventuell ist das Buch derzeit in meinem Online Shop erhältlich?
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