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Artikel Merkels Feuerspritzen für Moskau oder: wie Hilfe zur Farce wird

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Merkels Feuerspritzen für Moskau oder: wie Hilfe zur Farce wird

Merkels Feuerspritzen für Moskau


oder: wie Hilfe zur Farce wird


Moskau/Berlin/Flensburg 14.08.2010


Redaktions-Zusatzkommentierung „les Art“


In dem Beitrag von Gisbert Mrozek aus www.russland-aktuell.ru
wird die Hilfe der Welt für die Feuerkatastrophe in Russland
beschrieben und die lautstarken Kommentare in das Verhältnis zur
Wirklichkeit gesetzt.


Hierbei ist bemerkenswertes zur Rolle der BRD zu erfahren, die wieder
einmal ob der Hilfskriterien zur Bürokratisierung des Anspruches „am
Deutschen Wesen wird die Welt genesen“ und der so oft in Selbsterhöhung
des Geschenkes deutscher Gründlichkeit für die Welt als dessen Vorbild,
nun an diesem Beispiel sich belegen läßt, die Bibel hat recht.


Denn „wer sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden“ als traurige
Bestätigung des Wortes, ist das Prozedere der BRD eigentlich nur noch
als peinlich und lächerlich zu bezeichnen. Es ist ein Trauerspiel, was
hier läuft. Und wenn man das dann in das Verhältnis zur
Tsunamieankündigung von einst setzt, wo 550 Millionen aus der Hand
heraus versprochen wurde, so wird vielleicht verständlich, warum man nie
wieder etwas von der Realisierung dieses Geschenkes hörte.


Und so wird es wohl auch mit der aktuellen Hilfe für Pakistan und den
10 Millionen Euro angekündigter Hilfen sein. Im Ergebnis wird wohl
nach wochenlanger Prüfung dann an Pakistan ein duzend „knallroter
Gummiboote“ dabei herauskommen, die dann mit großem Presseaufwand und
geschwellter Brust, als effektive deutsche Großzügigkeit menschlicher
Soforthilfe, der breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Vergessend,
daß Spaten und Sargkisten vielleicht die bessere Hilfe gewesen wäre.


Zurück zu Moskau und der dort laufenden Feuerkatastrophe. Das nach
wie vor besondere Verhältnis von Deutschland und Russland, das auf eine
lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, ist sicherlich
verbesserungswürdig. Auch ist bekannt, daß die Russen in Sachen
Bürokratismus den Deutschen in nichts nachstehen. Aber wieso bei einer
solchen „brandakuten Situation“ derart verfahren wird, entzieht sich
jeglicher Vorstellung und führt halt zu derartigen, dem Hohn und Spott
ausgesetzten Kommentaren, wie denen eines Gisbert Mrozek, des
Chefredakteurs von „Russland-Aktuell“.


Wir von „les Art“ sagen: sehr empfehlenswert!


Donnerstag, 12.08.2010
Selten peinlich: Merkels Masken für Moskau


www.aktuell.ru/russland/kommentar/selten_peinlich_merkels_masken_fuer_mo...


Gisbert Mrozek, Moskau. Heute Nacht kommt sie, die Berliner
Hilfslieferung, teilt die halbverlassene Deutsche Botschaft stolz mit.
1.250 Atemschutzmasken und 20 "Tragkraftspritzen". Nicht kleckern,
sondern klotzen! Hauptsache rechtzeitig. Wenn das nicht die Wende
bringt!


Vor einer Woche teilte Außenminister Westerwelle mit, man prüfe, wie
man Russland gegen die Brandkatastrophe helfen könnte. Kanzlerin Merkel
versprach Dmitri Medwedew am Telefon Hilfe. Und dann begann man zu
prüfen ...


Derweil schickt Berlusconi kurzerhand zwei Löschflugzeuge, da es
bekanntlich in Russland ja ein wenig an Feuerlöschtechnik mangelt. Kurz
danach zog Sakorzy mit zwei Wasserbombern und einem Hubschrauber nach.


