STUDIE: Fast alle Hartz-IV-Empfänger wollen arbeiten
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Kommentare zu STUDIE: Fast alle Hartz-IV-Empfänger wollen arbeiten
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Nee, meine Identität preisgeben möcht' ich nicht - hier muss man um seinen Job fürchten, wenn man linke Ansichten vertritt.
Aber ich kann dir trotzdem noch ein bisschen erzählen:
bei 2050,-- Haushaltseinkommen (netto) zahlen wir 800,-- Euro Miete, 120,-- Euro Strom/Wasser und ich habe Unterhaltspflichten von über 400,-- Euro. Von dem was übrig bleibt, leben wir.
Ich hätte vermutlich Anspruch auf Hartz-IV-Aufstockung, vermeide das aber, weil der Hartz-IV-Makel mir endgültig eine Laufbahn in meinem erlernten Beruf verbauen würde. Wer den Stempel "Hartz-IV" trägt, wird nie mehr in verantwortungsvolle Positionen berufen.
Ich habe mal 2600,-- Euro netto verdient und bin unverschuldet durch Klüngelei, Vetternwirtschaft und Mobbing in diese Lage geraten. Da kannst du dir ausrechnen, warum ich schlecht auf diese Gesellschaft zu sprechen bin.
Sorry,
vielleicht bin ich nur zu blöd um solch gute billige Arbeitskräfte zu bekommen. Für mich jenseits gut und böse.
Noch was, sprichst du von Netto und in welcher Gegend wohnst du?.. Natürlich nur wenn du mir dies sagen willst.
Vielleicht ist Bayern ja tatsächlich auf dem Mond, oder Mars, keine Ahnung.
...und hier in WEST-Deutschland werden Löhne gezahlt: für 40 Wochenstunden 750,-- Euro. Mach mal die Augen auf!
Stichwort: Leiharbeit
Hartz-IV hat - wie an anderer Stelle gesagt wurde - zur gesellschaftlichen Schieflage geführt, weil nicht gleichzeitig ein Mindestlohn eingeführt wurde. Das hat zur Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse geführt.
Wir sind (ier in Westdeutschland!) ein Zwei-Personen-Haushalt. Ich verdiene in einem tariflichen Beschäftigungsverhältnis bei 30 Wochenstunden 1200,--, meine Frau verdient als Leiharbeiterin 750,-- bei 40 Wochenstunden; beide mit akademischem Abschluss.
Das IST die Realität (in Westdeutschland!)
@Luna:
ich bin kein Ossi, sondern ein Wessi...
ich weiß nicht wie alt du bist, Pedegar. Ich weiß aber was und warum ich gelernt habe. Deine Erfahrungen sind kein Freiflug, meine auch nicht.
Was 1200 Euro netto anbetreffen für 40 Std Arbeit gebe ich dir zu 100% recht.
Nur sorry, was ihr Ossis immer nicht versteht ist, dass diese Löhne in unserer Gegend die Normalität sind. Abweichungen nach unten eher die Ausnahme. Du findest hier bei uns nicht mal einen Lagerarbeiter, der für unter 1200 Euro Netto arbeiten würde, geschweige denn einen Facharbeiter.
Meine Putzfrau verdient im Minijob 8 Euro netto, was eher schlecht bezahlt ist. Urlaub bekommt sie auch bezahlt.
Meine 30 Std Kraft verdient 1850 Euro brutto, mit Steuerklasse 5 seit dem 1. Januar um die 920 Euro, vorher 830 Euro netto.
Der Aussendienstler meines Mannes, 1800 Euro Grundlohn+ 2% Provision. Also ebenfalls über 2000 Euro brutto. Was soll man da noch drauflegen?
1. Sag mir nicht, was du alles gesellschaftlich gelernt hast und was ich noch lernen muss. Ich schätze, dass ich mindestens 10 Jahre mehr auf dem Buckel und im Erfahrungsschatz habe als du. Was ich hier schreibe, ist eine Folge von Erfahrung und "Gelerntem", kein idealistischer Freiflug.
2. ein gut bezahlter Job ist einer, der bei 40 Stunden qualifizierter Arbeit mehr als 1200 Euro bringt.
Pedegar,
Diakonieexperten.. ja das sind die besten Experten schlichthin. Hier wird man um so bedürftiger, desto besser man jammert. Also lass es gut sein...
pedegar
du suchst einen gut bezahlten Job? Was ist für dich ein gut bezahlter Job?
Na ja, redlich und ehrlich verdient - das ist eine grundsätzliche Frage, was man in der freien Wirtschaft unter "moralisch" verstehen mag.
