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Artikel Versunkene Inseln in der Karibik entdeckt

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Versunkene Inseln in der Karibik entdeckt
In der Karibik gab es vor 40 bis 50 Millionen
Jahren wahrscheinlich weit mehr Inseln als heute. Deutliche Belege dafür
fanden Wissenschaftler jetzt während einer sechswöchigen Expedition mit
dem deutschen Forschungsschiff Meteor. An Bord waren auch vier
Mitglieder der Universität Greifswald vom Institut für Geographie und
Geologie. Sie werden nun die gesammelten Proben und Daten auswerten.

Ziel der Expeditionsfahrt war die zentrale Karibik. Dort waren
die Greifswalder an Untersuchungen zur Entwicklungsgeschichte dieses
Meeres beteiligt. Während der Fahrt des Forschungsschiffes wurden mit
einem Fächerecholot ständig Messungen zur Kartierung der Topographie des
Meeresbodens durchgeführt. Dabei stellten die Wissenschaftler fest,
dass die vorhandenen Seekarten oft sehr ungenau sind. Sie wurden aus
Satellitendaten errechnet. Manche untermeerischen Berge, die auf den
Seekarten eingetragen waren, gab es überhaupt nicht; andererseits wurden
flache Bereiche angezeigt, die sich als gebirgig, teilweise mit
Erhebungen von über 1000 m über dem Meeresboden erwiesen.

Die größte Überraschung für die Wissenschaftler an Bord der Meteor waren
die Proben von den untermeerischen Bergen. An den Flanken dieser Berge
wurden vor allem Dredgen hochgezogen. Eine Dredge ist ein großer
Stahlkorb, der an einem mehrere Kilometer langen Stahlseil hinabgelassen
und über den Meeresboden geschleift wird. In diesem sammelten sich
Gesteine, die eigentlich nur für sehr geringe Wassertiefen typisch sind.
Dazu gehörten Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen, die nur in den
lichtdurchfluteten oberen Bereichen des Meeres entstehen. Sie sind
deutliche Belege dafür, dass die submarinen Berge, deren Gipfel heute in
Wassertiefen von 800 bis 1000 m liegen, ehemals als Inseln im
karibischen Meer zu sehen waren.

Die mittels Fächerecholot kartierten Seeberge erwiesen sich somit als
Korallenriffe. Deren Wachstum konnte zunächst mit dem stetigen Absinken
mithalten; dann starben die Riffe jedoch ab und verschwanden mit der
Zeit in der Tiefe. Das Alter der Riffe muss im Detail noch geklärt
werden. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass sie vor ungefähr 40 bis
50 Millionen Jahren entstanden. Die Riffe wuchsen auf einer zweiten,
viel größeren und heute in Wassertiefen von ungefähr 1600 bis 1800 m
liegenden Plattform auf. Diese Plattformen, die sich deutlich über die
Tiefseeebene in ca. 4000 m Wassertiefe erheben, sind das Ergebnis eines
großen submarinen Basaltausflusses, der sich in der mittleren Kreidezeit
vor ungefähr 80 bis 90 Millionen Jahren ereignete und große Teile der
damaligen karibischen See mit einer mächtigen Schicht aus Lava bedeckte.
Die vielfältigen Proben aus den Schleppnetzen und von den Tauchgängen
mit dem Tauchroboter „ROV Kiel 6000“ zeugen davon. Auch diese
Plattformen befanden sich zunächst in der Nähe oder möglicherweise über
dem Wasserspiegel, worauf gerundete Basaltgerölle hinweisen. Solche
Gerölle können nur in stark bewegtem Wasser entstehen, wie es in Flüssen
oder in der Meeresbrandung vorkommt.

Aus Greifswald nahmen an der Expedition teil:
Prof. Dr. Martin Meschede, PD Dr. Heiko Hüneke, Carolin Bartsch, Daniel
Sperl

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Martin Meschede
Institut für Geographie und Geologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a
Telefon 03834 86-4560
Telefax 03834 86-4572
meschede@uni-greifswald.de
Weitere
Informationen:
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=clip
– IFM Geomar
http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/download-presseinformation...
– Fotodownload

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