Die Aserbaidschaner und die Armenier schickten Feuerwehreinheiten,
die Bulgaren liessen sich nicht lumpen. Berlin prüfte derweil
sorgfältig.


Das Aussenministerium der grossmächtigen USA teilte mit, man werde
ganze 55.000 Dollar spenden, das klitzekleine Estland spendete 100.000
Euro für die Opfer der Brandkatastrophe. Berlin war noch mit Prüfung
beschäftigt.


Bei Russland-Aktuell


• Deutschland u Österreich schliessen Botschaft in Moskau (07.08.2010)
• Waldbrände: Ausländische Hilfe wird intensiviert (05.08.2010)
• Waldbrände: Internationale Hilfe von allen Seiten (09.08.2010)


Vor allem aber prüften die deutschen Diplomaten in Moskau
sorgfältigst den Thermometerstand und die Luftqualität, erschraken sich
dabei so sehr vor den Medienberichten über die Gesundheitsgefahren von
Smog und Radioaktivität, dass als erste konkrete Hilfsmassnahme
beschlossen wurde, das Botschaftspersonal auszudünnen. (Denn wenn es mal
so richtig anfangen würde zu brennen bei Brjansk und der Wind aus
Südwest wehen würde, könnte ja wirklich Radioaktivtität in kleinen Dosen
auch in Moskau ankommen. Und dann muss man schneller sein, als der
Wind.)


Wer nicht zur Kernmannschaft gehöre, solle besser nach Deutschland
ausreisen, hiess es. (Schliesslich ist man doch Diplomat und muss sich
nicht persönlich für die deutsch-russischen Beziehungen auch noch
opfern)


Ungerechterweise wurde diese humanitäre Hilfsmassnahme in manchen
Medien als Evakuierung der Deutschen Botschaft missinterpretiert, wobei
doch in Wirklichkeit die Kernmannschaft trotz Smog und Hitze heldenhaft
und selbstlos weiter die Hilfsmöglichkeiten prüfte.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 1.250 Atemschutzmasken und 20
"Tragkraftspritzen" werden am frühen Freitagmorgen in Moskau eintreffen.


Bei Russland-Aktuell


• Notstand in drei von sieben Gebieten aufgehoben (12.08.2010)
• Hitze und Feuer lassen die Wirtschaft schmelzen (12.08.2010)
• Jetzt keine Brände in Tschernobyl-verseuchter Region (11.08.2010)
• Löschflug: Putin liquidiert zwei Waldbrände bei Rjasan (10.08.2010)
• Krisenmanagement: Putin im Qualm, Medwedew im Kreml (06.08.2010)


Natürlich generalstabsmässig geprüft und geplant und perfekt getimed:
nachdem die russischen, italienischen und französischen Wasserbomber,
die 155.000 russischen Katastrophenschützer, die russischen Militärs und
die Feuerwehreinheiten aus Armenien, Aserbaidschan und Bulgarien in
wochenlangem Einsatz zwischen Moskau und dem Ural die Feuersbrünste
stark reduziert haben, sind wahrscheinlich Tragkraftsspritzen genau das,
was jetzt noch gebraucht wird, für die entscheidende Feinarbeit.


Der Symbolwert dieser Berliner Geste liesse sich nur noch erhöhen,
wenn Guido Westerwelle und Angela Merkel persönlich mit
Tragkraftspritze, Feuerpatsche und Atemschutzmaske an die Front gehen
würden.


Aber soviel Einsatz entspräche doch nicht der vornehmen Zurückhaltung
des deutschen Spitzenpersonals, das degustiert die Nase rümpft, wenn
sich wieder einmal dieser Macho-Putin persönlich als Co-Pilot in einem
Löschflugzeug betätigt hat


1 Kommentar

Kommentare zu Merkels Feuerspritzen für Moskau oder: wie Hilfe zur Farce wird

 

PhantaduPhantaduam 14.08.10


Das ist die Politik der ruhigen Hand. Das Feuer und andernsorts das Wasser wird´s schon richten...Hauptsache man tut so, als tät man was.


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