Nur als Beispiel: die Aldi-Brüder verdienen ihre Milliarden an den Leuten, die sich nicht mehr als Aldi leisten können; da wird ziemlich gut deutlich, dass die richtig dicken Vermögen durch Umverteilung von ganz unten nach ganz oben zustande kommen.
Warum ist eine solche Forderung grenzwertig? Was macht man aus 50 Milliarden - man kann eigentlich nur 100 Milliarden daraus machen. Und unmoralisch sind solche Vermögen grundsätzlich per se, weil sie Kapital in einer Hand binden, das woanders dringend fehlt. Ist die Kapitalanhäufung in einer Größenordnung, die nicht mehr verbrauchbar ist, moralisch verantwortbar? Ich meine: eindeutig nein! Das ist Vermögen ohne Nutzbarkeit.
Ja, ich spreche den Leuten die Fähigkeit ab, entscheiden zu können, wo große Spenden benötigt werden, denn sie sind darin keine Experten. Es gibt aber Diakonie-Experten, die das besser und effizienter entscheiden können.
Pedegar,
auch ich war früher so ähnlich wie du heute denkst. Aber ich habe gelernt.. sehr viel. Ich bin 3x beruflich in einen sehr tiefen Loch gewesen, zT aus Solidarität zT aus dem Gerechtigkeitskeitsinn heraus. Ich habe gelernt, dass du selbst dir am nächsten stehst, dann kommen andere. Ich helfe auch heute noch, aber ich entscheide wem, wann, in welcher Art. Geld steht bei der Hilfe immer hinten an.
siehst du..Pedgar und genau da ist es was nicht funktioniert...
Du sprichst also den Brüdern Albrecht als auch einen Bill Gates die Fähigkeit ab, entscheiden zu können wer von ihnen unterstützt wird. Alleine deine Aussage sie sollten enteignet werden ist grenzwertig.
Sag uns doch mal, mit welchem Recht du jemanden redlich und ehrlich verdientes Geld, mit dem sie auch noch zusätzlich viele Sozialprojekte unterstützen enteignen willst.
Es ist grundsätzlich schon unmoralisch, dass es Kinder gibt, die nichts haben, während andere mehr haben als sie jemals brauchen könnten. Eigentlich werden wir ja alle nackt geboren.
Deshalb setze ich ganz provokativ noch einen drauf: unmoralische Privatvermögen über 1 Milliarde sollten zwangsenteignet und den Bedürftigen zugeführt werden. Es ist nicht einzusehen, wofür Bill Gates 40 Milliarden, oder die Aldi Brüder je 20 Milliarden brauchen sollen.
Selbst wenn sie Millionen davon jährlich für gute Zwecke spenden, geschieht das auf der Basis einer persönlichen Entscheidung und nicht auf Grundlage einer echten Einchätzung von Bedürftigkeit. Und selbst die Millionen-Spenden werden locker durch die Zinsen des Kapitals wieder reingeholt.
Der Staat sollte die Vermögen über 1 Milliarde einziehen und gerecht vereilen.
"sagt zB. wenn ihr denn Maier rausschmeißt dann mich bitte gleich mit, denn ich bin solidarisch"
Liebe Luna, genau das war mein Problem und deswegen wurde ich arbeitslos. Ja, es gibt diese Leute. Die Mehrheit ist aber so wie du: "ich komme zuerst und alle anderen können mich mal".
Das nennt man übrigens nicht "Fantast", sondern "solidarisch" und was richtig ist, bleibt auch richtig, wenn alle anderen es falsch machen.
Ich kann nichts "Fantastisches" daran finden, wenn man die Welt wenigstens im Umkreis des eigenen Wirkens einigermaßen gerecht zu halten versucht, auch wenn man dabei mal über die Klinge springt.
Letztlich sind die "Fantasten" diejenigen, die die Welt für dich und mich erträglich machen und im Zweifelsfall wieder zurechtrücken. Zugegeben, es sind dann immer Leute wie du, die sich - bei positiven wie negativen - Veränderungen das größte Stück vom Kuchen sichern, während Unsereiner leer ausgeht. Ich suche noch einen gut bezahlten Job - gibst du mir einen? ;-)
Die Traumtänzer sind eigentlich nicht wir Idealisten, meine Liebe, sondern ihr, die ihr euch eure funktionale Traumwelt auf Kosten der Mehrheit bastelt. Das funktioniert, weil ihr Traumtänzer in der Mehrheit seid.
Wir Idealisten sind deshalb keine Traumtänzer, weil wir - ganz real und realistisch - das Ideal anzustreben versuchen, wohl wissend, dass wir es nie erreichen können. Aber allein der Versuch, die Welt zu verbessern, verbessert sie auch, während das Arrangieren mit dem Ist-Zustand eine reine Negation der eigenen und gesellschaftlichen Möglichkeiten ist.
