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Artikel Deutschland entschädigt Opfer der Luftangriffs in Kundus

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Deutschland entschädigt Opfer der Luftangriffs in Kundus

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins n-tv beginnt die Bundeswehr mit „der Wiedergutmachung für den verheerenden Bombenangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan. 1200 Familien der Region erhalten als "unbürokratische Sofortmaßnahme" ein Hilfspaket mit Lebensmitteln und Decken“ (www.n-tv.de)


Bei dem Angriff vor ungefähr fünf Monaten waren 142 Menschen getötet worden. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Trägodie hatte die Bundesregierung erklärt „nicht um jeden Toten feilschen zu wollen“.


Bemerkenswerterweise werden Nachrichten zur Wiedergutmachung nach fünf Monaten veröffentlicht. Mittlerweile ist der Vorfall aus den Köpfen der westlichen Welt verschwunden oder wird durch noch verheerendere Nachrichten überspiegelt. Wohlgemerkt: der westlichen Welt.


Die Menschen in Afghanistan, die täglich unter dem Krieg zu leiden haben, werden diese Vorfälle wohl kaum vergessen. Ich bitte den Leser zu entschuldigen, ich muss natürlich – wenn ich in den Worten unserer Regierung spreche – von kriegsähnlichen Zuständen sprechen. Wohl auch nur wegen dieses Terminus fällt die Wiedergutmachung der Bundeswehr in einem der Menschenwürde nahe kommenden Maße aus. Warum auch sollten kriegsähnliche Zustände ein menschenwürdiges Verhalten nach sich ziehen? Nein - wir sprechen lieber von ähnlich, dann ist die Wirkung unserer Worte nicht ganz so hart und die Konsequenzen aus unserem Fehlverhalten lassen sich in Grenzen halten.


Es bleibt festzustellen, dass 142 Menschenleben einem Gegenwert von 1200 Paketen mit Decken und je 50 Kilogramm Mehl, zehn Kilogramm Reis, vier Kilogramm Bohnen, zwei Kilogramm Zucker sowie fünf Liter Speiseöl entsprechen. So lassen sich kriegsähnliche Zustände wenigstens betriebswirtschaftlich kalkulieren.


Nicht umsonst geht der Nato das Geld aus und weitere Gelder aus Staatskassen werden benötigt. Nicht umsonst gibt es keine Spendenaufrufe für geschädigte Familien in den von kriegsähnlichen Zuständen betroffenen Regionen. Den Menschen in der westlichen Welt fehlt hierfür die Vorstellungskraft - es wäre ja strategisch auch unklug verletzte Kinder, verletzte Frauen und die notleidende Bevölkerung im Fernsehen zu zeigen. Es könnte passieren, dass wir die Zustände als Krieg empfinden.


Bei der sogenannten Wiedergutmachung bitte ich eines in Erinnerung zu rufen: Unsere Bundeswehr bezeichnet Ihre Aufgabe als zivile Aufbauorganisation. Sie ist nach eigener Darstellung nur den Menschen in den Krisengebieten verpflichtet. In diesem Kontext dürfte die Lieferung zur Wiedergutmachung der selbst angerichteten Schäden ein Anerkenntnis sein: Ein Anerkenntnis dass wir uns nun doch im Krieg befinden: Einem Krieg der knallhart kalkuliert ist.


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