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Artikel Erst kommt der Zorn, dann das Böse

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Erst kommt der Zorn, dann das Böse
 
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    In den Zeiten von Internetkrieg, zersplitterter Terrorgruppen und wankenden Atommächten ist die Suche nach einem passenden Plot für Thrillerautoren nicht schwierig. Der Berliner Thrillerautor und Drehbuchschreiber Marc Kayser sendet deshalb mit "Leo Storm" einen neuen Helden in den Kampf gegen den Terror. Die deutsche BAVARIA Film- und Fernsehproduktion plant, aus dem explosiven Stoff einen Film zu machen.......... Interview: Serena Way........ Marc Kayser, Sie haben ein Drehbuch über einen Helden geschrieben, der im Bereich des Nahen Ostens agiert. Das ist neu: Bislang haben Sie Ihre Plots in Europa und den USA verortet......... Kayser: Konkret habe ich mit Leo Storm einen Agenten des Bundesnachrichtendienstes nach Pakistan und nach Russland entsendet. Zwar ist bekannt, dass der Bundesnachrichtendienst Operateure dieser Art nicht duldet, doch das war mir egal: Wer schneller als der Gegner sein will, braucht als Akteur erweiterte Spielräume. Pakistan gehört ja in den vorderasiatischen Raum und der westliche Ural ja noch zu Europa. Deshalb ist Ihre Verortung nicht ganz korrekt............. Way: Nun gut, aber in HEXAGON und TRIAS............... Kayser: ...bin ich vor allem in Europa geblieben, das stimmt. Ich habe ja auch zum ersten Mal den umgekehrten Weg gewählt: Erst das Drehbuch, dann den Roman. Ich traue den Verlagen in Deutschland zwar viel zu; aber das es einfach wäre, gegen die amerikanische Übermacht im Thrillergenre einen Stich zu machen ist nicht ganz leicht. Mit Leo Storm agiert erstmals ein deutschen Agent von hier aus in die Welt hinein, wird von Deutschland aus geleitet und neutralisiert eine Terrorgruppe im Zusammenspiel mit den deutschen Sicherheitsbehörden............. Way: Eine Terrorgruppe, die Deutschland mit nuklearen Miniwaffen angreifen will. Wie realistisch ist denn so ein Szenario?................ Kayser: Die deutschen Sicherheitsbehörden setzen sich mit solcherart Angriffen seit langem auseinander. Al Qaida versucht in Pakistan ja schon seit einiger Zeit, jene Militärs zu unterwandern, die über die pakistanischen Atomwaffen und ihre Herstellung wachen. Dazu kommt, dass Deutschland nach wie vor Atommüll nach Russland verschiffen lässt. Und einer jener Transporte kommt in meiner Geschichte eben nicht vollständig an und gerät in die Hände eines zornigen Mannes und käuflichen Wissenschaftlern........... Way: Zornig? Der Gegenspieler Storms macht den Eindruck eines Psychopathen............ Kayser: Zuerst kommt der Zorn. Wenn der nicht verrauchen kann kommt es schnell zu einer bösen Psychose. Da mögen Sie Recht haben...... Way: Wer hatte die Idee zu dem Drehbuch........... Kayser: Ich. Und dann sprach ich mit einem Produzenten der BAVARIA in München und nun liegt der fertige Stoff bei einem Regisseur.......... Way: Hat der Bundesnachrichtendienst in Zeiten von Cyberterrorismus, zersplitterten Terrorgruppen und wankenden Atommächten genügend Befugnisse für seine Gegenwehr?................... Kayser: Wenn der Dienst damit leben kann, dass die CIA und der MOSSAD die Schwerter tragen und der BND nur das Schild - dann hat er genügend Befugnisse, ja. Man darf ja nicht vergessen, dass der BND, der Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst, das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum eine außerordentliche Basis zum Informationsaustausch besitzen. Gute Informationen zu haben, sie von zuverlässigen menschlichen oder aus hochfeinen technischen Quellen zu gewinnen, ist schon sehr viel Wert. Die Lizenz zum Töten kann einem sehr schnell entzogen werden und sich gegen einen richten. Eine Information hat Bestand.......... Way: Es heißt, Sie hätten gute Kontakte zu den Geheimdiensten. Was interessiert Sie an deren Arbeit? Warum schreiben Sie keine Romane über die Liebe oder beschreiben das Leben auf einem Bauernhof?................. Kayser: Das überlasse ich denen, die das auch können. Ich bin kein poetischer Schreiber. Auch wenn mir beispielsweise die romantische Stimmung am Meer das Herz öffnet - so denke ich doch gleichzeitig daran, was mir dieses Bild zerstören kann. Ich bin also ständig auf der Hut vor irgendetwas - so wie die Mitarbeiter von Geheimdiensten auch. Außerdem fasziniert mich das Böse - als Teil des Gesamtpsyche des Menschen.......... Way: Wann sind Sie böse? Kayser: Wenn mich jemand zu täuschen versucht. Und ja: Wenn Feigheit, Sturheit, Religion oder und minderes Selbstvertrauen eine offensichtliche Wahrheit unterdrückt. Way: Und wer darf Sie kritisieren?................. Kayser: Jeder, der nachweislich etwas besser weiß. Und natürlich diejenigen, die ich liebe. Die haben einen Freibrief für beinahe alles. (lacht)..... Way: Was kommt in 2011 auf Sie zu, welche Pläne haben Sie? Kayser: Zunächst habe ich einen Drehbuchauftrag angenommen, bei dem ich mich nicht nur seelisch sondern auch erkenntnisgerecht in die Welt von Patienten, Ärzten und einer Klinik einfinden muss. Mein dritter Roman wird nach dem Leo-Storm-Drehbuch entstehen und dann...vielleicht endlich verstärkt um Familie kümmern?............. Herr Kayser, wir danken Ihnen für das Gespräch. Geführt am 29. Dezember 2010 in Kaysers Privatwohnung in Berlin © telemarc communications

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