Ihr seid arm, weil ihr gesellschaftlich und zivilisatorisch nicht weiterkommen wollt.
noch ein Nachtrag
Nicht zum Fiskus sonst wäre er nicht pleite... das kann man so nicht sagen. Wenn ich monatlich sagen wir 1000 euro zur Verfügung habe und 2000 ausgebe, ist es eine Frage von sehr kurzer Zeit bis ich pleite bin.
Pedegar
wie ich aus deinen Beiträgen immer wieder erkennen kann bist du ein Fantast. Leider.. aber es ist so.. Meinst du tatsächlich ein Mensch der noch Arbeit hat, stellt sich in seiner Firma hin, und sagt zB. wenn ihr denn Maier rausschmeißt dann mich bitte gleich mit, denn ich bin solidarisch?
Jeder ist sich in gewissen Notlagen der Nächste. Das war schon immer so und wird immer so sein. Dies ist auch in jedem Menschen eine Instiktreaktion... Leider nicht immer schön aber Realität.
Ach übrigens: nur am Rande, bevor die Diskussion ausartet ;-)
Der Grabenkampf zwischen Mittelstand und Präkariat is sowas von für'n Allerwertesten, denn beide sind ja die Gelackmeierten und diese Auseinandersetzung kommt den Nutznießern zugute. Die lachen sich ins Fäustchen - dabei sollte es eine natürliche Solidariatät zwischen Mittelschicht und Unterschicht geben.
Warum?
Darum: das Bruttoinlandsprodukt der BRD ist ständig angewachsen und lag in der Regel deutlich über dem Inflationsniveau. Das bedeutet übersetzt, dass wir alle zusammen immer reicher werden.
Wenn aber trotz wachsenden Wohstandes - also trotz stetiger Kapitalvermehrung - die Armut anwächst, prekäre Beschäftigungen zunehmen und der Mittelstand wegbröselt, darf man sich fragen, wo das Wachstum - das zusätzlich erwirtschaftete Kapital - der wachsende Reichtum - hingegangen ist.
Zum Fiskus? Kaum, sonst wäre der nicht ganz so pleite.
Denkt mal nach, während Ackermann die nächsten 5 Milliarden verdient.
:))
"Pedegar
sorry du hast wirklich keine Ahnung."
Na gut...
;-)
Pedegar
sorry du hast wirklich keine Ahnung. Ein Bekannter von mir, Spedition 2 LKW´s, 2 feste Mitarbeiter, beide in Kurzarbeit. Was soll er machen. Beiden kündigen? Kann er was dafür das die Banken Geld verzockt haben und der Umsatz bis 50% zurückgegangen? Er muß seine Leasingraten für seine LKW´s zahlen.. seine Löhne usw. Aber ich weiß, Unternehmerrisiko...
Unternehmerrisiko..??? Bei vielen geht es nicht mehr ums Risiko sondern uns blanke Überleben für sich und seine Mitarbeiter.
Weist du eigentlich wie viele Leute aus der Arbeitslosigkeit, in die Selbstständigkeit "gegangen worden sind". Weist du wie vielen von denen kratzen, schuften und alles erdenklich Mögliche tun, um zu überleben. Rede mal mit kleinen Handwerkern und frage wie die Zahlungsmoral ist... na ja Unternehmerrisiko ich weiß.
Im übrigen meine Mitarbeiter hatten tatsächlich Gewinnbeteilung, solange Gewinne da waren.
"Kann dein Chef sagen..."
Das ist das Unternehmerrisiko, dass u.a. dadurch vergolten wird, dass der Unternehmer ja auch den kompletten Überschuss mitnehmen darf, wenn es mal gut läuft. Oder verteilt ihr den auf die Angestellten?
Eigentum verpflichtet gegenüber dem Finanzamt. Den Rest regelt unser Regierungsappart von ganz allein. Leider kann man in D nicht sagen, meine 50.000 Euro Steuern möchte ich wie folgt verteilt...
Soviel zur Verpflichtung.
Es gibt viele die mit viel Geld aus D wegziehen, vielleicht gerade deshalb weil sie nicht verpfllichtet werden wollen, sondern ihr Geld in Form von Zuwendungen und Spenden, lieber denen zukommen lassen, bei denen sie es für angemessen halten. (siehe M. Schumacher)
Ich halte Entwicklungshilfe für China nicht mehr angemessen und sie wird trotzdem von meinen Steuern bezahlt. Sind das die Dinge zu was Eigentum verpflichtet?