Artikel Friedenstraum und Wirklichkeit
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Als vor 50 Jahren der Ostermarsch nach Deutschland kam, da träumten die Friedensbewegten von allem Möglichen. Zwei Träume - der eine ein Wunsch-, der andere ein Alptraum - hatten sie sicher nicht.
Der Wunschtraum: Die atomare Abrüstung ist zum Ziel der Weltmacht USA geworden, der Präsident fährt erste Erfolge ein. Und die Friedensbewegung hat ihren Anteil daran, dass der Horror des Atomkriegs nie aus dem Bewusstsein geriet.
Dieselbe geläuterte Weltmacht aber hat den "konventionellen" Krieg wieder Alltag werden lassen. Das ist der Alptraum. Es macht ihn nicht einfacher, dass den ökonomischen und ökologischen, den religiösen und ideologischen Kriegsursachen mit einem simplen "Amis raus aus " nicht mehr beizukommen ist. Klar fordern die Ostermarschierer ein Ende des Afghanistankriegs. Aber sie schreien nicht "sofort", wohl wissend, dass auch ein überstürzter Abzug schrecklichen Schaden anrichten könnte.
Die multipolare Welt ist mit einfachen Parolen nicht zu fassen. Die Ostermarschierer akzeptieren das und stellen sich darauf ein. Sie sind damit vielleicht zeitgemäßer als je zuvor.
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