Artikel Deutsche Wege oder: europäische Gewichtsverschiebungen
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Deutsche Wege
oder: europäische Gewichtsverschiebungen
Flensburg/Berlin 15.02.2011
www.internet-magazin-les-art.eu Rubrik: Zivilsationswelten
Redaktionsbeitrag „les Art“
Helmut Schmidt, der unbestritten als eine neutrale Autorität bis heute gilt und dessen Rat und Meinung meist zutreffen und respektiert sind, schrieb vor nicht allzu langer Zeit den heutigen Politikern ins Stammbuch (ama Beispiel des jüngsten Georgienkrieges), „Deutschland wird von Technokraten regiert, die kaum noch Geschichtsverständnis aufbringen und Deutschlands Zukunft liegt nicht in der Welt, sondern hier Vorort, da wir von neuen Grenzen umgeben sind und wir eine europäische Mittelmacht, deren Zukunft in Europa liegt, sind. Wir sollen hier unsere Schularbeiten machen und nicht den Anspruch erwecken, wir müssen in der ganzen Welt mitspielen und uns z.B. nicht um Fragen in Sachen Georgien kümmern, sondern um unsere Probleme in Europa.“ Dieses als freie Sinnwiedergabe seiner diversen Äußerungen zu diesen und vergleichbaren Themen. Dem ist an Erkenntnis kaum etwas hinzu zu fügen. So ist es auch kein Gewinn und ein völlig überflüssiger Akt, sich vorzudrängeln um endlich einen Sitz im Sicherheitsrat zu ergattern, der politisch für Deutschland keinen Sinn macht außer falschem Ego zu frönen und neue finanzielle Lasten dem Souverän aufzubürden.
Unter dem Absatztitel „Wladiwostok – wir kommen“ finden wir folgende Passagen, die schon in den 90er Jahren erkannt wurden, auch wenn diese Wahrheiten in der BRD im politischen Geschehen erkennbar kaum Niederschlag finden:
„Die Wiedervereinigung hat das Gesicht Europas verändert. Die Auflösung des Sowjetblockes hat Gewichte verschoben. Der europäische Weg alter Vorstellung kommt zum Stillstand. Die EU wird sich nach innen festigen. Nationale Außen- und Wirtschaftpolitiken verstärkt. Nationale Egoismen gewinnen wieder mehr an Bedeutung“
Zu finden bei Herrn Erich Wiedemann und mehr hierzu er in seinem nüchternen und treffenden Buch, das aus langer internationaler Erfahrung seiner Arbeit herrührt, „die Ängste der Welt“:
„Heureka. Und nun der Aufbruch der Europäer gen Osten. In Brüssel fahren die Planwagen zusammen. Wladiwostok, wir kommen. Ein kühner Trau. Die EG wird nicht überwiegend von Pionieren, sondern von Bürokraten beherrscht. Der brüsseler Aufbruchgeist beschränkt sich im Wesentlichen auf Freitagnachmittag. Die Gemeinschaft hat signalisiert, daß sie mit den drei höchst- und favorisierten Oststaaten….. (S. 54)“
„Die alte Welt ist wieder die neue Welt – 500 Jahre nach Kolumbus. Europa ist der neue Kontinent unbegrenzter Möglichkeiten. Daniel Burstein schreibt in „Euroquake“ gegen Ende 1993 werde Europa der größte Binnenmarkt der Welt sein. Die EG werde an den USA vorüberziehen. Das europäische Wachstum werde während der gesamten neunziger Jahre das der Vereinigten Staaten übertreffen.“ Weiter schreibt Erich Wiedemann (S. 48): „Allein, von der wirtschaftlichen Einheit Europas zur politischen Einheit, wie Gründervater Jean Monnet sie sich Anfang der fünfziger Jahre vorstellte, sind es noch viele, viele kleine Schritte. Die Vereinigten Staaten von Europa liegen irgendwo bis auf weiteres im Nebel jeder für sich und keiner für alle. Die alten Nationalismen sind immer noch stärker als der Kosmopolitismus, in dem allein die Zukunft liegt“
"les Art":
Lange ist, was in Berlin Erschrecken auslöste, eine Art neuer Pax Romana unter Pariser Führung ausgerufen, die eine Art Einfluß- und Wirtschaftsraum der römischen Reichsumfassung unter Pariser Führung im Auge hat. Die Achse Paris-Berlin, die Grundpfeiler europäischer Einigungspolitiken darstellte, wankt. Frankreich und Deutschland sind einige Freunde. Die Politiker sind indes zunehmend reservierter geworden.
Moskau bewirbt Berlin und die Vision vom „europäischen Haus“, daß auf den Vorstellungen von Michael Gorbatschow aufbaut wie nun der erweiterten Ideen von Herrn Medwedjew und der Vision Putin, eine freie Wirtschaftszone der EU bis Sibirien zu entwickeln, läßt hoffen. Weist jedoch auch auf die Gewichtsverlagerungen hin. Hierbei kommt Polen nun historische Ängste, was sich schon mit dem Thema „Ostseepipeline“, zeigte. Diese Entwicklungen voraussehend schreibt nun Burstein „S. 50): „Mit Warschaus Segen wird Deutschland eine gesonderte „Wirtschaftszone“ auf seinem früheren polnischen Hoheitsgebiet (okkupierten deutschen Westgebiete Polens) errichten und der polnischen Regierung im Gegenzuge massive Unterstützung angedeihen lassen“ Weiter schreibt er: „und darf`s noch ein wenig Ostpreußen sein?“ Es ist kein Geheimnis, daß es in Russland Politiker gibt, die wären bereit, über den Verkauf seiner bis zur Unkenntlichkeit ihres früheren Glanzes heruntergewirtschafteten Enklave an der Ostsee mit sich reden zu lassen“
Ein interessanter Gedanke, die Okkupationen deutscher Territorien, die nach der HKLO nach wie vor zu Deutschland gehören, ohne Grenzveränderungen, europäisch zu lösen. So bräuchten an keiner Stelleneu Umsiedlungen erfolgen. Die heutige polnische Jugend geht die nationale Ansage ihrer derzeitigen Politiker ohnehin am „A“ vorbei und sind längst in der Facebook-Generation angekommen und lange europäische und deutsch unvoreingenommen, gar kosmopolitisch, aufgestellt.
„(S. 69) … derKooaps des Giganten wird noch einige Jahrzehnte lang fortwirken undhat einen Umbruch eingeleitet, der noch tiefgreifender ist als der Umbruch nach dem Ende des osmanischen Reiches und wohl ebenso tiefgreifend wie die Folgen des alliierten Sieges über den Nationalsozialismus und den japanischen Imperialismus. Fast nichts bleibt wie es war. In
Osteuropa und in Asien verändern sich die Landkarten, die Osteuropäer sehnen sich nach Europa zurück….“
„les Art“:
Genau diese Entwicklungen sind voll im Gange. Herr Putin belächelte jüngst in einem Interview die Zurückhaltung der EU und dem Festhalten an alten Feindbildern unter US-amerikanischer (...............)
3 Kommentare
Kommentare zu Deutsche Wege oder: europäische Gewichtsverschiebungen
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Mit Karow als Präsidenten.
Ich sag´s doch: nicht die verstaubte, undemokratisch an die Macht gekommene, nur auf ihre Pfründe und ihre Schein-Macht -Erhaltung fokussierte Brüsseler EUdSSR-Bonzokratie wird das Gesicht Europas verändern. Es werden die Staaten Osteuropas sein.